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Vorbereitung und Planung für Afrika

die Einladung nach Südafrika

Normalerweise sind wir es, die unsere Reiseziele wählen. Bei Südafrika verhielt es sich anders. Hier hat sich das Reiseziel uns ausgesucht. Aber der Reihe nach:
Ein Jahr zuvor erlebten wir eine wunderschöne Hausboottour auf dem Canal du Midi. Durch die Vielzahl an Schleusen kommt es auf dem Kanal regelmäßig zu Wartezeiten. Und eben diese eröffnen einem reichlich Möglichkeiten, mit anderen Bootstouristen ins Gespräch zu kommen. Verwundert mussten wir dabei feststellen, dass auffällig viele Neuseeländer und Südafrikaner auf dem Kanal unterwegs sind. Was bewegt diese Leute dazu, eine Hausboottour im Süden Frankreichs zu unternehmen? Auf die Südafrikaner übt das Wasser eine fast magische Anziehungskraft aus.

So komme ich bei einer der Doppelschleusen mit Bernard ins Gespräch. Wie ich hat auch er die Arbeit außerhalb des Bootes übernommen. Also helfen wir uns gegenseitig mit den Seilen. Kurz bevor sich unsere Wege trennen, meint er, wir sollen ihn mal in Südafrika besuchen. Klar, immer gerne. Flugs gebe ihm ich eine Visitenkarte, auch wenn ich der spontanen Einladung nur wenig Bedeutung beimesse. Denn trotz mittlerweile unzähliger Reisebekanntschaften hält sich die Anzahl der Rückmeldungen doch in engen Grenzen. Zudem werden Südafrikaner in Südafrika-Foren zwar als umgänglich und offen beschrieben. Andererseits aber auch als sehr oberflächlich.

junger Elefant in Pilanesberg
das Voortrekker Monument bei Pretoria

Einige Wochen später steht unser Bericht über die Midi-Pyrénées vor seiner Vollendung und plane ich pünktlich zur Adventszeit den nächsten Sommerurlaub. Es soll eine große Balkanrundreise mit Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina werden. Sowie die einzelnen Stationen feststehen, erreicht uns eine E-Mail aus Südafrika. Es ist Bernard, der fragt, wann wir ihn und seine Familie besuchen kommen wollen?

Ich bin ehrlich. Südafrika stand bisher nie auf unserer Wunschliste. Besser gesagt: auf meiner. Weit verbreitete Berichte über die hohe Kriminalität sind keine Werbung. Außerdem waren wir ja bereits in Namibia … Lars hingegen ist sofort hellauf begeistert. Wir reden uns noch etwas Bedenkzeit während einer Rundreise durch Myanmar ein. Tatsächlich aber steht schon am Tag der Einladung fest: Wir reisen nächsten Sommer nach Südafrika.

Anne und Lars bei der Cullinan Diamond Mine
bei der Cullinan Diamond Mine

Trotzdem bleibe ich skeptisch. Soviel habe ich mit Bernard nun auch nicht geredet. Und an sein Aussehen kann ich mich nur blass erinnern. Warum lädt er uns überhaupt ein? Hat er einen Löwen im Garten und sucht Lebendfutter? Da hilft auch sein Versprechen wenig, dass wir mit seiner Einladung keinerlei Verpflichtungen eingehen. Ja, wenn ich Futter für meinen Löwen bräuchte, würde ich das auch behaupten. Doch was meint Lars dazu: »Das wird schon irgendwie passen.«

Er vertraut den Mails von Bernard, der bald eine ganze Reihe Ausflugsziele vorschlägt. So stellen wir eine Rundreise durch den Nordosten des Landes zusammen, welche sich hauptsächlich auf Natur und Tiere konzentrieren soll. Und auch wenn mir bei dem Gedanken, völlig fremde Leute zu besuchen, etwas flau im Magen wird, wächst die Vorfreude auf die Reise auch bei mir von Tag zu Tag.

Impala in Pilanesberg

Wir wollen so viel wie möglich von Südafrika haben. So sparen wir uns den obligatorischen Urlaubstag fürs Packen. Stattdessen holt mich Lars von der Arbeit ab und müssen wir drei Stunden später nur noch aufs Taxi zum Flughafen warten. Blöd nur, dass sich ausgerechnet dieses um über zwanzig Minuten verspätet. Nach der inzwischen riesengroßen Vorfreude wächst damit auch meine Nervosität bis weit über jedes gesunde Maß.

Natürlich kommen wir trotzdem rechtzeitig in Zürich-Kloten an, und sitzen dann auch schon bald im Flieger. Zur Feier des Tages ergattert Lars beim Einsteigen zwei Gläser Sekt. So genießen wir den guten Service der Swiss und schlummern langsam der Nacht entgegen. Immer mit dem guten Gefühl, am nächsten Morgen in Südafrika aufzuwachen.

VG Wort
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