Anzeige

Aufstieg zum Thaneller-Gipfel

Bergwanderung von Berwang auf den Thaneller 4/5

Lechtaler Alpen
Aufstieg über den Südgrat auf den Thaneller

Die letzte Etappe unserer Thaneller-Wanderung verläuft zunehmend windig. Es ist ungemütlich - und außerdem müssen wir uns sputen, wenn wir heute die ersten auf dem Gipfel sein wollen. Denn auch wenn wir statt der angeschriebenen 3:20 Stunden von Berwang bis zum Gipfel nur 2:30 Stunden benötig haben, 

taucht hinter uns auf einmal ein älterer Herr auf, der schnell näher kommt. Als er den Thaneller-Gipfel zehn Minuten nach uns erreicht, meint er, dass er erst vor 1 Stunde 45 Minuten in Berwang gestartet und dies nur die Vorbereitung für eine größere Gletschertour sei. 1.000 Höhenmeter als lockeres Aufwärmtraining? Unfassbar.

Aufstieg zum Gipfelkreuz
der nächste Wanderer erreicht den Gipfel

Nachdem Annette uns im Gipfelbuch eingetragen hat, spazieren wir noch ein paar Meter weiter. Bald aber endet der Wanderpfad und erklärt ein Schild, dass hier kein Abstieg möglich sei.

Als wir sehen, wie steil es vorm Ende des Pfads auf beiden Seiten zugleich hinunter geht, glauben wir dies gerne - zumal die Nebel- und Wolkenschwaden an der steileren Seite keine Sichtweite zulassen.

Aufstieg oben auf dem Thaneller
Gipfelkreuz auf dem Thaneller
Rückweg nach Berwang

Als wir die nächsten Wanderer auf dem Südgrat entdecken, verlassen wir den Gipfel wieder und verlagern unsere wohlverdiente Pause in einen windgeschützten, etwa 200 Meter tieferen Bereich. Wobei wir bald von den Alpen-Krähen Gesellschaft bekommen.

Ohne Scheu hüpfen sie vor uns herum und hoffen auf ein Stück Brot. Leider haben wir keines dabei; mit Apfelstücken geben sie sich aber auch zufrieden. Bis ich schließlich den Apfelrest in ihre Richtung werfe und sich eine der Krähen damit in die Tiefe stürzt.

Pause auf 2100 m
Alpenkrähe

Beim anschließenden Abstieg laufen wir direkt in die Wärme des Berwanger Tals hinein. Gut, so richtig warm ist es natürlich nicht. Wenn man von einem eisigen, windexponierten Gipfel zurück in den windstillen Wald kommt, reichen aber schon wenige Grad Unterschied, dass es in der Jacke zu warm wird. Als wir die Alm mit den Rindern und Pferden wieder erreichen,

bedauern wir dann auch, dass wir schon wieder nach Hause fahren müssen. Denn während unserer Thaneller-Tour ist das Wetter im Tal richtig schön geworden, sodass sich auch die Blüten der vielen Silberdisteln zu beiden Seiten des Wanderwegs geöffnet haben. Mit diesen letzten Eindrücken verlassen wir die Lechtaler Alpen an einem milden Herbsttag - Ende August.

Bergrind bei Berwang
Silberdisteln mit Falter
VG Wort
Anzeige