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Botanischen Garten von Peradeniya

Rundgang durch den Garten

Wir kommen an einer langen Palmenallee vorbei. »Das hier, Sie sehen kubanische Königspalmen«, erklärt uns Sunil. Ein Geschenk der kubanischen Regierung. Natürlich denken wir fast augenblicklich an die große Antilleninsel, auf welcher die Königspalme an beinahe jedem Ort zu finden ist. Anders als auf Cuba befinden sich die Palmen im Peradeniya nicht in Gesellschaft der etwas schwerbäuchigen Flaschenhalspalme.

Leider aber wird es bald auch keine so beeindruckende Königspalmenallee mehr bei Kandy geben. Noch sind die Palmen in ihrer stattlichen Größe zwar schön anzusehen, allerdings haben sie bald ihr maximales Alter erreicht und werden in den nächsten Jahren zusammenbrechen.

Peredeniya - Blüte
Peredeniya - Cubanische Königspalmenallee
Peredeniya - Krummtannen

Schon von Weitem sind sie zu hören: tausende von Flughunden, die wie dicke Pflaumen an den alten Parkbäumen hängen. Für den Moment sind die Gärten mit ihren vielen Blumen vergessen, werden alle Blicke von dem Gekreisch in die Baumkronen gelenkt. Obwohl Tag ist und die Flughunde nachtaktive Tiere sind, kommt die riesige Kolonie keine Sekunde zur Ruhe. Immer wieder erheben sich einzelne Tiere, um flatternd und segelnd hoch über den Köpfen der Besucher zu kreisen.

Beinahe jeder zweite unserer Gruppe versucht sich im »Flughunde-im-Flug-Fotografieren«, ein schier aussichtsloses Unterfangen. Zu weit oben ziehen die Flughunde ihre Bahnen, als dass sich mit Weitwinkel genug erkennen ließe, und wer das Bild »zoomt«, kommt den flinken Viechern entweder kaum nach oder, wer seine Kamera ruhig auf einen Bereich hält, muss feststellen, dass die Tiere stets links und rechts an dem gewählten Ausschnitt vorbeiflattern.

Flughunde in den Bäumen
Flughunde in den Bäumen

Hauptattraktion des Botanischen Gartens aber ist ein weit ausladender Java Ficus (Ficus benjamines), dessen Krone mittlerweile 1.600 Quadratmeter (und nicht 160, wie im Merian live! steht) Bodenfläche überdeckt. Zweitausend Menschen sollen unter dem gewaltigen Blätterdach Platz für ein Picknick haben, auf den vielfach abgestützten Stämmen des Baumes aber darf keiner sitzen.
Damit diese Regel eingehalten und auch die Rinde nicht mit weiteren Schnitzereien verletzt wird,

finden sich unter dem Baum mehrere Wächter. Auch wir dürfen nicht für das Foto-Andenken auf einem der Stämme sitzen, der sich bis fast ein Meter zum Boden herabbeugt. Schnell springen wir wieder herunter, als wir unseren Fehler bemerken. Alles halb so schlimm. Der Wächter, der uns erwischt hat, grinst uns hinterher. Er weiß, dass durch uns kein Schaden entstanden wäre, und wir können uns genauso gut vor dem gewählten Stamm ablichten lassen.

Peredeniya - da darf man nicht drauf sitzen
Peredeniya - Birkenfeige

Es geht weiter. Auf der anderen Seite des Baumriesen überqueren wir eine weitläufige Rasenfläche. »Bitte ein bisschen schneller laufen«, kann eine Frau nicht abwarten, den Baum ohne irgendwelche Menschen davor zu fotografieren. Das kann uns kaum stören, langsam schlendern wir über den Rasen, nehmen uns selber die Zeit, den Baum aus verschiedenen Abständen und Blickwinkeln aufzunehmen.

Zurück bei der Gruppe, führt uns Sunil zu einem Teich: »Hier Sie sehen eine Landkarte von der Insel.« Tatsächlich, der Teichrand ist so gestaltet, dass sich die Umrisse von Sri Lanka gut erkennen lassen. In den südlichen Regionen blühen prächtige Seerosen, die Zentralprovinz - sie erhebt sich als Insel aus der Teichmitte - bietet Platz für Stauden und ein paar Büsche. Währenddessen wird der tamilische Norden noch von umstehenden Bäumen beschattet.

Peredeniya - Benjamin
Peredeniya - Birkenfeige

Damit aber sind unsere Köpfe voll. Die Sonne steht mittlerweile hoch am Himmel und verwandelt den Park in einen Brutofen. Auf dem Weg zum Ausgang kommen wir an einer zerplatzten Jackfrucht vorbei. In einem Umkreis von mehreren Metern liegen Fruchtfleisch und Kerne der großen Frucht verstreut. Schnell passieren wir die Stelle, bevor die nächste »Bombe« fällt.

Dann schon verlassen wir den Park. Gegenüber des Eingangs befindet sich ein Resthouse, das für gute und günstige Speisen bekannt ist. Auf unserem Programm aber stehen noch ein paar Handwerksbetriebe, in denen wir zum Kauf von geschliffenen Rubinen und Saphiren, Seidentüchern und Saris sowie zahlreichen Holzschnitzereien verführt werden sollen.

VG Wort
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