Mackwoods Tee

Feinster Tee aus dem Hochland von Sri Lanka

Die Teefabrik von Mackwoods gehört zu denen, die trotz Angst vor Werksspionage auch heute noch besichtigt werden kann. Fotografieren ist jedoch in weiten Teilen der Anlage verboten, nachdem US-Amerikaner ein paar Blätter auf dem Boden fotografiert haben und der Fabrik anschließend in einer Fernsehsendung unhygienische Verarbeitungsweisen vorgeworfen wurden.
In den oberen Räumen der Fabrik befinden sich große, leicht verdunkelte Fenster, die damals zur Trocknung der Blätter geöffnet wurden.

Weil diese halbwegs natürliche Trocknung allerdings recht zeitaufwendig ist, werden die Blätter heute mit Hilfe von riesigen Ventilatoren zehn bis vierzehn Stunden lang gewelkt. Damit könnte man heute ungefähr zwei bis vier mal so Tee welken wie ohne Ventilatoren. Da sich die Größe des Hochlandes aber leider nicht dem maschinellen Fortschritt angepasst hat, hat sich statt dessen die Zahl der Teefabriken entsprechend verringert.

Teeplantage
Blüten
Teeplantage

Nach der Trocknung werden die Teeblätter schließlich auf langen Tischen fermentiert. Beim Fermentieren wird die Gerbsäure in den Blättern oxidiert. Dabei wechselt die grüne Farbe der Blätter zunächst ins kupferfarbene, bevor die Blattkrümel dunkel werden.
In der Fabrik erfahren wir, dass eine Fermentierung der Blätter nicht nötig wäre, um einen guten Tee zu bekommen. Der Grüne Tee, also der nicht fermentierte, kann im Gegensatz zum Schwarztee jedoch mehrmals aufgebrüht werden - und das war schon zu Kolonialzeiten gar nicht im Sinne der Plantagenbesitzer.

Nach einer guten Stunde des Gärens - den richtigen Zeitpunkt bestimmen die Fachleute in der Fabrik mit ihrem feinen Näschen - wird der Tee in großen Sieben gereinigt, nach Blattgrößen sortiert und anschließend in Leichtholzkisten verpackt. Nach diesem letzten Verarbeitungsschritt wird bei Mackwoods wenigstens einer jeder Reisegruppe gebeten, sich im Gästebuch einzutragen.

Annette und Lars in den Teeplantagen
Teepflückerinnen

Den Teefabriken angeschlossen ist natürlich auch immer eine Teestube mit anschließendem Verkauf. Anders als bei anderen (überteuerten) Fabrikverkäufen, bei denen in erster Linie der Reiseveranstalter einen Reibach macht, bietet der Direktverkauf von Mackwoods hochwertige Teesorten zu nahezu lächerlichen Preisen. So haben wir für grade mal 12 Euro zehn Packungen »Broken Orange Pekoe« á 200 g erstanden und damit nicht nur jede Menge Mitbringsel für unsere Daheimgebliebenen bekommen, sondern außerdem uns selbst für einige Zeit mit bestem Tee eingedeckt.

Aber auch wer das feine Aroma des Hochland-Tees nicht zu schätzen weiß, erschließt sich zumindest von der Terrasse der Mackwoods-Teestube ein wunderschöner Ausblick über die angrenzenden Berghänge mit den unzähligen Teebüschen.

Mutti mit Kind

Schade an der Fahrt jedoch war, dass Sunil, unser Reiseleiter, erst blindlings durch die Plantagen fuhr, um dann wenige Meter vor der Fabrik lapidar zu bemerken, »leider sind heute keine Teepflückerinnen zu sehen.« Bei der Weiterfahrt fiel ihm dann plötzlich ein, dass die Frauen gerade in der Mittagspause waren. Einen Stopp bei wenigen, von der Arbeit kommenden Teepflückerinnen legte er dann auch nur unwillig ein. Genauso, wie er am liebsten bei einer Sammelstation vorbeigefahren wäre, an der wir dann doch noch zu ein paar Aufnahmen kamen.

Seit nunmehr 150 Jahren duften die hocharomatischen Sorten des schwarzen Ceylontees in den Teetassen aller Welt. Rotgolden beim Einschenken für jeden Teetrinker schon beim Anblick ein purer Genuss. Den Weltrekord im Teetrinken dürften dabei die Teetester für sich beanspruchen:

auf den Auktionen in der Hauptstadt Colombo trinken sie bis zu 300 Tassen am Tag, beziehungsweise spucken sie sogleich auch wieder aus, um nicht gleichzeitig den Weltrekord in »auf die Toilette rennen« aufzustellen.

VG Wort