Puh, was für eine Nacht! Vor unseren Ausflügen im Mlilwane Wildlife Sanctuary hat es unheimlich abgekühlt. Leider offenbarte unsere Hütte so manch eine Spalte in den Wänden. Und da pfeift nachts ein fieser Wind durch. Um nicht in Afrika zu erfrieren, habe ich irgendwann eine Mütze über den Kopf gezogen. Auch nutzt es wenig, dass in aller Herrgottsfrühe frisches Holz auf das ewige Feuer geworfen wird.
Eindrücke unserer Ausflüge beim Mlilwane Wildlife Sanctuary im Swasiland. Aufnahmen von sich am Freundschaftsfeuer wärmenden Warzenschweinen.
Wir sitzen auf der Terrasse vom Camp-Restaurant und trinken Cappuccino. Nebenher beobachten wir einen Schlangenhalsvogel, wie er auf Fischfang im See geht und sich danach sein Gefieder auf einer Sandbank wieder trocknet. Gleich dahinter liegt ein riesiges Krokodil. Wie wir es schon mehrmals beobachtet haben, fällt auch dieses kaum auf.
Beiläufig kommen wir mit Angus McCloud ins Gespräch. Er stammt zwar aus Schottland, lebt aber seit zig Jahren in Swasiland und fühlt sich hier sichtlich wohl. Ins Mlilwane Wildlife Sanctuary kommt er im Schnitt alle zwei Monate, um Ruhe zu suchen. Er mag nicht so viele Leute, bemerkt er, fügt dann aber an: »Andererseits teile ich mich anderen (Europäern) aber auch gerne mit.«
Was der König außerdem zu schützen versucht, sind alte Traditionen wie die Polygamie. Doch während sein Vater Sobhuza II. noch mit 70 Frauen verheiratet war und etwa 210 Kinder zeugte, heiratete Mawati 2017 gerade mal seine 14. Ehefrau. Denn Frauen sind heutzutage teuer. Hatten sich Sobhuzas Frauen noch mit traditioneller Kleidung zufrieden gegeben, bestehen Mawatis Gattinnen auf teure Einkaufsreisen ins Ausland und hochpreisige deutsche Automarken. Große Paläste und der aufwendige Lebensstil des Königs stiften nunmehr Unmut im Land.
Swasiland ist eines der weltweit ärmsten Länder, hat dafür aber die höchste AIDS-Rate und, damit verbunden, die niedrigste Lebenserwartung. Doch was macht der König? Er führt sein Land in den Staatsbankrott. Da kann ein Volk noch so friedlich sein. Es kommt immer wieder zu Massenprotesten, welche von der Polizei niedergeschlagen werden. Schließlich führt der König die letzte absolutistische Monarchie Afrikas. Um diese zu bewahren, sind Parteien und sonstige politische Betätigungen bis dato schlichtweg verboten.
Nahe der Pferdeantilopen schreiten einige Paradieskraniche durch das trockene Gras. Einige von ihnen waren verletzt. Sie wurden hier aufgepäppelt und dann wieder in die Freiheit entlassen. Die Kraniche denken aber gar nicht daran, das Weite zu suchen, sondern haben sich für ein Leben in der sicheren Umgebung entschieden. Wir passieren einige Gatter und fahren hoch auf den Mlilwane Hill.
Unterwegs erblicken wir mehrere hübsche Steinböckchen im verdorrten Gras und einige Kuhantilopen. Der Weg wird holpriger und führt schließlich in den Wald. Hier befindet sich die idyllische Reilly's Rock Hilltop Lodge. Angus ist dort ein alter Bekannter und ermöglicht uns einen Rundgang durch die Gebäude. Nach der Nacht in unserer zugigen Hütte sehen wir wehmütig in die elegant eingerichteten Zimmer. Auch der Garten ist richtig romantisch.
Junge Hippos können durchaus auf die Speisekarte der Krokodile rutschen. Deshalb schlafen sie zum Schutz zwischen ihren großen Mamas. Die Sonne scheint und die Tiere stehen gemächlich auf. Bald ist wieder Badezeit. Wir fahren langsam zum Resort zurück und danken Angus McCloud für diesen wunderbaren und überraschenden Nachmittag, den wir mit ihm erleben durften.
Privater Game Drive im Mlilwane Wildlife Sanctuary im Swasiland. Aufnahmen von Roan Antilopen, Kranichen und Steinböckchen. Besuch der Reilly's Rock Hilltop Lodge.