Anzeige

Sundowner-Game-Drive

abendliche Suche nach dem Leoparden im Krüger Nationalpark

In Namibia waren die geführten Game Drives in den offenen Jeeps immer sehr schön und mit reichlich Tiersichtungen verbunden. Allein deshalb hatten wir bei SANPARK für unsere Zeit im Shingwedzi Camp einen Sundowner-Game-Drive gebucht. Wir sind pünktlich um viertel nach fünf beim Treffpunkt und können es uns sogleich auf dem Jeep gemütlich machen.

Gegen die Kälte sind genügend Decken vorhanden. Es kann los gehen. Das heißt, es könnte, denn leider verspäten sich ein paar Teilnehmer. Ihnen werden fünf Minuten eingeräumt, eh wir aufbrechen. Immerhin sollen wir den Sonnenuntergang während der Fahrt und nicht schon im Camp erleben.

Zebras beim Shingwedzi-Camp

Die Tour führt uns entlang des Shingwedzi-Flusses in das Buschland. Schon bald kreuzen Giraffen die Piste und sehen wir mehrere Antilopenherden. Am Fluss ruhen riesige Krokodile. Sie scheinen satt zu sein. Denn Sattelstörche und Nilgänse suchen zwischen den Panzerechsen unbekümmert nach Essbarem. Plötzlich rennt ein Honigdachs vor das Auto und schnappt nach irgendetwas.

Er ist aber auch genauso schnell wieder im Gestrüpp verschwunden und, weil der Jeep noch kräftig schaukelte, leider nur unscharf auf unserem Foto zu erkennen. »Ja, im Busch muss man jederzeit mit der Kamera bereit sein«, witzelt unser Guide und Fahrer in Personalunion. »Ich war bereit«, grummelt Lars zurück. Er mag ihn nicht.

Elefant in der Abendsonne beim Shingwedzi-Camp
Elefant beim Shingwedzi-Camp

Ein Stück weiter treffen wir auf eine Autokolonne. Hier scheinen Löwen auf der Lauer zu liegen. Und tatsächlich: in der Ferne sehen wir ein Löwenmännchen in der Abendsonne sitzen. Ganz in seiner Nähe ruht ein Weibchen und gähnt genussvoll vor sich hin. Dahinter trabt eine Elefantenherde hinunter ans Flussufer. Es ist richtig schön hier.

Unser Guide erzählt uns von den Zebras. So ist das für uns kaum unterscheidbare Streifenmuster wie ein Fingerabdruck. Zebramütter stehen deshalb mit ihrem Jungtier die ersten paar Tage alleine. Das Jungtier muss immer wieder um seine Mama herumlaufen und sich ihr Muster einprägen. Erst dann geht es zurück zur Herde.

Elefanten und Löwe beim Shingwedzi-Camp
gähnende Löwin beim Shingwedzi-Camp

Minuten später senkt sich die Nacht über den Shingwedzi. Flugs werden Lampen verteilt. Wir sollen in die Baumwipfel leuchten und Leoparden finden. Eine Leopardensichtung wäre natürlich das Highlight unseres Game Drives. So wird eine Französin in der Reihe vor uns bald garstig, weil ihr Mann scheinbar falsch in die Büsche leuchtet. Sie übernimmt seine Lampe und findet tatsächlich … auch keinen Leoparden. Das wäre auch zu einfach gewesen. Leider ist unser Guide alleine und vollauf damit beschäftigt, keinen Elefanten im Dunkeln zu rammen.

Ein zusätzliches gekonntes Auge wäre hier sicher von Vorteil. Und als wir es schon gar nicht mehr glauben, leuchten uns plötzlich zwei Augen aus einem Baumwipfel an. Im Schein zweier Lampen können wir zweimal kurz nacheinander die Silhouette einer Katze klar erkennen. »Du, da war ein Leopard«, bemerkt Lars. Blöd nur, dass unser Guide mittlerweile recht schnell unterwegs ist. Bis wir ihn gestoppt haben und rückwärts fahren, ist es schwer, den Baum von vor 50 Metern wieder zu erkennen. Schade eigentlich.

Krokodile und Nilgänse beim Shingwedzi-Camp
Nilpferde beim Shingwedzi-Camp

Wir kommen zu dem Entschluss, dass wir solch einen Game Drive auch mit dem eigenen Auto hätten unternehmen können. Die gesamte Fahrt verlief auf den gewöhnlichen Wegen des Parks und spätestens im Dunkeln braucht es einfach jemanden, der sich im Busch auskennt und weiß, worauf er achten muss. Und dieser hat bei dem Abend Game Drive des SANPARK schlichtweg gefehlt.

VG Wort
Anzeige