Wanderung auf den Adams Peak

Da es nachts los gehen soll, verschwinden wir schon kurz nach dem Abendessen aufs Zimmer. Einschlafen funktioniert dank der kühlen Bergluft und dem hier fehlendem Hundegebell recht gut. Dafür aber wecken uns die singhalesischen Pilger, die sich zwischen 23 und 24 Uhr in Dalhousie treffen.

Laute Musik ist um diese Zeit zum Glück verboten. Das Gemurmel und Gekicher aber reicht leider, um uns ein wertvolles Stück Schlaf zu rauben.

Abenddämmerung am Adams Peak (Sri Pada)
der Berg ruft - nachts um 2 Uhr
Tempel im unteren Bereich

1.45 Uhr ist es dann soweit, schlüpfen wir flugs in unsere Klamotten, schnappen die Kamera und den Camcorder und eilen dann auch schon die Treppe hinunter.

Draußen empfängt uns einer der Adams Peak-Führer, den Saman für uns engagiert hat. Im Gegensatz zu uns trägt er keine festen Sandalen, sondern schlurft mit Flipflops durch die Nacht.

um die Zeit schläft selbst Buddha noch
ab hier geht es hoch

Leider versäumen wir, seinen Namen aufzuschreiben. Wohl aber merken wir bald (zu Annettes Ärger), dass er ein ganz ordentliches Tempo vorlegt. Ob mein Spruch: »Adams Peak, vielleicht in einer halben Stunde?« schuld war, weiß ich nicht.

Knapp vor der ersten richtigen Steigung gelingt uns jedoch, das Tempo auf einen vernünftigen Schritt zu bremsen und sind dadurch, obwohl uns zwei junge Engländer zweimal überholen, im Endeffekt sogar schneller oben.

kurze Verschnaufspause in einer der vielen Teebuden
Chips, Limo, Gebäck, Tee? alles kein Problem

Nachdem wir die Souvenirstände hinter uns gelassen haben, kommen wir an einer Massagestation vorbei. Doch nein, dazu haben wir jetzt echt keine Lust. Da genießen wir doch lieber in einem der Teehäuser (eigentlich sind es mit Folie bespannte Bretterbuden) eine Cola für zwei, bevor es über unzählige Stufen immer weiter nach oben geht.

Um 3.40 Uhr haben wir dann schon das meiste geschafft und rät unser Begleiter, im drittobersten Teehaus ein wenig zu warten und erklärt: »Oben ist es sehr windig und kalt. Und wir haben noch sehr viel Zeit bis zum Sonnenaufgang.«

dies alles musste den Berg hinauf geschleppt werden
hier frieren die Einheimischen

Dann geht plötzlich das Licht aus und wird es schlagartig stockdunkel. »Tasche festhalten«, denke ich und ärger mich zugleich, dass ich unsere kleine Taschenlampe im Hotel gelassen habe. Aber halb so schlimm, denn unser Begleiter hat eine Lampe in seinem Handy eingebaut, sodass wir einigermaßen gut zur zweitobersten Teestube kommen.

Sri Lanka befindet sich in den Tropen. Hier oben ist davon aber nichts mehr zu sehen. Dafür aber Singhalesen, die sich in dicke Jacken eingemummelt haben und dennoch wie die Schlosshunde klappern.

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