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Königsstadt Kandy

Längst schon waren die Gebiete entlang der Küste fest in europäischer Hand. Verloren die Portugiesen ihre eroberten Küstenabschnitte an die Holländer und die Holländer ihre etwas erweiterten Bereiche später an die Krone von England.

Ganze drei Jahrhunderte noch konnte die alte Hauptstadt Kandy, das frühere Senkadagalapura, den verschiedenen Kolonialherren trotzen, bevor auch sie, und mit ihr der Rest des singhalesischen Königreichs, sich der Fremdherrschaft beugen musste.

Marktstand
drei Tamilinnen beim Hindutempel von Kandy

Bei der Fahrt in die Stadt halten wir vor einem Hindutempel. Überall wuseln Kinder um uns herum. Sie sind Tamilen, die sich den Platz vor dem Tempel als günstigen Ort für das Abgreifen von Süßigkeiten ausgesucht haben. Eine Frau sieht sich plötzlich von ihnen umringt, als sie kleine Tüten Haribo verteilt. Drei junge Frauen schlendern über den Platz. In unserer Nähe betet ein Mann.

In beiden Händen hält er eine Kokosnuss, führt sie immer wieder an die Stirn und geht dabei ab und zu leicht in die Knie. Das Schauspiel dauert ein paar Minuten, dann aber hebt er die Frucht und schmettert sie mit voller Wucht auf ein Brett. Im nächsten Augenblick ist er verschwunden, das Opfer ist gegeben, nun soll es ihm Glück bringen. Uns bringt es nasse Füße.

Marktstand in Sri Lanka
Seidenladen in Kandy
Webstuhl für Touris

Kandy selbst ist heute mit über 100.000 Einwohnern nach Colombo die zweitgrößte Stadt auf der Insel und wird vor allem am Tage durch die vielen Arbeitskräfte aus der Umgebung verkehrstechnisch nahezu erdrückt. Unüberhörbar dröhnen die schweren Hupen der großen Reisebusse über das "mäkmäk" der kleinen Tuc Tucs hinweg,

von irgendwo aus der Mitte der Stadt ist das Pfeifen des überfüllten Zuges zu hören. Türen zu gibt es hier nicht, weder in der dritten Klasse der maroden Personenwaggons noch in den öffentlichen Bussen, die sich neben den alten Lastern und Ochsenkarren durch die schmalen Straßen drängeln.

Hindutempel in Kandy
Straßentreiben in Kandy

Unser Reisebus ist zum Glück mit Klimaanlage ausgerüstet und bietet durch seine Höhe einen guten Überblick über das bunte Treiben. Außerdem aber ist er zu ungelenk, als dass er uns über die steilen Serpentinen zum Hilltop,

einem früheren Kolonialsitz, fahren könnte. Wir müssen aussteigen, befinden uns für einen kurzen Moment zu Fuß im Straßengetümmel wieder und werden dann auch schon von einem kleinen Shuttlebus zum Hotel gebracht.

Blick auf den Milchsee
Dagoba in der Königsstadt Kandy
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