Mittagessen im Centimeter auf dem Spittelberg

Schon mal auf dem Spittelberg angekommen, folgen wir auch dem zweiten Tipp unseres Fiakers und verlegen das Mittagessen ins Centimeter. Genauer gesagt, das zweite von mittlerweile sieben Centimetern in Wien.

Schon die Aufmachung mit den zugleich bunten, an die Zeit der Zwanziger Jahre erinnernden wie auch prüfenden Blicken, ob Wurst und  Brot die richtige Länge haben oder das Bierglas hoch genug gefüllt ist, hat den Centimeter-Lokalen in nur wenigen Jahren zu einem Kultstatus verholfen.

Vor dem Centimeter
Vor dem Centimeter

Anfangs auf Studenten ausgerichtet, sind die Lokale dadurch heute oft sehr voll und geht es eine Weile, bis man bedient wird - wie wir aus anderen Berichten wissen, nicht immer freundlich.

Auch wirkt es ein wenig schmuddelig in dem Lokal. Aber sei es drum. Hier gibt es Hausmannskost zu recht günstigen Preisen, die ein über den ein oder anderen nicht abgeräumten Teller hinwegsehen lassen.

Schild vom Centimeter
Eingang vom Centimeter
und noch ein Schild
Im Centimeter

Auf der Karte finden sich kalte und warme Brote (für 10 bzw. 15 Cent/cm), Salate, Knödel und Eiernockerl, Reis- und Gemüsegerichte sowie auch zumindest vom Namen her ausgefallene Speisen wie »Eine Schaufel Mischmasch«, eine »Scheibtruhe Mist« und die Vielfraßplatte »Obelix«. Wem das nicht reicht, empfehlen wir zwei Meter Wurst oder einen Meter Spaghetti. Der letzte richtet sich dabei allerdings an drei bis vier Personen. Und wer zum Beispiel den Holzhackerteller nicht zu verputzen schafft, kein Problem, denn das Mitnehmen der Reste ist hier ganz normal.

Auf der Karte nicht enthalten ist hingegen das Wiener Schnitzel, sodass wir auf ein ebenfalls recht umfangreiches Schweineschnitzel zurückgreifen. Und nach ein wenig hin und her bekommen wir auch eine Plastikflasche Ketchup für unseren Berg Pommes. Wie die meisten Gerichte ist dieses verhältnismäßig günstig. Insgesamt aber ist im Centimeter Vorsicht geboten.

Denn abgesehen davon, dass die meisten Gerichte auf den großen Hunger zielen, ist die Zubereitung bisweilen ungewöhnlich. So haben am Tisch neben uns ein paar Leute Blunzengröschtl bestellt und später ungläubig ihre gerösteten Kartoffeln unterhalb eines Mischmaschs aus Blutwurst, Linsen und ein paar anderen Zutaten gefunden.

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