Hohle Gasse von Wilhelm Tell

Wanderung von Küssnacht durch die Hohle Gasse 3/5

Tja, durch diese hohle Gasse muss er kommen. Es führt kein anderer Weg nach Küssnacht. Wohl kein anderer Weg ist mit der Schweizer Geschichte so eng verbunden wie die Hohle Gasse, bei der sich Wilhelm Tell auf die Lauer gelegt hatte. Ist sein Meisterschuss mit der Armbrust,

bei dem er seinem Sohn Walter aus 80 Meter Entfernung einen Apfel vom Kopf geschossen haben soll, noch weitgehend bekannt, wissen außerhalb der Schweiz nur wenige, dass es der Nationalheld bei der Hohlen Gasse auf den Landvogt Hermann Gessler abgesehen hatte.

Wanderweg von Küssnacht zur Hohlen Gasse
Hohle Gasse - Ausblick vom oberen Rastplatz über Küssnacht zum Pilatus

Was der einerseits begnadete Schütze, andererseits aber einfache Bergbauer nicht geahnt hätte: mit diesen beiden Schüssen, mit denen er erst seinen Sohn rettete und später die Bürger von einem Tyrannen befreite,

entfachte er zugleich den Mut der Männer von Uri, Unterwalden und Schwyz. Sie hatten sich 1291 auf der Rütliwiese geschworen, sich von der Gewaltherrschaft der Habsburger Landvögte mit Gessler und Landenberg zu befreien.

St. Martins-Kapelle
Gymnasium von Küssnacht
Tellskapelle Hohle Gasse

Glaubt man der Legende, haben ein dummes Gesetz, Wilhelm Tells vorlautes Mundwerk und der Hochmut vom Landvogt zu der großen Wirkung geführt. So ließ Gessler eine Stange mit einem Hut auf dem Marktplatz von Altdorf aufstellen, die jeder grüßen sollte, als stünde er selbst dort. Nachdem Wilhelm Tell achtlos daran vorbeiging, hielten ihn die Soldaten fest.

Als Hermann Gessler hinzu kam und ihn fragte, warum er seine Gesetze missachte, erklärte Tell: »Warum soll ich eine Stange mit Hut grüßen? Das ist doch Schwachsinn.« Erzürnt will ihn Gessler einsperren lassen, bemerkte dann aber Tells Sohn Walter und kommt auf die Idee mit dem Apfel. Ein makabres Spiel, bei dem der Junge getötet werden soll, wenn Tell nicht trifft.

Hohle Gasse
Hohle Gasse - Blick zur Tellskapelle

Tell ist furchtbar nervös, aber er trifft. Allerdings hatte er noch einen zweiten Pfeil aus seinem Köcher genommen und bereit gelegt. Gessler fragt ihn, was er damit gewollt hatte? »Wenn mein erster Schuss fehl geschlagen wäre und meinen Sohn Walter getroffen hätte, so hätte mein zweiter Pfeil dich ganz sicher getroffen.«
Gessler lässt Tell festnehmen und will das ihm feindlich gesinnte Altdorf mit seinem Gefangenen so schnell wie möglich verlassen.

Trotz Sturmwarnung lässt er seine Männer von Flüelen aus nach Küssnacht segeln. In dem aufgewühlten Wasser droht das Schiff jedoch zu kentern. Da auch Hermann Gessler die Panik ergreift, soll der stark gebaute Wilhelm Tell das Boot sicher ans Ufer rudern. Trotz des Sturms schafft es Tell, das Boot ans Ufer zu steuern, springt dann aber von Bord und stößt es zurück in das aufgewühlte Wasser. Bei seiner Flucht rennt er durch die Hohle Gasse, wo er aus seinem Versteck heraus schließlich den zweiten Pfeil abschießt ...

Hohle Gasse von Wilhelm Tell
Wanderung von Küssnacht durch die Hohle Gasse
Aufstieg durch die Hohle Gasse

Nachdem wir bei Tells Kapelle eine Pause eingelegt haben, spazieren wir durch die Hohle Gasse. Wenn man die Geschichte kennt, ist es doch erstaunlich, wie kurz der Weg ist. Vom einen zum anderen Ende sind es gerade mal 250 Meter bis zum unteren Rastplatz. Der aber ist echt witzig. So gibt es zwar Abfallkörbe, Schulklassen und Gruppen aber dürfen diese nicht nutzen.

Sie sollen ihre Picknickabfälle in eigenen Säcken wieder mitnehmen. Ein paar Meter weiter weist ein zweites Schild darauf hin, dass der Grill grundsätzlich genutzt werden darf. Den Rest schenken wir uns, aber wir vermuten mal, dass Großfamilien nur maximal zwei Steaks auf einmal auf den Rost legen dürfen und Gruppen gebeten werden, nur kleine Würstchen zu grillen ...

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