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Santiago del Teide

Nach gut 20 Minuten auf dem Camino erreichen wir einen kleinen Felsrücken. Sehen wir links von uns immer noch auf das weite Santiagotal, erblicken wir vor uns das Dorf Las Manchas und die als Kegel hoch aufragenden Montaña Bilma (1372 m). Das einzige, was die idyllische Landschaft trübt,

ist der Straßenlärm, der von der TF82 hoch schallt. Das kann uns aber nicht daran hindern, eine Rast einzulegen, bevor es hinab ins Tal geht. Wobei das Schöne am Abstieg ist, dass der Lärm allmählich abebbt und wir erneut in eine ganz andere Landschaft kommen.

Auf dem Weg ins Lavafeld
Blick über das Santiagotal zum Pico del Teide

Am Fuße der Moñtana de la Hoya gabelt sich der Camino bei ein paar Kiefern. Hier folgen wir dem Hauptweg (geradeaus) und durchqueren zehn Minuten später ein junges, karges Lavafeld. Immer wieder sehen wir Eidechsen, die vor uns in die Lücken der aufgeschichteten Steinmauer huschen. Dennoch fällt uns das Vorankommen im fast ebenen Gelände schwerer,

da der Camino in diesem Abschnitt aus abgerundeten Lavasteinen besteht, die unter unserem Gewicht nachgeben. Besonders gilt dies für einen Bereich, in dem der Weg direkt nacheinander zwei Pisten kreuzt (ein Teil des Weges ist verschüttet, sodass man besser einen Bogen über die zweite Piste läuft).

TF375
Zentrum von Santiago del Teide

Als der Camino schließlich in die TF375 mündet und ich mich nach meinen Eltern umdrehe, wird mir außerdem klar, warum es »Santiago del Teide« heißt. Denn hinter uns haben wir freie Sicht auf den Pico del Teide. Von hier sind es nur noch ein paar Meter bis Santiago.

Zumindest, wenn man der Hauptstraße folgt. Schöner aber ist es, über den im Rother beschriebenen Umweg in die Stadt zu wandern. Landschaftlich ändert sich dabei zwar nichts, aber dafür muss man auch nicht fortwährend auf den Verkehr achten.

Kreuzweg unterhalb von Santiago
Santiago del Teide

Drei Stunden ab dem Start in Tamaimo erreichen wir Santiago del Teide und sind dann, da es mittlerweile warm geworden ist, alle ein wenig geschafft. Ist aber auch nicht weiter schlimm, weil es in Santiago genug Bars und Restaurants gibt, die auf durstige Wanderer warten.

So also gönnen wir uns eine ausgiebige Pause mit Trinken, Kuchen und zum Abschluss einem Eis, bevor wir die letzte Etappe der Wanderung in Angriff nehmen.

VG Wort
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