Izola – das ruhige Fischerstädtchen

Wanderung entlang der slowenischen Adriaküste

Die Marina von Izola
Adriaküste - Slowenisches Istrien

Die slowenische Adriaküste misst gerade mal 46 Kilometer. Rein theoretisch ließe sie sich in zwei bis drei Tagen gut ablaufen. Dabei wird ein Großteil der Küste von Städten, Häfen, Marinas und Salinen eingenommen. Unsere Wanderung nach Izola verbindet auf naturnahen Wegen gleich zwei malerische Küstenstädtchen miteinander. Auf felsige Steilklippen folgen grüne Wälder und Olivenhaine. Wir finden Badestrände und eine Salzlagune. Am Schluss begrüßt uns das ruhige Fischerstädtchen Izola mit seiner pittoresken Altstadt.

Beim Strand von Fiesa
Die slowenische Adria

Wir starten unsere Wanderung am Tartiniplatz in Piran. Zwischen dem Rathaus und dem Haus der Venezianerin geht es zunächst durch eine Gasse hoch zur alten Stadtmauer. An der Küstenmauer angekommen, trennen sich die Wege. Rechts ginge es weiter hinauf zur Stadtmauer, links weist uns ein Schild den Weg nach Fiesa. Der Küstenweg ist bestens ausgebaut.

Wir schauen auf den Golf von Triest. Segelboote dümpeln im azurblauen Meer. Im Dunst sind die südlichen Ausläufer der Julischen Alpen gut zu erkennen. Beim Kiesstrand unterhalb des Wegs sind die Morgenschwimmer bereits im Wasser. Hier bietet Piran seinen Gästen schönere Stellen zum Schwimmen als vor den Restaurants der Uferpromenade.

Der öffentliche Badestrand Salinera
Wunderschöne Aussicht auf den Golf von Triest

Vom Strand von Fiesa in den Wald von Pacug

Wir befinden uns auf der Nordseite der Piran-Landzunge. Der Küstenwanderweg liegt somit im Schatten, was bei sommerlicher Temperaturen sehr angenehm ist. Nach einem Kilometer erreichen wir den Strand von Fiesa. Auch hier belagern Badegäste die Betonplatten. Der Kiesstrand ist recht schmal. Dafür ist das Wasser glasklar. Auch das Hotel von Fiesa wirkt einladend.

Zumindest ist es ruhig gelegen. Vorbei am Strand überqueren wir den Parkplatz und nehmen dann die linke, ansteigende Straße. Über einen steilen Pflasterweg gelangen wir so in das Dorf Pacug. Auf dem Bergrücken sehen wir außerdem die ersten Olivenhaine, wie sie für das slowenische Istrien typisch sind.

Baggerarbeiten bei den Salinen von Strunjan
Der Fußweg um die Salinen von Strunjan herum.

Beim Strand Salinera in Strunjan

Am Ende vom Pflasterweg halten wir uns kurz links, orientieren uns im weiteren Verlauf aber stets rechts. Wo die Straße links zur Küste hinabführt, nehmen wir entlang einer Steinmauer rechts die Schotterpiste. Diese dient als Zufahrt für mehrere Wohnhäuser und endet nach etwa 200 Meter an einem Brunnen.

Hier wechseln wir auf den schmalen Pfad, der uns oberhalb der Böschung in den schattigen Wald von Pacug führt. Wir folgen diesem bis an die Straße, welche uns hinab zum Strand Salinera bei Strunjan bringt. Leider gibt es in diesem Bereich keine Möglichkeit, abseits der Straße zu laufen. Sie führt um eine Art Hotelanlage und um den öffentlichen Badestrand herum.

Die Salinen und das Naturreservat Stjuza von Strunjan
Ein Blick zurück nach Piran

Die Salinen und das Naturreservat Stjuza von Strunjan

Im Bereich der Salinen von Strunjan wollten wir eigentlich den Wanderweg nahe der Küste nutzen. Leider aber sind dort einige Bagger und Baumaschinen schwer am Wühlen. Sämtliche Wege sind gesperrt und bei Missachtung drohen drakonische Strafen. Es nützt nichts. Wir müssen einen weiten Bogen, immer entlang der Straße, um die Salinen herum laufen. Die Lagune von Strunjan diente übrigens schon im Mittelalter der Salzgewinnung. Die älteste schriftliche Erwähnung beschreibt im Jahr 1274 kleine Salzpfannen bei Strunjan. Während der österreichische Regentschaft wurden die Salzfelder vergrößert und die Produktion gesteigert.

Noch heute wird Salz in den Salinen auf die traditioneller Art gewonnen. Inzwischen nimmt jedoch das Naturreservat Strunjan Stjuza den Großteil des Feuchtgebietes ein. Zahlreiche Wasservögel finden hier ihre Brutstätte. Zugvögel nutzen sie als Rastplatz. Wir bleiben auf dem Gehweg entlang der Straße bis zur Bushaltestelle Strunjan. Ein Fußgängerweg führt um die Buswendeanlage herum. Wir laufen weiter, immer entlang der Salinen. Auf deren Nordseite informiert ein Besucherzentrum über die Salzgewinnung. Das mag interessant sein, würde aber unser heutiges Programm sprengen.

Die Aussicht nach Italien
Naravni rezervat | im Landschaftspark Strunjan

Naravni rezervat | im Landschaftspark Strunjan

Wir überqueren den Parkplatz und folgen der Baumallee zwischen den Sportanlagen und den ersten Bungalows des Thermenhotels Svoboda. Vor dem Hauptgebäude, das einem Krankenhaus gleicht, zweigen wir rechts zum Hotelparkplatz ab. Ab dort folgen wir dem Sträßchen links hinauf in den Landschaftspark Strunjan. Mit 4,3 km² Fläche gehört dieser zu den kleineren Parks Sloweniens.

Doch er bildet die längste unberührte Küstenlinie entlang der slowenischen Adria sowie auch am gesamten Küstenstreifen vom Golf von Triest. Auf einer Anhöhe öffnet sich ein letztes Mal die Sicht zurück nach Piran. Auch aus der Ferne hebt sich der Campanile majestätisch gegenüber den roten Dächern ab. Vor uns liegt ein idyllischer Waldpfad. Er führt entlang der bis zu 80 Meter hohen Klippen zum Aussichtspunkt mit dem Kreuz von Strunjan.

Slowenisches Istrien - Wanderung durch den Wald
Beim Kreuz von Strunjan
Ein beliebtes Ziel - das Kreuz von Strunjan

Das Kreuz ist offensichtlich ein beliebtes Ziel. Vorbei an der Kirche Sv. Marija in Borgola gibt es vom großen Parkplatz Strunjan eine Abkürzung hierher. Als Nächstes führt uns der Küstenpfad zu den Olivenhainen. Auf den Klippengärten wuchs einst das Obst und Gemüse für Triest. Heute werden hauptsächlich Oliven, Wein und Kakis angebaut. Lassen wir hier den Blick über die Küste streifen, sind in der Ferne die Altstadt von Izola und der Yachthafen zu sehen.

Olivenhain im Landschaftspark Strunjan
Unsere erste Sicht auf das ruhige Fischerstädtchen Izola

Beim Campingplatz Belvedere

Nach den Olivenhainen treffen wir wieder auf die Zufahrtsstraße zum Campingplatz Belvedere. Eine Campingfamilie empfiehlt uns einen Abstecher an den Klippenstrand Bele Skale. Als wir berichten, wo wir gestartet sind, blicken sie uns überrascht an. Dann zeigen sie uns den direkten Weg nach Izola. Dankeschön! Zwischen den Häusern nach dem Campingplatz weist ein Schild hinab zum Strand.

Dieser Straße folgen auch wir und kommen so erneut ans Meer. Beim Strandparkplatz sind wir uns jedoch unschlüssig, ob es wirklich einen Küstenweg nach Izola gibt? Doch alles kein Problem: einfach ganz vor zur Küste laufen. Dort gibt es eine Kaimauer, die zum Baden und Laufen genutzt wird.

Die Steilküste zwischen Piran und Izola
Blick vom Campingplatz Belvedere nach Izola

An der Marina von Izola

Vorbei an den bunten Badetüchern der Sonnenhungrigen kommt uns die Marina Izola immer näher. Hier gibt es eine Spaßrutschbahn und einen Bootsverleih sowie auch einige Quallen im glasklaren Wasser. Wir bleiben immer auf der Uferpromenade. Verglichen mit Piran ist es hier richtig ruhig.

An der slowenischen Küste ist Izola scheinbar der Ort für Touristen, die keine Touristen mögen. In der Marina dümpeln hübsche Segelboote. Im Hintergrund stehen die kleinen Fischerhäuser der Stadt, überragt vom Campanile der Kirche Sv. Mauro. Auch Izola versprüht das Flair eines venezianischen Hafenstädtchens.

Wir erreichen die Marina von Izola.
In der Marina dümpeln hübsche Segelboote.

Ein Rundgang durch das Hafenstädtchen

Entlang der modernen Kaianlagen erreichen wir den kreisrunden alten Fischerhafen. Hier erkennt man das venezianische Erbe an den historischen Häusern. Durch den Park Boris Benčič erfolgt unser Zugang in das Gassengewirr von Izola. Wir steigen hinauf zur Kirche San Mauro oder auch Sv. Mavra. Der Campanile ragt vor uns in den Himmel. Zusammen mit den umliegenden Häusern könnte uns hier eine malerische Kulisse empfangen.

Wir hatten ein hübsches Café erwartet. Stattdessen steht der gesamte Kirchplatz voller Autos. Und angesichts des vielen Blechs ist das Idyll schlichtweg im Eimer. Wie uns ergeht es auch zwei Radfahrern. Sowie das Paar oben angelangt ist, schaut sie ihn an: »Und nun?« Er zuckt die Schultern, dann fahren sie auch schon weiter.

Park Boris Benčič in Izola
Beim kreisrunden alten Fischerhafen von Izola.

Nach der Ernüchterung schlendern wir noch ein wenig durch die Gassen. Anders als Piran hat Izola nur wenige herausragende Sehenswürdigkeiten. So erreichen wir bald den Palazzo Besenghi degli Ughi. Leider steht der barocke Palast im dunkeln Schatten seiner Nachbarhäuser.

Bei der Kirche sv. Marije Alietske finden wir schließlich einen ruhigen Platz mit mehreren Restaurants. Wir gönnen uns beim Gostilna Bujol eine Kleinigkeit zum Essen. Dann machen wir uns auf die Suche nach dem Linienbus nach Piran. Eine Bushaltestelle ist gleich am Kreisverkehr an der Ecke der Marina.

Izola – das ruhige Fischerstädtchen
Die Campanile der Kirche Sv. Mauro
Izola - ein Rundgang durch die Altstadt

Mit der Wanderung von Piran nach Izola haben wir den wohl schönsten Abschnitt der slowenischen Küstenlinie erlebt. Die beiden Fischerstädtchen sind für sich schon tolle Sehenswürdigkeiten. Die Landschaft dazwischen ist abwechslungsreich, grün und herrlich mediterran. Es sind 13 Kilometer zu wandern, die sich auf alle Fälle lohnen.

In den Gassen von Izola
Kleines Kunstgeschäft in Izola
Manches ist auch renovierungsbedürftig in Izola.

Anforderungen zur Wanderung entlang der slowenischen Adriaküste

AusgangspunktTartiniplatz in Piran
KoordinatenN 45.52866, E 13.56836
Gehzeit3,5 Stunden reine Gehzeit
Distanz13,1 km
Anstiegeca. 191 HM
GradT2 (leichte Wanderung entlang der Küste)
EinkehrRestaurants bei Fiesa, Strunjan, beim Campingplatz Belvedere und in Izola
gps-DatenWanderung nach Izola gpx
kml-DatenWanderung nach Izola kml

Karte zur Wanderung von Piran nach Izola

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort