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Unterstetten

Wanderung Rigi-Kaltbad - Scheidegg - Urmiberg 2/5

Wanderweg von Kaltbad nach First
Sicht auf den Gipfel Rigi-Kulm, links Zahnradbahn

Bald lassen wir den ehemaligen Kurort Rigi-Kaltbad hinter uns und können erstmals die Aussicht über den Vierwaldstättersee genießen. Das einzige, was das weite Panorama stört, ist die dunkle Wolkenwand jenseits von Luzern. Auch über den Bergen auf der gegenüberliegenden Seite des Sees hängen einige Wolken.

Wo immer sich die Sonne durchkämpft, aber erstrahlen die Gipfel und Berghänge in einem dramatischen Licht. Verstärkt wird dieser Effekt überall dort, wo sich der Schnee bis in den August gehalten hat.

Annette ist noch guter Dinge
bequemer Wanderweg nach First und Unterstetten
Lars lernt, Schuhe zu binden

Zugleich sind wir froh, unsere windfesten Jacken angezogen zu haben. Denn auch wenn der breite und bequeme Wanderweg nie oberhalb von 1.700 m verläuft, ist es am morgens doch recht frisch auf der Rigi.

20 Minuten nach unserem Aufbruch in Kaltbad erreichen wir Rigi-First (1.453 m). Wer mag, kann hier auf den Felsenweg nach Unterstetten wechseln. Weil es geregnet hat und der Felsenweg einen sicheren Tritt verlangt, bleiben wir jedoch auf dem breiten Wanderweg und folgen den Schildern weiter Richtung Rigi-Schildegg.

Berglandschaft am Rigi, Blick zum Lauerzer See
Berglandschaft am Rigi

Damit wechseln wir auf die andere Seite des Bergs, sodass wir auf den Zuger See hinuntersehen können. Schauen wir zurück, haben wir immer wieder freie Sicht auf den Gipfel der Rigi. Zudem entdecken wir die blaue Zahnradbahn,

die zwischen Goldau am See und Kulm verkehrt, während wir selbst durch eine Berglandschaft mit sanften Kuppen und Tälern, saftig grünen Almen und Wäldern, vor allem aber etlichen Bergrindern wandern.

Viadukt der Panoramabahn Rigi-Kaltbad - Rigi-Scheidegg
Überbleibsel der Bahngeschichte

Dass wir dabei kaum Höhenmeter bewältigen müssen, hat einen einfachen Grund: Denn Teile der Höhenwanderung befinden sich auf der ehemaligen Trasse der Rigi-Scheidegg-Bahn. Sie wurde als Panoramabahn 1875 fertiggestellt und brachte ihre Fahrgäste von Rigi-Kaltbad bis zum Scheidegg. Die damals höchstgelegene Adhäsionsbahn (auch Reibungsbahn, da der Antrieb allein über die Haftung der Räder erfolgt) Europas war die zweite Schmalspurbahn der Schweiz.

Nach dem aufwendigen Bau, für den unter anderem ein 70 Meter langer Tunnel und eine 50 Meter lange Brücke bei Unterstetten errichtet werden mussten, aber hat sich die Panoramabahn leider nie rentiert. Am 21. September 1931 zogen die Betreiber die Reißleine und stellten den Betrieb ein.

Rigi Panorama
VG Wort
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