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Über dem Grand Canyon

Hubschrauberflug über den Colorado River

Grand Canyon
Canyon-Landschaft des Colorado River

In einer Fernsehserie habe ich mal die Frage gehört, was ein Journalist macht, wenn für ihn etwas unbeschreiblich ist. Die Antwort war einfach: »Er fotografiert es.« Ja, das ist dann wohl auch die einzig vernünftige Lösung für die Aussicht hinab in den Grand Canyon. Wir haben großes Glück mit dem Wetter, erklärt uns Heather. Schon wieder Glück? Oh ja, und was für eins.

Ich meine, wir sehen den Grand Canyon mit Schnee. Während sich der Colorado River weit unter uns schmutzig-braun durch die Landschaft schlängelt und die unteren Gesteinsschichten in verschiedenem Rot leuchten, werden die oberen, schrägeren Schichten vom Weiß des Schnees dominiert. Welch ein geiler Kontrast!

Schnee auf den Schichten des Grand Canyon
Colorado River
Grand Canyon

Was macht es da schon aus, dass ein besonders markanter und mit Namen versehener Fels auf der von mir aus gesehen falschen Seite emporragt? Unter mir ist eine Landschaft wie Pommes rot-weiß (Colorado River, Sandstein, Schnee).

Es ist diese unglaublich Weite, die man sich allein vom Hörensagen nicht vorzustellen vermag. Schlucht an Schlucht, Canyon an Canyon reiht sich in dem geologischen Labyrinth aneinander, getrennt von unüberschaubaren Felswänden, Graten und auch dem ein oder anderen Zeugenberg.

Grand Canyon im Winter
Blick aus dem Hubschrauber über den Grand Canyon

Dass es auf den hinteren Sitzen des Hubschraubers trotz Sitzheizung zieht wie Hechtsuppe, mich kann es nicht stören. Ich sitze vor dem schmalen Spalt des hinteren Einstiegs, sodass die kalte Luft eh nur mein rechtes Knie streift. Und selbst wenn, ich kenne Fotografen, die sich bei ähnlich kalten Verhältnissen angeleint aus dem Hubschrauber hinausgelehnt haben, um die bestmöglichen Bilder zu schießen.

Aber überlassen wir das den Waghalsigen. Mit etwas Beweglichkeit reicht auch der kleine Ausguck neben mir, um vernünftige Ergebnisse zu erzielen. Wobei, Annettes Platz hätte ich natürlich auch gerne gehabt. Sie konnte zur Seite, nach vorne und außerdem schräg nach unten durch den Glasboden im vorderen Bereich des Helikopters hinab auf den Grand Canyon sehen.

Hubschrauberflug über den Grand Canyon
Annette nach dem tollen Hubschrauber-Rundflug über den Grand Canyon

Gut und gerne würden wir es ein bis zwei Stunden oder auch nur bis zum Sonnenuntergang über dem Grand Canyon aushalten. Langeweile käme hier sicher keine auf. Als wir nach einer knappen halben Stunde wieder auf dem Fluggelände von Papillon aufsetzen, sind wir aber auch so einig: der Flug mit dem Hubschrauber ist teuer - und er ist jeden einzelnen US-Dollar wert.

Wenn wir sehen, was wir schon in anderen Ländern für Ballermann-Ausflüge gezahlt haben, können wir sicher sagen: trotz allem Massentourismus’ und jeder Strapazierung der Landschaft in den Werbeprospekten für Arizona haben wir beim und über dem Grand Canyon ein unvergessliches, einmaliges Erlebnis erfahren dürfen, das bei einer Rundreise durch den Westen nicht fehlen darf.

Helikopter-Rundflug über den Grand Canyon

Eindrücke vom Glen Canyon Staudamm und Rundflug mit dem Helikopter über den Grand Canyon im Winter.
VG Wort
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