Auf dem Löwenfelsen Sigiriya

Äffchen
Äffchen
Äffchen

Wenige Meter nach der Spiegelwand erreichen wir die erste Plattform des Felsens. Mittlerweile brennt die Sonne vom Himmel und so finden die hier angebotenen Erfrischungen reißenden Absatz. Im Schatten der Bäume treffen wir ein weiteres Mal auf kleine Affen, die sich hier vom Menschen völlig unbedroht fühlen dürfen. Wir aber wollen zur Spitze der ehemaligen Trutzburg und nehmen den steilen Weg zwischen zwei steinernen Löwenpranken in Angriff. Nach ein paar Steinstufen müssen wir über eine etwas steilere Eisentreppe hinaufsteigen. Vor uns zieht bereits eine gewaltige Menge Menschen auf das obere Plateau, hinter uns drängen schon die nächsten nach. Alles ist sehr eng und der Gegenverkehr kommt oft nur mit Hilfe der Arme an den Aufsteigenden vorbei.

Auch hier bieten junge Männer ihre Dienste an. Als sich der Objektivdeckel von unserer Kamera löst und in die Tiefe fällt, ist sofort einer zur Stelle. Noch bevor wir etwas sagen können, hastet er dem Deckel hinterher, ihn uns wenig später zurück zu bringen. Ein Trinkgeld will er dafür nicht haben. Erst als wir ihm klar machen, dass wir keinen Führer über die Anlage möchten, nimmt er die paar Rupies dankbar an. Nach der Treppe wird der Weg flacher. Bei einer engen Kehrtwende werden die Besucherströme durch ein Geländer voneinander getrennt.

Weil das nicht jeder versteht, kommt es hin und wieder zu Stau, sobald sich welche auf »ihre Seite« zurückdrängeln müssen. Die Stufen im oberen Bereich sind kaum noch als solche zu erkennen. Oft sind nur ein bis zwei Zentimeter Höhenunterschied zur nachfolgenden Stufe zu bewältigen. Obwohl der Weg für die meisten Besucher unbeschwerlich ist und die Gitter direkt auf dem Felsen aufliegen, beobachten wir eine Chinesin, die sich langsam nach oben zittert. Endlich erreichen wir die obere Plattform.

Achtung: und Klatsch!
Annette auf dem Sigiriya
nur nicht ausrutschen

Von der kurzen Königsherrschaft ist nicht viel übrig geblieben: ein Wasserbecken, ein aus dem Granit geschlagener Felsenthron und einige Mauerreste sind alles, was an die alte Pracht erinnern.

Statt dessen eröffnet sich uns ein eindrucksvoller Rundblick über die umliegenden Wälder. Von dem südlichen Teil des Felsens haben wir außerdem eine gute Sicht auf einen der großen Seerosenteiche.

Sigiriya
Markt am Sigiriya

Auf dem Rückweg bittet uns Sunil, den Tierkünstlern kein Geld zu geben: »Das hier, was Sie sehen, ist Tierquälerei. Die Schlangen in den Körben sind halbtot und die Affen werden geschlagen und bekommen von ihren Haltern zu wenig Futter.« Wenig später versucht tatsächlich ein Singhalese, uns mit seiner Kobra ein paar Rupies zu entlocken. Rasch zieht er das arme Tier aus seinem dunklen Verließ, erreicht aber nicht mehr, als dass ein paar Frauen erschrecken und beiseite springen.

Zuletzt kommen wir an den Souvenirständen vorbei. Vor allem aus Holz und Kokosnüssen geschnitzte Elefanten, Masken und Fischer sollen an den Touristen gebracht werden. Unter anderem haben wir »die Maske« gefunden, welche sich Annette so gerne in die Wohnung gehängt hätte.
Vielleicht war es ein Fehler, den Kauf auf später zu verschieben, heimgekommen sind wir trotz Besuch in einem Maskenmuseum jedenfalls ohne einer der berühmten singhalesischen Masken.

VG Wort