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Auf eigene Faust in Kandy unterwegs

Am Nachmittag ziehen wir auf eigene Faust durch die Stadt. Kandy ist zwar eine Großstadt, aber die Orientierung fällt dennoch sehr leicht. Auf einem Hügel thront eine große Buddha-Statue über Kandy, in der Ortsmitte findet man den Uhrturm und auf der, vom Hilltop aus gesehen, anderen Seite der Stadt befindet sich der Zahntempel mit dem Kandy-Lake. Der letzte ist unser Ziel. Uns wurde empfohlen, im Hotel nachzufragen, wie viel eine Fahrt mit dem Tuc Tuc kostet. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass der Fahrer den doppelten Preis verlangt.

Kein Problem, also geschwind einen Angestellten gefragt, was wir für die Fahrt mit dem Tuc Tuc zu zahlen haben... Ein paar Minuten später begreifen wir schließlich, dass er den Ausdruck »Tuc Tuc« nicht kennt. Daher zur Erklärung: Tuc Tuc ist die deutsche Bezeichnung für das dreirädrige Motorradtaxi. Als Begriff ist »Tuc Tuc« zwar an der Küste überall bekannt, im Zentralland von Sri Lanka aber empfiehlt es sich, nach einem Threewheeler oder aber nach einem Trisha zu fragen.

Wasserwaran
Kormoran

Nach atemberaubender Fahrt durch drei bis vier »beinahe« Unfälle kommen wir wieder beim Queen´s Hotel an. Beim Spaziergang um den Milchsee finden wir wenigstens ein Dutzend schöne Perspektiven, aus denen wir den Zahntempel unbedingt fotografieren müssen. Der größte Teil des Uferweges wird von hohen Bäumen beschattet und so fällt uns das Gehen trotz der Mittagshitze leicht.

Im Wasser schwimmen Wasserwarane und in den Bäumen über uns hängen hunderte von Flughunden. Auf den abgestorbenen Ästen, die träge im Wasser liegen, sonnen sich Kormorane und am hinteren Ende des Sees entdecken wir sogar einen Pelikan.

Affen auf Nahrungssuche
Queens Hotel
Uhrtum

Der Weg führt uns an einem Museum vorbei, welches aber derart uninteressant sein soll, dass wir es links liegen lassen. Lieber schon beobachten wir die Affen, die sich in der Nähe des Zahntempels über Essensreste und anderem Müll hermachen. Ein paar Singhalesen verteilen Reis und verschiedene Saucen an Bedürftige.

Hungern muss hier offensichtlich keiner, sonst würde nicht soviel für die Affen übrig bleiben. Ich muss aufpassen, denn ab und zu interessiert sich einer der geschickten Kletterer für unsere Kamera.

Affen auf Nahrungssuche
Zahntempel und Milchsee

Auf dem Rückweg kommen wir wieder ein weiteres Mal am Queen´s Hotel vorbei und finden ein paar Schritte weiter den Royal Pub. In der Nähe vom Eingang drückt eine Frau schnell ihr Baby an die nackte Brust, ein paar Rupies zu erhaschen. Sie hat Pech. Später erfahren wir, dass sie schon vor zweieinhalb Jahren vor dem Pub gebettelt hat. Damals allerdings noch mit ihrem ersten Baby.

Erfrischung im Royal Pub

Im Innern des Pubs ist es deutlich kühler. Auch hier umfängt uns noch ein Hauch vergangener Zeiten, als die Insel fest in Händen englischen Kolonialherren war. Hier lässt es sich durchaus eine zeitlang aushalten, etwas bekümmern tun mich allerdings die vielen Leute, die draußen ihre Hand für ein Almosen aufhalten. Als wir den Pub wieder verlassen, sitzt die junge Frau immer noch beim Eingang. Tatsächlich sieht sie gar nicht so hilfsbedürftig aus und wird es außerdem sehr viel leichter haben als der Einarmige mit dem hässlichen Gesicht ganz in ihrer Nähe.

VG Wort
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