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Altstädter Marktplatz

und die Warschauer Sirene

Blick über den Alten Marktplatz

Einen Steinwurf weiter passieren wir zum ersten Mal den Schlossplatz mit seinem roten Pflaster. Von dort gelangen wir über die Świętojańska, eine der geschäftigsten Straßen Warschaus, zum Rynek Starego Miasta, dem altstädtischen Markt oder einfach nur Altstadtmarkt.
Einige Wohnhäuser wurden im 18. Jahrhundert im barocken Stil umgebaut und so durch den Maler Bernardo Bellotto alias Canaletto in zahlreichen Gemälden verewigt. Unwissentlich schuf der aus Venedig stammende Künstler damit wertvolle Vorlagen für den Wiederaufbau.
Nach ihm boten noch bis zum Jahr 1915 Händler Obst und Gemüse, Eier und Fleisch, Stoffe und Kleider auf dem Marktplatz feil. An die alte Zeit erinnert heute die alte Wasserpumpe des Marktes.

Café mit westlichen Preisen

Nach dem Ende der Sowjetzeit hat sich der Platz zum touristischen Mittelpunkt Warschaus entwickelt. Hier hoffen Künstler auf eine Spende für ihre Darbietung und laden Straßencafés zum italienischen Espresso ein. Zu den Höhepunkten zählen die Jazzkonzerte unter freiem Himmel.
Unter den Gästen dürften die Einheimischen allerdings meist in der Unterzahl sein. Verrät doch ein Blick in die Speisekarte, wie gut sich die Restaurants dem Niveau der alten EU-Länder angepasst haben. Mit anderen Worten: hier finden wir Preise wie daheim.

Warschauer Sirene

In der Mitte des Marktplatzes treffen wir auf die Wappenfigur Warschaus, die Warschauer Sirene (Warszawska Syrenka) oder auch Warschauer Seejungfer. Der Legende nach ist sie zusammen mit ihrer Schwester aus der Tiefe der Ostsee empor gestiegen. Während ihre Schwester jedoch den Weg Richtung Dänemark einschlug, ist sie über Danzig die Weichsel hinauf geschwommen und soll den Fischern den Fang verdorben haben, indem sie die Fische aus den Netzen befreite.
Ein Kaufmann schließlich dachte, mit der Nixe auf den Jahrmärkten bequem einen Reibach machen zu können. Durch eine List schaffte er es, die Schönheit einzufangen, bevor er sie, fern vom Wasser, in einen Schuppen einsperrte.
Dort hörte ein Bauernjunge die Sirene klagen und beschloss, sie mit Hilfe seiner Freunde vor dem Kaufmann zu retten. Im Gegenzug versprach die Sirene, auch ihnen zu helfen, sollten sie in Gefahr geraten.
Leider wurde die 1855 durch Konstantin Hegel aus einer Zinklegierung gegossene und ab 1928 an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt Figur immer wieder Opfer von Vandalismus. Um die Originalskulptur außerdem vor Wettereinflüssen zu schützen, wurde 2008 eine Replik angefertigt, welche das von uns fotografierte Original seit dem 1. Juni desselben Jahres ersetzt.

Haus zum Basilisken

Wer sich nicht damit begnügt, oberflächlich an den Souvenirständen vorbei zu trödeln, um schließlich in einem der Cafés zu stranden, dem öffnet sich nach einer ersten Orientierung der Blick für die Bürgerhäuser der Ryneks. Auch wenn sich die prächtig geschmückten Gebäude eng an eng schmiegen und dem Auge ein harmonisches Bild vermitteln, so erscheint doch jedes durch seine bunte Bemalung, den verschiedenen Stuckaturen und Accessoires einzigartig. So finden wir tanzende Jünglinge im barocken Stil, einen Löwenkopf, der aus einer Wand schaut, und einen kunstvoll geschmiedeten Drachen, der über dem Eingang vom Haus »Zum Basilisken« (Pod Bazyliszkiem) wacht.

Eingang zum Wirtshaus
Kunst am Marktplatz
VG Wort
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