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Fahrt durch die Teeplantagen

Auf der Fahrt durch das Hochland von Sri Lanka kommen wir in eines der wohl bedeutendsten Teeanbaugebiete der Welt. Kilometerweit reihen sich links und rechts der Straße unzählige Teesträucher aneinander. Dazwischen wuseln gelegentlich tamilische Frauen, die mit ihren flinken Fingern an den Büschen zupfen. Wir kommen an einer Sammelstation vorbei, an der die großen Körbe ausgeleert, ihr Inhalt gewogen und in Säcke auf Laster geladen wird.

Immer wieder weisen Schilder mit Namen wie Glenloch, Edinburgh und Somerset auf die britischen Gründer der Plantagen hin. Im 19. Jahrhundert waren sie es, die den Tee von China ins damalige Ceylon brachten. Nicht aber die Engländer waren es, welche dem Anbau zum Durchbruch auf der Insel verhalfen, sondern ein Schotte legte 1849 die erste Teeplantage im zentralen Hochland an. Seitdem hat sich der weltberühmte Ceylon-Tee zum Hauptexportartikel Sri Lankas entwickelt. Dabei gilt heute wie damals: je höher das Anbaugebiet, desto feiner die Qualität.

Annette - Rast in den Bergen
Teeplantage

Entsprechend werden die verschiedenen Anbaugebiete nach ihrer Höhenlage in Tiefland-Tee (bis 610 m), Midland (610 bis 1220 m) und den begehrten Hochland-Tee (über 1220 m) eingestuft. Aber nicht nur die Höhenlage, sondern auch die Art des Pflückens bestimmen die Qualität des Tees: die obersten zwei Blätter mit der Knospe, das sogenannte »Broken Orange Pekoe«, ergeben die beste Qualität.

Das Teepflücken selbst gilt allerdings als eine niedere Arbeit, die schlecht bezahlt wird. Dabei pflückt eine Arbeiterin bis zu sechzehn Kilogramm Blätter am Tag, was für etwa vier Kilo Tee reicht. Oder mit anderen Worten: knapp zum Überleben.

Teepflückerinnen an Sammelstelle
Teepflückerinnen an Sammelstelle

In einer Höhe von bis zu 2300 m über dem Meer erstrecken sich bei Labukele (oder englisch: Labookellie) die Plantagen von Mackwoods. Das relativ kühle Klima und die starke Sonneneinstrahlung lassen hier die Teebüsche nur sehr langsam, aber konstant wachsen und bringen somit eine der besten Teesorten überhaupt hervor.

Auf der Fahrt zur Teefabrik von Mackwoods fallen uns viele Bäume auf, die einzeln stehend aus den Plantagen herausragen. Diese wurden nicht etwa aus Liebe zur Natur gepflanzt, sondern dienen in erster Linie als Schutz vor den teils heftigen Bergwinden. Aber auch die Bodenerosion versuchen die Singhalesen so entgegenzuwirken.

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