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Bauwut in Warschau

Blick vom Sockel des Kulturpalastes zum Marriott

Lange Zeit bewahrte der eiserne Vorhang des Sozialismus Warschau vor einer baulichen Modernisierung. So blieb der Kulturpalast nach seiner Fertigstellung viele Jahre das unangefochten höchste Gebäude in der Stadt.
Mit dem Verfall der UdSSR beziehungsweise der Öffnung der osteuropäischen Staaten gegenüber dem Westen änderte sich dies bald. So hat das Marriott-Hotel dem Kulturpalast den Rang als höchstes Gebäude bereits abgelaufen. Und wird nicht das einzige sein, denn überall im Zentrum schießen neue Wolkenkratzer wie Pilze aus dem Boden.
Peugeot, die Deutsche Bank, Commerzbank und viele weitere international aufgestellte Konzerne haben den neuen Standort bereits erobert. Einige weitere Bankgesellschaften, Versicherer und Autohäuser werden in den nächsten Jahren folgen.

noch ein hohes Gebäude
Wolkenkratzer »Peugeot«
noch ein Wolkenkratzer
Carlsberg, Sex-Shop und lecker Kebab: die Ampelversorgung

»Früher hatten wir jede Menge Geld in den Taschen und standen vor Läden, in denen es nichts zu kaufen gab.« Dies altbekannte Problem aus der früheren DDR galt wohl für alle Staaten des Warschauer Pakts, was viele Bürger vor ein neues Problem stellt, denn: »Heute sind die Geschäfte voller Waren. Nur haben wir kein Geld mehr, sie zu kaufen.«
Aber es gibt ja auch viele Sachen, die nicht gleich die Welt kosten, wie zum Beispiel ein kühles Bier zu einem saftigen Döner-Kebab. Apropos: Die drei Läden mit Bier, Kebab und Sexspielzeugen sind doch ein schönes Beispiel für eine erfolgreichen Ampelkoalition.

VG Wort
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