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Café Demel

Ein unbedingtes Muss am Kohlmarkt ist der Besuch des Cafés Demel. 1786 vom Zuckerbäcker Ludwig Dehne gegründet, firmiert das Café heute noch als k.u.k. Hofzuckerbäckerei.

Den Besitzer freilich hat das Traditionshaus mehrfach gewechselt: 1857 gab August Dehne, der Sohn Ludwigs, das Café an seinen Gehilfen Christoph Demel weiter. Dieser verlegte das Café vom Michaelerplatz an den Kohlmarkt.

Schokoladenstand im Café Demel
Anne zwischen viel viel Schokolade

Bis 1972 blieb das Café Demel im Familienbesitz, bevor es ´74 an Udo Proksch ging. Bis dieser dann selber ging, und zwar in den Knast. Allerdings erst, nachdem er aus rücksichtsloser Habgier sechs Menschen ermordet, zunächst für nur kurze Zeit wegen Betrug inhaftiert wurde,

nach seiner Freilassung und Flucht für einen der größten Politskandale Österreichs sorgte, bevor er schließlich nach einer Gesichts-OP in Manila und unter neuem Namen in London aufgegriffen wurde. Aber das ist eine andere Geschichte. Über Wichmann und die Raiffeisenbank kam die Bäckerei 2002 schließlich an Firma Do&Co.

Konfitüre im Café Demel
Konditorin im Café Demel

Im Innern des Cafés erwartet uns ein kunterbunt aus Backwaren, Schokoladen- und Zuckerteile. Aushängeschild der Bäckerei aber ist die Sachertorte. Um die - wie könnte es anders sein - bis ins Jahr 1965 gerichtlich gestritten wurde. Einst erfunden von Franz Sacher, vollendete nämlich erst sein Sohn die Torte während seiner Ausbildung im Café Demel.

Während sich das Hotel auf sein Namensrecht berief, wies das Café nach, dass es den Namen »Original Sacher-Torte« bereits seit Erfindung der Torte nutzte. Das Hotel gewann den Prozess und im Café gibt es seither die »Demel´s Sachertorte«. Uns kann es egal sein, da die Unterschiede zwischen den beiden Torten trotz allem so gering sind, dass man eigentlich keinen Unterschied schmeckt. Und dick machen sie ihrer Schokolade und Marillenmarmelade (Aprikose) beide.

Geschenkideen im Café Demel
Verkaufsraum im Café Demel
Konditorin bei der Arbeit
schöne alte Verpackungen

Als Besonderheit des Cafés wird der Gast von den »Demelinerinnen« in der dritten Person angesprochen. Das war schon zu Kaiserzeiten so und zählt heute zur Tradition, mit der auch der neue Eigentümer nicht brechen will.
Schließlich gilt es im Café, die seit über 200 Jahren sehr hoch gesteckten Erwartungen zu erfüllen. Mehr noch, hat sich Do&Co zum Ziel gesetzt, den Namen Demel mitsamt der hohen Qualität in alle Welt zu exportieren, weshalb es in Salzburg mittlerweile eine Demel-Filiale gibt.

Dies scheint auch dringend nötig, da das Stammcafé am Kohlmarkt sehr überlaufen ist und die Leute oft Schlange stehen. Und genau dies wollen wir uns eigentlich nicht antun.

So beobachten wir nur kurz die Konditoren und schlendern ein wenig durch den Laden, bevor wir uns ein kleineres, nicht so überfülltes Kaffeehaus in einer der Seitengassen suchen.

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