Von der Karl Johans gate zum Slottsparken

Eine Prachtstraße und die berühmte »Freia-Uhr«

Freia-Reklame am Egertorget
Die berühmte »Freia-Uhr« am Karl Johans gate

Über die Mollergata gelangen wir auf die Karl Johans gate, der Haupt- und Prachtstraße von Oslo. Sie ist nach dem schwedisch-norwegischen König Karl III Johann benannt und erstreckt sich vom Hauptbahnhof bis zum königlichen Schloss. Teilweise ist sie als Fußgängerzone ausgebaut. So kommen wir bequem zum Egertorget, einem Platz,

der auf die Brauereibesitzern und Brüder Herman und Thorvald Eger zurück geht. Eine Brauerei sucht man hier allerdings vergebens. Stattdessen ist der Platz für eine riesige Leuchtreklame für Schokolade bekannt. Die berühmte »Freia-Uhr« wirbt seit 1909 auf einem Hausdach für die älteste Schokoladenfabrik Oslos und den heute größten Schokoladenhersteller Skandinaviens.

Karl Johans Gate mit Blick zum Schloss
das Parlament von Oslo

Stortinget | Großes Thing an der Karl Johans gate

Kurz nachdem wir wieder auf einen von Autos befahrenen Abschnitt der Karl Johans gate kommen, erreichen wir Stortinget. Das von den Norwegern als »Großes Thing« bezeichnete Parlamentsgebäude ist Sitz der Nationalversammlung.

Der Architekt Emil Victor Langlet wollte mit seinem romanisch beeinflussten Baustil demokratische Werte und Offenheit symbolisieren. So befindet sich der Stortingsaal als wichtigster Raum des Gebäudes im zentralen und halbrunden Teil des Gebäudes, womit er von außen gut sichtbar ist.

Arne Durbans «Lekende barn» im Studenterlunden

Ibsen und die Lekende barn bei der Spikersuppa

Gegenüber vom Stortinget öffnet sich die parkähnliche Anlage der Spikersuppa und des Studenterlunden. Jede Menge Statuen zieren hier Brunnen, Blumenrabatten und Wiesen. So hat sich Arne Durban mit zwei am Wasser spielenden Kindern, den »Lekende barn« verewigt. Unweit davon entfernt steht beim Nationaltheater eine Bronzestatue der Volksschauspielerin Wenche Foss, die hier für ihr Engagement im Theaterhaus von Oslo geehrt wird.

Aber auch Bjørnstjerne Martinius Bjørnson, Verfasser der norwegischen Nationalhymne, und der Dichter Henrik Johan Ibsen sind im Studentenlunden vertreten. Beide Statuen wurden noch zu deren Lebzeiten der beiden Künstler errichtet. Ibsen lief sogar täglich auf dem Weg zum Grand Café an der ihm gewidmeten Statue vorbei. Von Ibsen stammen auch die in die Steinplatten der Karl Johans gate eingelassenen Zitate.

Henrick Ibsen vor dem Nationalmuseum Oslo
im Studenterlunden Oslo
Bjørnstjerne Martinius Bjørnson vor dem Nationalmuseum Oslo

Slottsparken | Im Schlosspark von Oslo

Kongelige Slott am Ende der Karl-Johans-Gate

Kongelige Slott - das Schloss von Oslo
Slottsdammen vom Osloer Schlosspark

Auf einer kleinen Anhöhe am Ende der Karl-Johans-Gate thront det Kongelige Slott, die Residenz der norwegischen Könige, umgeben vom Slottsparken. Als sich Norwegen ab 1814 in einer Union mit Schweden befand, legte der schwedische König Karl III Johann 1825 den Grundstein des klassizistischen Baus. Das Schloss befindet sich im Staatsbesitz und hat neben der Königsresidenz noch weitere Funktionen zu erfüllen. So sitzt hier die Verwaltung der Monarchie und dient das Gebäude der staatlichen Repräsentation. Für so manch einen ist es auch das vornehmste Gästehaus des Landes.

Da das Königreich Norwegen eine konstitutionelle Monarchie ist, übernimmt auch der König vorwiegend repräsentative Aufgaben. Ein Überbleibsel der absoluten Monarchie sind die Tagungen der norwegischen Regierung, die jeden Freitag unter dem Vorsitz des Königs im Schloss zusammenkommt. Die dabei gefassten Entschlüsse sind nur mit seiner Unterschrift gültig. Als wir den Königspalast erreichen, ist der König wohl abwesend. Zu erkennen ist dies an der Königsflagge mit dem goldenen Löwen auf roten Grund. Sie wird gehisst, sobald der Herr im Hause ist.

seltsamer Wachmann im Osloer Schlosspark
noch so ein seltsamer Wachmann
die Maud Norges Dronning im Schlosspark von Oslo

Spaziergang durch den Slottsparken, dem Schlosspark von Oslo

Das Schloss ist nur in den Sommermonaten für Besucher zu Führungen geöffnet. Dafür ist der Schlosspark von Oslo ringsherum zum großen Teil frei zugänglich. Im Sommer und bei schönem Wetter nutzen ihn die Norweger gerne für ein Sonnenbad oder zum Picknick. Auch dazu erwischen wir den falschen Tag. Nach den ergiebigen Regengüssen am Vormittag sind wir nahezu alleine im schön gepflegten Park unterwegs,

schlendern durch das Grün und machen Faxen in den verlassenen Häuschen der Wachmänner. In einer der Rabatten steht lila Rhododendron in üppiger Blütenpracht. Dazwischen in passender Farbe ein großer Zierlauch. Beides ist schön anzusehen. Insgesamt aber ist es uns doch etwas zu ruhig hier, sodass wir uns bald in Richtung Hafen aufmachen.

das Schloss von Oslo
Rhododendron im Slottsparken, dem Schlosspark von Oslo
VG Wort