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Altstadtring von Warschau

Barbakane und Denkmal des Kleinen Warschauer Aufstands

Vom Altmarktplatz aus kommen wir durch die Nowomiejska zur Barbakane, einer Wehranlage aus dem 16. Jahrhundert. Im späten Mittelalter diente die vorgelagerte Festung noch zur Verstärkung des Stadttores. Mit solchen Anlagen versuchten die Menschen, den in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts aufkommenden Feuerwaffen etwas entgegenzusetzen. Anders als bei den bis dahin üblichen Torzwingern war diese nicht mit der Ringmauer verbunden. Dafür besaß sie einige Aussparungen für die darin installierten Kanonen. Heute wird die Warschauer Barbakane gerne von Händlern genutzt, welche ihre Souvenirs in den düster wirkenden Nischen zu verkaufen suchen.

Wehranlage Barbakane
Pulverturm

Biegen wir vor der Barbakane rechts ab und folgen der Stadtmauer (Mury miasta), so gelangen wir nach einer Linksbiegung zum Denkmal der kleinen Aufständischen. Mit diesem Denkmal erinnern die Warschauer an die Kinder, welche den Warschauer Aufstand 1944 unterstützt hatten. Sie dienten vorrangig als Kuriere, um die Bewegungen der Besatzer oder die Ankunft der von den Kämpfern dringend benötigten Munition anzukündigen.

Etliche dieser Kombattanten verschanzten sich aber auch mit Granaten und Gewehren bewaffnet hinter Barrikaden oder warfen mit Benzin gefüllte Kanister gegen deutsche Panzer. Geschätzt zwei- bis dreitausend Kinder im Alter unter 15 Jahren hatten sich den Kämpfen angeschlossen. Oft taten sie dies sogar gegen den Protest der polnischen Kämpfer. Auch in der Zivilbevölkerung prangerten etliche den Einsatz von Kindern im Krieg an.

Denkmal des »kleinen Aufständischen«
Häuserensemble an der Altstadtmauer

Wenige Meter weiter treffen wir auf das Jan-Kilinski-Denkmal, welcher als Oberst im Warschauer Aufstand 1794 gegen die Russen gekämpft hat. Die Straße zwischen den beiden Denkmälern, die Rycerska, war übrigens vom 18. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Rotlichtviertel der Stadt.

Frauen, welche hier ihre Liebesdienste anbieten, haben wir zwar nicht gesehen. Einen leicht verruchten Eindruck aber strahlt dieser Bereich der Altstadt auch heute noch aus. Hinzu kommt der dichte städtische Verkehr, der hier bis an die Altstadtmauer heranreicht und ebenfalls nicht zum längeren Verweilen einlädt.

VG Wort
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