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Polonnaruwa

Polunnaruwa

Nachdem Anuradhapura, die erste singhalesische Hauptstadt, von den tamilischen Cholas erobert und zerstört wurde, stieg Polonnaruwa im elften Jahrhundert nach Christus zur neuen Hauptstadt der Löwenkinder auf.

Zunächst aber musste König Vijaya Bahu die Cholas in den Norden zurückdrängen, bevor sein Nachfolger, Parakrama Bahu, in der Stadt Kanäle, Parks und Prunkbauten errichten ließ.

Polunnaruwa - Buddist mit Schulklasse

Beim Versuch, den Prunk Parakramas zu übertreffen, wirtschaftete Nissanka Malla das Königreich allerdings bald an den Rand des Ruins.
Als im Jahre 1211 erneut Tamilen in das singhalesische Reich einfielen, fand die Blütezeit von Polonnaruwa ihr Ende. 1214 schließlich wurde Polonnaruwa aufgegeben, in den folgenden Jahrhunderten vom Urwald überwuchert und vergessen.

Polunnaruwa - Tempelfigur
Polunnaruwa - Tempel
Polunnaruwa - Tempelfigur

Erst im 19. Jahrhundert wurde die etwa fünf Quadratkilometer große Ruinenstadt von englischen Archäologen wiederentdeckt und ausgegraben. Dabei sind viele der alten Bauten bis heute sehr gut erhalten geblieben und die damalige Pracht lässt sich selbst für den unwissenden Besucher gut nachvollziehen.

Zu den bedeutendsten Bereichen Polonnaruwas zählen der Königspalast, das sogenannte Geviert und der Gal Vihara mit den vier riesigen Buddhastatuen, die von den antiken Steinmetzen direkt aus dem Granit geschlagen wurden. Die mit vierzehn Metern längste der Statuen ist eine der wenigen Buddhadarstellungen mit leicht verschobenen Füßen. Lange hielten die Archäologen dies für einen schlafenden Buddha, erst später erkannte man darin den Übertritt Buddhas ins Nirvana.

Polunnaruwa - Gal Vihara
Wolkenmädchen
Polunnaruwa - Bibel

Ebenfalls aus Granit wurde die Gal Pota, ein 25 Tonnen schweres Buch mit buddhistischen Lehren, im Geviert gefertigt. Kein Wunder also, dass an den Seiten des »Granitwälzers« Elefanten abgebildet sind, welche ja auch schon den Himmel über Sri Lanka auf ihren Schultern tragen.
Höhepunkt im Geviert aber ist die Vatadage, ein rundes Reliquienhaus mit vier Buddhas und einer Menge Verzierungen rund um einer Dagoba.

Polunnaruwa

Die heiligen, buddhistischen Stätten dürfen nur ohne Kopfbedeckung und ohne Schuhe betreten werden. Deswegen wird auch uns empfohlen, ein paar Socken mitzunehmen, damit das Laufen über die heißen Steine nicht zur Tortur wird. Tatsächlich nehmen wir ein paar Socken mit in die Anlage. Leider, denn das zweite lassen wir leider im Bus liegen...
Es waren zwar meine Socken, die wir dabei hatten, aber angezogen hat sie dann doch Annette. Damit musste ich zwar barfuß über die beinah glühenden Steinplatten hüpfen, das war mir aber immer noch lieber, als Annette stundenlang beim Jammern zuhören zu müssen.

Polunnaruwa - Tempel mit Buddha
Polunnaruwa - heißer Mondstein
Polunnaruwa - Wasserbüffel

Dennoch, alle Hitze kann uns nicht abhalten, den achtzehn Meter breiten Reliquienschrein der Vatadage anzuschauen. Das gesamte Bauwerk ist mit Steinreliefs verziert. Wir entdecken Lotusbluten, Elefanten, Löwen, Stiere und auch menschliche Darstellungen.

Am unteren Ende der Aufgänge sind Mondsteine in die runde Plattform eingelassen und am oberen Ende werden wir von einer der vier Buddhastatuen empfangen. Neben Schuhen und Hüten ist es hier außerdem streng verboten, sich vor einem Buddha ablichten zu lassen.

Ob wir uns daran gehalten haben oder nicht, sei mal dahin gestellt, aber seit unserem Besuch in Polonnaruwa rechnen wir mit einer derben Schelte, sollte es uns mal ins buddhistische Nirvana verschlagen.

Polunnaruwa - Affen
Polunnaruwa - Dagoba
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