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Habaraduwa

Spaziergang durch das Hinterland

Bahnlinie
Küstenstraße bei Habaraduwa

Beim dem Uhrturm von Habaraduwa mündet ein Weg, der über die Zugverbindung Galle-Matara in den hinteren Teil des Dorfes führt. Schon bald lassen wir das Treiben auf der Küstenstraße, die dröhnenden Lkws und ewig hupenden Busse hinter uns. Stattdessen finden wir uns bald in einer idyllischen Siedlung mit kleinen Häusern und gepflegten Gärten wieder.

Einige der Gebäude sind neu. Warum dies so ist, verrät uns eine Frau, die sich mit der Hand ein Teil ihres Gesichts zuhält. »Unser Haus hat der Tsunami zerstört. Jetzt haben wir hier ein neues Haus, weiter weg von der Küste.« Auf einem Auge ist sie seitdem blind.

einfach nur schön
deswegen hupt der Zug allhats
Bananen am Ufer

Parallel zur Küste wird der Weg immer schmaler. »Hoffentlich wird das keine Sackgasse«, denke ich noch. Doch nein, nach einer Engstelle öffnet sich der Pfad wieder zu einem breiteren Weg. Als wir uns die Blüten einer Staude anschauen, kommt der Besitzer zu uns, erfreut darüber, dass uns sein Garten gefällt. Danach queren wir einen Bachlauf, der zur Zeit vom Meer abgetrennt zu sein scheint.

Etwas weiter führt ein Holzsteg wieder zurück. Eigentlich sind es nur Bahnschwellen, an denen einige Bretter festgebunden sind. Die Schwellen werden halten, aber der Rest? Etwas später ist dies aber auch schon egal. Denn ein größerer Hund kommt kläffend daher, um das Grundstück zu verteidigen. Also zurück und die nächste waghalsige Konstruktion genutzt.

Steg zu einem der vielen kleinen Häuser
Totarm eines Baches

Kurz danach endet der Weg an den Bahngleisen. Wie die Einheimischen nutzen wir diese, um eine Straße zurück zur Küste zu finden. Mal horchen, ob ein Zug kommt? Nein lieber nicht, denn in einiger Entfernung ist er bereits zu sehen. Das aber ist kein Problem, weil auf der anderen Seite der Gleise sicher zehn Meter Platz sind, um sicher an die Seite zu stehen.

Was aber macht Annette? Rennt mit ihren Badeschlappen blindlings los, um den nächsten Bahnübergang zu erreichen. Umdrehen ist nicht. Tatsächlich erreicht sie den Übergang nur wenige Sekunden vor dem Zug, während ich nur fassungslos hinterher schauen kann.

Annette wagt sich über den Steg.
tststs!
Holzschnitzer bei Lal-Craft

Nach dem Schreck kommen wir zurück zur Küstenstraße. Erst jetzt merken wir, welch großen Bogen wir nach der Schildkrötenfarm und dem Marktplatz im Hinterland gelaufen sind. Ein paar Meter Richtung Hotel erreichen wir ein kleines Geschäft mit Holzschnitzereien (Lal Handicraft).

Aus verschiedenen Hölzern, Kokospalme, Ebenholz, Rosenholz... werden die Kunststücke direkt vor Ort angefertigt. Die Stelzenfischer wirken zwar ein wenig chinesisch, aber die Elefanten und Schildkröten sind recht hübsch gefertigt. Und das »Hulahula-Weib« ist auch nicht ohne (-;

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