• Deutsch
  • English
Anzeige

Schloss Wilanow

Seitenparterre

Bis zum Jahre 1677 befand sich in Wilanów ein Gutshof. Weil der polnische König, Jan III. Sobeski, welcher 1683 vor Wien das Heer der Türken und Tartaren schlug, seiner Frau Marie denselben Prunk bieten wollte wie sie ihn aus den Schlössern ihrer französischen Heimat kannte, ließ er den Gutshof prächtig ausbauen. Dabei änderte er den ursprünglichen Namen von »Milanów« in »Villa Nova« (Neues Landhaus). Dieses allerdings nur für kurze Dauer, denn in der Bevölkerung hieß die Residenz schon sehr bald »Wilanów«.

Schlossfassade

Die erste Bauphase dauerte bis 1679. Bis dahin hatte das Gebäude noch keine Seitenflügel, sondern bestand lediglich aus einem kleinen Landhaus mit vier Eckbauten. Zwei Jahre später ließ der Architekt Locci die Schatztürme und Galerien errichten. In dieser Zeit wurden auch die Außenfassaden nach römischen Vorbild verziert. Erst in der dritten Phase schmückten unzählige Statuen die Gärten rund um das nun reich verzierte Schloss.

Schlossfassade

Mit seiner Hufeisenform und niedrigen Bauweise erinnert die Residenz an das Schloss in Pillnitz. Dabei wechseln sich barocke, streng geometrisch geformte Buchshecken und Rasenflächen mit asymmetrisch geschnittenen Eiben, Blauregen und Rosenbeeten ab. Wer an der Außenseite des Hufeisens herumgeht, trifft immer wieder auf verwinkelte Bereiche, die mit ihren kleinen Gärten interessante Blickwinkel ermöglichen.

Innerhalb seiner 300jährigen Geschichte hat das Schloss zehnmal den Besitzer gewechselt. Kein Wunder also, dass immer wieder neue Bauten hinzukamen, Fassaden und Formen geändert wurden und so mehrere Baustile teilweise an nur einer Wand zu entdecken sind.

Von einer Veränderung zum Glück blieb das Schloss allerdings verschont. So sollte es nach seiner Ausbeutung im Zweiten Weltkrieg zu einem Offizierskasino umfunktioniert werden. Mit Ende des Krieges ging Wilanow ebenfalls in Staatsbesitz über und ist heute Teil des Nationalmuseums.

nanana
Schlosspark Wilanow
Annette in Wilanow
Anzeige