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Bad Water - Salziges Wasser im Todestal

Tiefster Punkt Nordamerikas

Schritt für Schritt, Meter für Meter kämpften sich 1849 zwei Gruppen durch das unwirtliche Tal. Verfolgt von Banditen, hatten sich die Siedler in das Todestal geflüchtet, um eine Abkürzung des Old Spanish Trails zu finden und sich vor den Gangstern in Sicherheit zu bringen. Sicher waren sie, ja, vor den Schurken, die wussten, wie heiß es in dem Talkessel werden kann.

Einmal in das tief eingeschnittene Tal eingedrungen, war es ihnen aber nicht möglich, die erhoffte Abkürzung zu finden. Stattdessen irrten sie wochenlang durch das Tal. Neben dem Durst litten sie Hunger. Kein Bach und kein Wild konnten sie finden.

Todestal - Blick zum Bad Water
Sonnenuntergang im Death Valley

Wer dem Track angehörte, lernte zu leiden. Um in dieser Einöde überhaupt zu überleben, waren sie gezwungen, mehrere ihrer kostbaren Zugochsen zu schlachten und über einem Feuer zu garen, für das sie das Holz ihrer Planwagen verbrannten. Schließlich ließen sie ihre restlichen Wagen auf dem Talgrund zurück und fanden über den Wingate Pass einen Ausweg. Oben angekommen, soll sich eine der Frauen umgedreht und hinab gerufen haben: »Good bye, Death Valley!«

So böse die Geschichte klingt, die sich damals im Todestal abgespielt hat, so verwunderlich ist es, dass bis auf einem schon vorher altersschwachen Greis keiner der Gruppe bei der Durchquerung ums Leben gekommen sein soll. Nachdem William Lewis Manly, einer der tapferen Teilnehmer, seine Erinnerungen in »Death Valley in ‘49« autobiographisch festgehalten hat, bietet heute die gemeinnützige Organisation Death Valley ‘49ers Touren mit Westernatmosphäre durch das Tal an.

Lars bei Bad Water
Annette 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel

Wir hingegen fahren vom Zabriskie-Point ganz bequem in den Talkessel zum tiefsten Punkt Nordamerikas hinab. Auf halber Höhe passieren wir ein unscheinbares Schild. Eigentlich wäre es einen Fotostopp wert. Denn immerhin markiert es die Höhenlinie, ab der wir uns unterhalb des Meeresspiegels befinden.

Doch die Sonne verschwindet bereits hinter der Bergkette im Westen und bis zum Talgrund mit dem Badwater Basin sind es noch einige Meilen. Mit anderen Worten: Die Zeit drängt.

Salzkruste im Death Valley Nationalpark
Death Valley - Bad Water

Dort angekommen, lesen wir, dass wir uns 282 Fuß oder 85,5 Meter unterhalb des Meeresspiegels befinden. Nach ein, zwei Standardbildern beim Badwater-Schild spazieren wir den fest getretenen Pfad zum seichten, salzigen Wasser von Badwater. Kaum vorzustellen, dass sich einmal ein 200 Meter tiefer See befand, der vor 3.000 Jahren austrocknete.

Auch heute noch gibt es ab und zu heftige Regenfälle, die den Talboden mit Wasser bedecken. Die Lebensdauer der dadurch entstehenden Seen ist jedoch sehr gering. Denn der durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von weniger als 5 cm steht eine mögliche Verdunstung von 381 cm gegenüber. Mit anderen Worten: ein dreieinhalb Meter tiefer See würde binnen eines Jahres völlig austrocknen.

Death Valley - Bad Water

Da schon bei der Ankunft an Badwater klar ist, dass wir die letzte Station des Ausflugs erreichen, wenn es bereits Nacht ist, bleiben wir doppelt so lang wie zunächst vorgesehen und lassen unsere Blicke über die Salztonebene und die schneebedeckte Gebirgskette dahinter schweifen.

Erst, als es dämmrig wird, schlendern wir gemütlich zum Bus zurück und fahren weiter zur Furnace Creek Oase mit dem Besucherzentrum, wo wir noch eine längere Pause einlegen. Auch hier gibt es natürlich reichlich Möglichkeiten, US-Dollar in Souvenirs umzutauschen. Wir indes bleiben unbeschwert, eh es dann am Ende eines langen Tages zurück nach Las Vegas geht.

Video Death Valley mit Bad Water - Tal des Todes

Ausflug in den Death Valley Nationalpark mit Eindrücken vom Zabriskie-Point und Bad Water.
VG Wort
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