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Geschichte Pilanesberg

von der Trophäenjagd zum Game-Drive-Park

Kudu in Pilanesberg
Nashorn in Pilanesberg

Der Nationalpark Pilanesberg liegt in einem alkalischen Vulkankrater, der natürlich längst erloschen ist. Umgeben ist der Krater von einer Hügelkette, in welcher der Pilanesberg mit seinen 1.687 Metern die höchste Erhebung der North-West Province bildet.

Bis Mitte der 1970er Jahre wurde die Region von Farmern bewirtschaftet, welche zur Nationalparkgründung auf neue Siedlungsgebiete ausweichen mussten. Weitaus spektakulärer verlief die Operation »Genesis«. Hierzu wurden tausende große Säugetiere wie Löwen, Nashörner, Elefanten und Antilopen in den neuen Nationalpark umgesiedelt.

Malatse Dam in Pilanesberg

Erklärtes Ziel war, mit Pilanesberg einen zusätzlichen Köder für reiche Touristen zu schaffen. Für diese Zielgruppe wurde parallel zum Park die Vergnügungsstadt Sun City – also das Las Vegas Südafrikas – aus dem Boden gestampft. Die ehemalige Bevölkerung indes zeigte nur wenig Begeisterung für den 570 km² großen Park. Für sie verschwand mit den Wildtieren eine traditionell wichtige Nahrungsquelle.

Um den Kritikern den Wind aus dem Segel zu nehmen, beteiligte der erste Parkdirektor, Jeremy Anderson, die Bevölkerung an dem Park. Dazu zählte, dass er das Fleisch überzähliger Tiere an diese weiter gab. Zudem ging das Geld der reichen Trophäenjäger direkt an die angrenzenden Siedlungen, wo neue Arbeitsplätze entstanden.

Anne beim Malatse Dam in Pilanesberg
sicherer Gang beim Rathlogo Hide in Pilanesberg
Giraffe in Pilanesberg

Die Trophäenjagd ist inzwischen eingestellt. Heute freuen sich die Touristen an den lebenden Tieren. Zehn Minuten nach dem Start unserer Rundfahrt erspähen wir ein Elefant im Gestrüpp. Wir machen langsam und wollen ihn beobachten. Leider zeigt der Fahrer hinter uns weniger geduldig und überholt uns. So läuft das Tier direkt vor denen über die Straße und ist uns der Blick versperrt.

»Wenn wir Glück haben und der Bulle stinkig wird, bekommen wir vielleicht spektakuläre Aufnahmen«, mutmaßt Lars. Aber es gibt in Pilanesberg reichlich Elefanten. Und die nächste Herde lässt nur kurz auf sich warten. Diesmal sind einige Jungtiere dabei – soooo schön. Zwischen drin sehen wir außerdem mehrere Nashörner.

Schopffrankolin in Pilanesberg

Etwa zur Mittagszeit verlassen wir die asphaltierte Park-Hauptstraße und fahren auf Nebenstrecken zum Mankwe Dam. Auf dem Weg dorthin treffen wir einen geführten Game Drive und berichtet uns der Guide von einem Leoparden in einem nahen Baum. Tatsächlich haben wir den besagten Baum bald gefunden. Zu erkennen ist dieser allein schon an der Menge Autos auf den Pisten drum herum.

Einzig vom Leoparden fehlt inzwischen jede Spur. Offenbar war der plötzliche Tumult der meist im Verborgenen lebenden Großkatze zu viel. Ohne die erhofften Leoparden-Bilder machen wir wenig später Mittagspause am Mankwe Dam. Dort dürfen wir aussteigen und einen Picknickplatz besuchen. Leider empfängt uns ein kräftiger Sturm auf der Anhöhe über dem See, sodass sich nur ein kurzer Aufenthalt lohnt.

Landschaft in Pilanesberg
Nashorn in Pilanesberg

Am Nachmittag begegnen uns hauptsächlich Antilopen. Wir klappern einige Wasserlöcher in den Senken von Pilanesberg ab. Auch an diesen Stellen darf man das Auto verlassen und ermöglichen zum Teil Beobachtungshütten einen besseren Einblick in die Tierwelt des Nationalparks. Allerdings suchen bei unserem Besuch nur wenige Tiere das Wasser auf.

Dafür herrscht auf den Nebenpisten weniger Verkehr und haben wir das Glück, nur einen Steinwurf von der Straße entfernt Nashörner zu entdecken. Wie es scheint, suchen die Dickhäuter am Malatse Dam ihre Ruhe. Mit diesem schönen Eindruck machen wir uns langsam auf den Rückweg, auch wenn uns für die Big-5 immer noch drei fehlen.

Video Game Drive im Pilanesberg Nationalpark

Game Drive im Nationalpark Pilanesberg. Aufnahmen von Flusspferden, Elefanten, Gnus, Nashörnern und weiteren Tieren.
VG Wort
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