Ätna - Fahrt in die Gipfelregion

Ausflug auf Siziliens berühmten Vulkan

Nun wollen wir es wissen und den Sonnenschein für eine Tour in die Gipfelregion nutzen. Also auf zur unteren Station der Ätna-Seilbahn und brav angestanden. Die Fahrt nach oben ist teuer, sie ist richtig teuer.

Nach unserer Erfahrung vom Poas-Vulkan in Costa Rica aber, bei der wir für den Ausflug ebenfalls eine Menge gezahlt hatten, obwohl der Vulkan später gar nicht zu sehen war, ist es uns das Wert. Zumal eine Reiseleiterin angibt, dass es sich heute lohnt, bis ganz nach oben zu fahren.

untere Station der Seilbahn
Mercedes-Geländebus

Weil die Seilbahn wegen Wind außer Betrieb ist, müssen wir eine Weile warten. Dann aber geht alles ganz flink und sitzen wir bald in einem der geländefähigen Allradbusse. Oder besser gesagt: werden wir in einem derselben durchgeschüttelt.

In der noch jungen, sich immer wieder ändernden Vulkanlandschaft gibt es natürlich keine asphaltierten Straßen, dafür aber jede Menge Schlaglöcher, in denen der Bus hin und her geworfen wird.

oben auf dem Ätna
Weg zum Besuchskrater

Nach einem viel zu langen Zwischenhalt am oberen Ende der Seilbahn wird der nochmals steilere Weg von zwei meterhohen Schneewänden begleitet. Vor allem die Kinder sind davon begeistert, da der Schnee stellenweise so weit hoch ragt,

dass ihn keiner mehr vom Bus aus überblicken kann. Oben auf rund 3000 Meter über dem Meer angekommen, sind wir in der Region, in der sich niemand ohne einen Bergführer aufhalten darf. So heißt es zumindest.

Sicht auf die Gipfelregion
Endstation der Busse

Nachdem alle ausgestiegen sind, brauchen wir etwas, um herauszufinden, welcher Bergführer uns begleiten soll. Da wir bald feststellen, dass er sich gar nicht groß für uns interessiert, lassen wir ihn jedoch mit der überwiegend italienischen Gruppe hinter uns zurück.

Deutsch und Englisch spricht er eh nicht und um ein von der Lava umschlossenes Gebäude (unterm Schnee) zu finden, reichen uns die paar Handzeichen, mit denen er andere dorthin schickt.

von Lava verschüttertes Haus
buddeln nach Hitze

Vulkanlandschaft unterhalb des Gipfels vom Ätna

Hatten wir schon das tolle Wetter erwähnt? Es ist wirklich kaum zu glauben. Während wir unten fast vom Kraterrand geweht wurden, können wir den Spaziergang zu einem der jüngeren Krater bei einem lauen Lüftchen genießen. Da kaum etwas los ist, haben wir außerdem freie Sicht auf die herrliche,

verschneite Vulkanlandschaft. Auch ist es in der Sonne trotz des Schnees angenehm warm. Wie er sich überhaupt noch auf dem warmen Untergrund hält, ist uns ein Rätsel. Denn so wie wir ein Schneefeld überquert haben, wird uns unter unseren Füßen angenehm warm.

Weg zum freigegebenen Krater
Sicht über die tief verschneite Gipfelregion

Ein paar Meter weiter oben verzweigt sich der Weg. Wer möchte, kann hier weiter am Kraterrand laufen. Die allermeisten Besucher aber wählen wohl die Route durch den Krater. So stehen auch wir bald an einer Stelle, von der wir ein gutes Stück weit in den Kratertopf hineinblicken können.

Während sich rund um das schwarze Loch mehrere Schichten Schnee türmen, steigt aus der tiefen Mitte Dampf auf, der an der Luft kondensiert. Offenbar ist es reiner Wasserdampf. Denn als uns der warme Nebel ins Gesicht schlägt, spüren wir nur Feuchtigkeit.

auf dem Weg zum Krater
Waschküche
Annette ist und bleibt die Größte

Weiter oben auf dem Kraterrand eröffnet sich uns eine schöne Sicht auf die südlichen Krater des Ätna und, nach Norden, zu den dampfenden und rauchenden Gipfeln des Ätnas. Wie die meisten Besucher sind auch wir schwer beeindruckt, fühlen uns frei und sind froh, die Fahrt auf den Ätna gewagt zu haben.

Schon wieder auf dem Rückweg, folgen wir dem Beispiel einer Jugendgruppe, die es sich auf dem Kraterrand gemütlich gemacht hat. Augenblicklich spüren wir die aufsteigende Wärme der Lavasteine. Wühlt man mit den Händen ein wenig im Lavaschotter, wird es sogar bald fast schon zu heiß. Toll, einfach toll!

Sicht von Kraterrand nach Süden
benachbarter Krater

Gerne wäre ich noch länger oben geblieben. Aber da Annette etwas angeschlagen war und nicht riskieren wollte, den ganzen Weg bis zur Basisstation hinunter laufen zu müssen, fahren wir bald wieder zur oberen Station der Seilbahn.

Offenbar hat sich der Wind allgemein abgeschwächt. Denn die letzten 581 Höhenmeter können wir bequem in einer der geschlossenen Gondeln zurück legen und damit das Abenteuer Ätna gemütlich ausklingen lassen.

Killekille...
Annette und Lars auf dem Ätna
VG Wort