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Weherahena-Tempel

Gut fünf Kilometer östlich von Matara kommen wir zum Weherahena-Tempel. Ob sich der Besuch allein wegen der 39 Meter hohen Buddha-Statue lohnt? Weiß ich nicht.

Wohl birgt der Tempel in seinem unterirdischen Bereich 20.000 Gemälde, welche den Lebenslauf Buddhas darstellen, sowie eine Ausstellung von Palmblattmanuskripten.

Weherahena-Tempel bei Matara
unter der Erde sind hier über 20.000 Gemälde zu sehen

Direkt neben dem Buchkiosk beginnt ein Tunnel, welcher über und über mit Buddha-Bildern bemalt ist. Im Innern des an sich recht kitschigen Gebäudes ist es angenehm kühl. Leider sind wir einmal mehr in Begleitung. Denn der Mönch hat wenig Sinn für unsere eigene Entdeckungs- und Interpretationsfähigkeit der Gemälde.

So erkennen wir auch ohne seine eilig vorgetragenen Erläuterungen den Inhalt der Bilderreihen, die Geburt, das Heranwachsen, die Verführung durch einen Dämon und vieles weiteres aus den Leben Buddhas. Diese nämlich sind nichts anderes als Bilderbücher, die sich von ganz alleine erklären.

...und ewig lockt das Fleisch...
Buddha-Gemälde
sitzender Buddha im Weherahena-Tempel

Mehr Zeit nimmt sich der Mönch dafür bei einer Wand, auf welcher zahlreiche deutsche Namen stehen und verkündet stolz, dass die Hälfte der Spenden,

mit denen der Tempel errichtet wurde, aus Deutschland stamme. Wenige Räume weiter sollen wir uns in das Gästebuch des Tempels eintragen.

selbst die Elefanten sind hier Buddhisten
oft erzählen mehrere Gemälde eine Geschichte

Nachdem wir bereits während der Rundreise mehrfach in die Gästebücher der Hotels geschrieben haben, fallen wir leider darauf herein. Das Gästebuch ist nämlich nichts anderes als ein gut geführtes Spendenverzeichnis. Dass hier soviel Geld aus Deutschland landet, muss dann wohl etwas mit der Erziehung zu tun haben.

So tragen auch wir einen kleinen Betrag in das Buch ein. Als wir den Raum verlassen, bemerken wir grad noch, wie sich ein jüngerer Mönch unsere paar Scheine schnappt und geschwind nachzählt.

Innenhof des Weherahena-Tempels
sitzende, 39 Meter hohe Buddha-Statue

Nach einem kurzen Rundgang über den Tempelhof mit Bodhibaum, Teich und Palmen geht es ins kleine Museum des Tempels. Hier wundere ich mich noch, wie der Mönch mit angeblich 200 Jahre alten Porzellan-Elefanten umgeht. Als er uns danach verabschiedet, wird aber deutlich, dass er für nichts Sinn hat außer Geld. Denn am Ausgang verlangt er nochmals eine Spende in Höhe von mehreren hundert Rupie.

Diesmal jedoch ohne Erfolg. Um solche unfreiwilligen Gaben von vornherein zu verhindern, empfehle ich, erst gar kein Geld mit in den Tempel zu nehmen. Von Tempelgästebüchern sollte man sich generell fern halten. Diese funktionieren nämlich überall gleich. Und sollte ein Mönch arg zu aufdringlich werden, kann man ja immer noch behaupten: »Entschuldigung, das verbietet meine Religion.«

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