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Schottisches Private Game in Swasiland

mit Angus McCloud durch das Mlilwane Wildlife Sanctuary

Wir sitzen auf der Terrasse vom Camp-Restaurant und trinken Cappuccino. Nebenher beobachten wir einen Schlangenhalsvogel, wie er auf Fischfang im See geht und sich danach sein Gefieder auf einer Sandbank wieder trocknet. Gleich dahinter liegt ein riesiges Krokodil. Wie wir es schon mehrmals beobachtet haben, fällt auch dieses kaum auf.

Beiläufig kommen wir mit Angus McCloud ins Gespräch. Er ist zwar Schotte, lebt aber seit zig Jahren in Swasiland und fühlt sich hier sichtlich wohl. Ins Mlilwane Wildlife Sanctuary kommt er im Schnitt alle zwei Monate, um Ruhe zu suchen. Er mag nicht so viele Leute, bemerkt er, fügt dann aber an: »Andererseits teile ich mich anderen (Europäern) aber auch gerne mit.«

eine Herde Roan Antilopen, auch Pferdeantilope, im Mlilwane Wildlife Sanctuary

Neben der Ruhe liebt Angus auch die Tiere im Wildlife Sanctuary. Er fährt nach dem Essen eine Runde durch das große Gebiet. Ob wir ihn heute begleiten wollen? Na klar, denn Angus gibt auch einen sympathischen Guide ab, der uns einiges zu erzählen weiß.

Die Swasis seien ein Einzelvolk und daher sehr friedlich, weshalb Swasiland zu den sichersten Ländern Afrikas zähle. Der König Mswati III. sei darauf bedacht, seltene Tiere zu schützen und zu züchten. Dadurch habe er auch großen Einfluss auf solche Anlagen wie das Mlilwane Wildlife Sanctuary.

ein Paradieskranich im Mlilwane Wildlife Sanctuary
Angus McCloud und Anne im Mlilwane Wildlife Sanctuary
und das Hippo reißt das Maul auf...

Was der König außerdem zu schützen versucht, sind alte Traditionen wie die Polygamie. Doch während sein Vater Sobhuza II. noch mit 70 Frauen verheiratet war und etwa 210 Kinder zeugte, heiratete Mawati 2017 gerade mal seine 14. Ehefrau. Denn Frauen sind heutzutage teuer. Hatten sich Sobhuzas Frauen noch mit traditioneller Kleidung zufrieden gegeben, bestehen Mawatis Gattinnen auf teure Einkaufsreisen ins Ausland und hochpreisige deutsche Automarken. Große Paläste und der aufwendige Lebensstil des Königs stiften nunmehr Unmut im Land.

Swasiland ist eines der weltweit ärmsten Länder, hat dafür aber die höchste AIDS-Rate und, damit verbunden, die niedrigste Lebenserwartung. Doch was macht der König? Er führt sein Land in den Staatsbankrott. Da kann ein Volk noch so friedlich sein. Es kommt immer wieder zu Massenprotesten, welche von der Polizei niedergeschlagen werden. Schließlich führt der König die letzte absolutistische Monarchie Afrikas. Um diese zu bewahren, sind Parteien und sonstige politische Betätigungen bis dato schlichtweg verboten.

Flusspferde auf der Hippoinsel - Mlilwane Wildlife Sanctuary
eine Roan Antilope, auch Pferdeantilope, im Mlilwane Wildlife Sanctuary

Aber wir sind ja hier, um Tiere zu sehen. Und Antilopen leben im Mlilwane Wildlife Sanctuary jede Menge. Die seltenen unter ihnen werden gezüchtet und sollen später ausgewildert werden. Warum einige fast handzahm sind? Es gibt hier keine Wildkatzen, vor denen sich die Tiere hüten müssen.

Und im Menschen sehen sie keine Gefahr. Zurückhaltender sind jedoch die Roan-Antilopen oder auch Pferdeantilopen. Sie zählen zu den bedrohten Arten Afrikas und sind der Stolz im Zucht- und Vermehrungsprogramm des Parks.

ein Steinböckchen im Mlilwane Wildlife Sanctuary
Steinböckchen im Mlilwane Wildlife Sanctuary

Nahe der Pferdeantilopen schreiten einige Paradieskraniche durch das trockene Gras. Einige von ihnen waren verletzt. Sie wurden hier aufgepäppelt und dann wieder in die Freiheit entlassen. Die Kraniche denken aber gar nicht daran, das Weite zu suchen, sondern haben sich für ein Leben in der sicheren Umgebung entschieden. Wir passieren einige Gatter und fahren hoch auf den Mlilwane Hill.

Unterwegs erblicken wir mehrere hübsche Steinböckchen im verdorrten Gras und einige Kuhantilopen. Der Weg wird holpriger und führt schließlich in den Wald. Hier befindet sich die idyllische Reilly's Rock Hilltop Lodge. Angus ist dort ein alter Bekannter und ermöglicht uns einen Rundgang durch die Gebäude. Nach der Nacht in unserer zugigen Hütte sehen wir wehmütig in die elegant eingerichteten Zimmer. Auch der Garten ist richtig romantisch.

Rauchschwalbe beim Mlilwane Wildlife Sanctuary
Warzenschweine beim Mlilwane Wildlife Sanctuary

Gerne hätten wir mehr Zeit in der Hilltop Lodge verbracht. Jetzt noch umzubuchen scheint aber utopisch. So fahren wir also wieder hinab in die Ebene, wo wir einen weiteren Halt bei der Hippo-Insel einlegen. Hier schlummern Nilpferde und Krokodile friedlich nebeneinander. Doch der Friede trügt.

Junge Hippos können durchaus auf die Speisekarte der Krokodile rutschen. Deshalb schlafen sie zum Schutz zwischen ihren großen Mamas. Die Sonne scheint und die Tiere stehen gemächlich auf. Bald ist wieder Badezeit. Wir fahren langsam zum Resort zurück und danken Angus McCloud für diesen wunderbaren und überraschenden Nachmittag, den wir mit ihm erleben durften.

junger Wasserbock im Mlilwane Wildlife Sanctuary
Paradieskranich im Mlilwane Wildlife Sanctuary

Game Drive im Mlilwane Wildlife Sanctuary

Privater Game Drive im Mlilwane Wildlife Sanctuary im Swasiland. Aufnahmen von Roan Antilopen, Kranichen und Steinböckchen. Besuch der Reilly's Rock Hilltop Lodge.
VG Wort
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