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Elefantenbad in Ahungalla

Foto mit Baby Nola

Honeymoonspecial - das bedeutet im Heritance eigentlich, dass man einen Korb voller Obst aufs Zimmer bekommt. Für den Fall, dass man den nicht gebrachten Korb reklamiert, bekommt man hier einfach zwei. Früchte gibt es auf der Insel genug und da man sich eh durch das All-inclusive mit Bananen, Ananas und den vielen anderen leckeren Sachen vollstopfen könnte, spielt es auch keine Rolle, wie viel in den Korb gepackt wird. Außer - da läuft noch so ein süßer, zwei Meter kleiner Elefant durch die Anlage ...

Baby Nola auf dem Weg ins Elefantenbad

Tatsächlich war die Elefantendame »Baby Nola« von unserem Honeymoonspecialobst derart begeistert, dass sie schon nach zwei Tagen kaum von ihrem Mahout zu bremsen war. Immer schneller wurden ihre Schritte, wenn sie uns erstmal erblickt hatte.
Nachdem Annette auf ihr eine kleine Runde reiten durfte und dem Mahout einen Tag später ein vielleicht hohes Trinkgeld in die Hand drückte, war es dann soweit:
dem Mahout quollen fast die Augen über, Baby Nola tastete - nunmehr auf sich allein gestellt - mein Knie auf der Suche nach Äpfeln und Birnen ab und wir durften am nächsten Tag mit zum Elefantenbad.

Efefantenbad - hinlegen!

Am frühen Nachmittag holt uns der Mahout ab, Baby Nola geht nach ihrer Ration Bananen ein ganz wenig in die Knie und wir dürfen aufsitzen. Vorne auf den Schulterblättern ist es sehr bequem, Annettes Platz. Nachdem Annette oben richtig sitzt, bin ich an der Reihe, nur dass jetzt keine zwei Leute mehr unten stehen, die mir hoch helfen können. Für den Mahout kein Problem, er stellt geschwind sein rechtes Bein so hin, dass es für mich eine Art Stufe bildet. Eigentlich mache ich das ja nicht so gerne, aber andererseits bleibt mir kaum was anderes übrig, um auf den Elefanten zu gelangen.

Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, ich hätte die Kamera vorm Aufsteigen an Annette gegeben, die nämlich bekam im nächsten Moment dem armen Mahout an die Stirn. Egal, er wischt kurz drüber und meint, das wäre nichts. Nun gut, nachdem wir los reiten, fasst er sich doch noch ein zweites Mal an den Kopf, und eigentlich tut es mir ja leid. Andererseits aber sitze ich auf der weit rausstehenden Wirbelsäule derart unbequem, dass ich ganz andere Sorgen habe.

Ein bequemes Sitzen, wie es Annette auf den Schulterblättern hat, ist nicht zu denken. Auch eine Verlagerung des Gewichts zur einen oder anderen Seite verbessert den Sitzkomfort kein bisschen. Da ich selber viel zu wenig eigenes Sitzfleisch besitze, bleibt mir schließlich nichts anderes übrig, als mich mit den Händen am Rücken von Baby Nola abzustützen. Bequem ist zwar auch das nicht sonderlich, aber für ein paar Meter sicherlich auszuhalten.

Efefantenbad - nun wird geschrubbt
Elefantenbad - Baby Nola und Mahud

Nun gut, wir passieren die »Elefantenreitstation« des Hotels, bei welcher eine kleine Treppe schwerfälligen Touris das Aufsteigen erleichtern soll. Hier, so dachte ich, müsste doch auch gleich das Elefantenbad sein. Tatsächlich aber führt der Mahout seinen Schützling daran vorbei, immer entlang des Palmenhains über den weichen Sandstrand. Erst nach etwa einer Viertelstunde

- Annette hat sich mittlerweile einen leichten Sonnenbrand geholt und mir tut mein Hintern weh - biegt Baby Nola Richtung Küstenstraße ab. Was nicht so schön ist: zwischen Strand und Straße fühlt sich keiner dafür verantwortlich, den hier recht lichten Palmenhain sauber zu halten. Überall liegt Unrat über dem Boden verstreut, vor allem Getränkeflaschen, Dosen, Papier und hin und wieder ein paar Glasscherben.

Efefantenbad
Efefantenbad - Annette kitzelt Nolas Rüssel

Während Annette fürchtet, Baby Nola könne bei dem vielen Unrat weh tun und uns abwerfen, schubst der Mahout ab und zu das ein oder andere Teil Müll mit seinem Stock an die Seite. Besorgt sieht er zwar nicht aus, ganz ungefährlich kann es für die Elefantendame aber offensichtlich nicht sein.

Ohne den befürchteten Zwischenfall erreichen wir schließlich das Elefantenbad und auch wenn toll klingen mag, jemanden zu erzählen, man habe zwanzig Minuten auf einem Elefanten geritten, bin ich doch froh, als wir endlich absteigen können.

Elefantenbad - schrubben, schrubben, schrubben...
Elefantenbad - Hautpflege mit Lars

Gemächlich steigt Baby Nola in ihre kleine Elefantenwanne, langsam geht sie in die Knie und legt sich schließlich auf die Seite. Nun ist Putzen angesagt. Mit dem äußeren Bast der Kokosnuss lässt sie sich die Haut abrubbeln, während aus einem Schlauch ständig sauberes Wasser auf ihre Seite herab prasselt. Baby Nola scheint es richtig zu genießen, wie wir wieder und wieder ihren mächtigen Körper mit Wasser überschütten und mit den Kokosfasern massieren.

Ab und zu holt sie prustend mit dem Rüssel Luft, dann aber hebt sie ihn nach dem Wasserstrahl ganz über die Wasseroberfläche. Zuerst versteht Annette nicht und hält den Schlauch ein wenig anders, um ihr nicht weh zu tun. Baby Nola aber hat Durst und so tastet der Rüssel dem sauberen Wasserstrahl hinterher, bis auch Annette verstanden hat.

Elefantenbad - schrubben, schrubben, schrubben...
Elefantenbad - Schwallbad

Für insgesamt vier Stunden bleibt Baby Nola in ihrem Becken, während ihr Mahout neben dran ihr Essen - vor allem Palmenwedel - zubereitet. Ob sie davon genug bekommt, wissen wir nicht, wohl aber sehen wir, dass ihre Rippen deutlich zu sehen sind. Dies haben wir auch schon bei ein paar der Elefanten von Pinnawela sowie bei den frei lebenden, die uns bei Giritale begegnet waren, andere Gäste des Hotels aber meinen, dass Baby Nola noch vor einem Jahren sehr viel mehr Fleisch auf den Rippen hatte.

Dann aber sei ihr voriger Mahout von irgendjemanden erschossen worden und seitdem bekäme sie von seinem Bruder, ihrem neuen Mahout, zu wenig zu essen. Dies ist auch dem Hotel Heritance bekannt, der Elefant aber ist nicht Eigentum des Hotels, sondern wird mitsamt Mahout »gemietet«. Als Lösung haben wir dem Management deshalb vorgeschlagen, das Futter selbst zu bestellen und dem Mahout entsprechend weniger zu zahlen. Wenn wir das nächste Mal nach Sri Lanka reisen, werden wir auf jeden Fall wieder zu unserem »Honeymoonspecialelefanten« fahren und ihr ganz viele Bananen mitbringen.

Elefantenbad - und Abspülen
Elefantenbad - Abschied von Baby Nola
VG Wort
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