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Abendspaziergang

bis es dunkel wird im Bushveld

Für unseren Abendspaziergang gibt mir Bernard eine Karte über das Game Reserve Shona Langa. Auf dem Areal leben jede Menge Tiere, die aber alle ungefährlich sein sollen. Da Bernard selbst ein großer Naturliebhaber ist, beschließt er, uns durch das Reserve zu führen.

Wir stapfen also zu dritt über die staubigen Wege und genießen die wärmende Abendsonne. Die Tiersichtungen jedoch halten sich in Grenzen. Einzig ein paar Schopffrankoline, die zur Familie der Fasanenartigen zählen, huschen vor uns über den Weg. Im Sand selbst entdecken wir etliche Fangtrichter der Ameisenlöwen.

Abendspaziergang durch Shona Langa
Trichter der Ameisenlöwen

Dafür weiß Bernard einiges über das viele dornige Gestrüpp und die Bäume zu erzählen. Nach diesen sind auch die Wege im Shona Langa benannt. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir den großen See des Game Reserve. Im Licht der Dämmerung tummeln sich Weißbrustkormorane und Löffler in ihrem Nachtlager auf den Bäumen.

Apropos Nacht: es wird langsam dunkel und Sonja hat extra betont, dass wir vor der Dunkelheit zurück sein müssen. Leider fehlt es Bernard etwas an Orientierung. Wo denn ist die Karte sei? Ja, die habe ich im Haus liegen gelassen, nachdem Bernard gemeint hat, dass er mitkommt.

Nachtlager der Löffler und Weissbrustkormorane
Weissbrustkormorane in Shona Langa

Unser schlauer Lars orientiert sich an den restlichen Sonnenstrahlen, später am Mond, zuletzt an den Sternen. Wann wird uns Sonja wohl suchen kommen? Egal, denn plötzlich erscheint direkt vor uns ein Nyala in der Dämmerung. Der Nyala oder auch Flachland-Nyala, der zur Gruppe der Waldböcke gezählt wird, galt lange Zeit als eine der seltensten Antilopenarten.

Durch Schutzmaßnahmen und Zuchtprojekte, wie sie auch das Shona Langa Reserve betreibt, konnten sich die Bestände wieder erholen. So blickt uns das Tier neugierig, aber auch vorsichtig entgegen. Auf seinem Rücken sitzt ein Madenhacker und befreit es von Ungeziefern. Das Männchen unterscheidet sich stark vom Weibchen, weil es neben den Hörnern auch eine buschige Mähne trägt.

Njala im Reserve Shona Langa
Sonnenuntergang bei Shana Langa
Bernard mit der Eisensäge ...

Schöne Sache, doch wird es nun wirklich Zeit, zurückzukommen. In Südafrika wird es sehr schnell dunkel und an künstlicher Beleuchtung wird im Bushveld natürlich gespart. Zum Glück führt uns Lars' Orientierungssinn zu einer beschilderten Kreuzung, von der es nur noch ein kurzer Rückweg zum Haus ist. Augenblicke später herrscht im Bushveld stockfinstere Nacht. Jetzt brauche ich nur noch etwas warmes zum Anziehen. Denn mit der Dunkelheit wird es rasch empfindlich kühl. Damit stehe ich wieder vor meinem zwischenzeitlich vergessenen Kofferproblem. Leider lässt sich das Zahlenschloss auch mit X Versuchen nicht öffnen. Zum Glück sind solch verschlossene Koffer für Südafrikaner nicht mehr als eine leicht zu lösende Lappalie. Bernard holt eine Säge und schon hab' auch ich einen warmen Pullover zum Anziehen …

VG Wort
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