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Vallée de Mai National Park Praslin

Meereskokosnuss (Coco de Mer)
Kreuzung des Rundgangs mit dem zentralen Weg

Obwohl das Vallée de Mai zu den Hauptattraktionen auf Praslin zählt, treffen wir nur vereinzelt auf andere Besucher. Weil wir den Südrundweg wählen, während die Schweizer noch weiter zum Nordrundweg laufen, sind Annette und ich bald sogar ganz allein unterwegs. Dann tauchen wir auch schon ein in den bis heute weitgehend ursprünglich geblieben Wald. Es gibt kein anderes Tal, keine Insel auf den Seychellen, in dem sich die Vegetation, wie sie vor der Ankunft der Europäer aussah, so gut halten konnte.

Zugleich ist das Vallée de Mai die Heimat der einzigartigen Meereskokosnuss (Coco de Mer). Daneben entdecken wir Palmiste-Palmen und verschiedene Latanier-Palmen, deren fiesen Stachel bis in den Weg hinein wachsen. Sie zu finden, ist einfach, da es auf dem Pfad reichlich Tafeln gibt, die einen über die Pflanzen und Tiere aufklären.

Dschungel
auf dem Rundgang
Stacheln einer Latanier-Palme

Noch bis Ende der 1960er Jahre war das Vallée de Mai noch völlig unberührt. Nur an wenigen Stellen hatte man versucht, Plantagen anzulegen, diese aber wieder aufgegeben. Zum Glück für den Schwarzen Papagei, der hier, in der dichten Vegetation, eines seiner wenigen Rückzugsgebiete gefunden hat.

Eigentlich paradox ist, dass es heute den Eingriff des Menschen braucht, um andere, frühere Eingriffe und deren Folgen von dem Nationalpark fern zu halten. Denn beiderseits der nahen Straße wächst der hier fremde Philodendron, eine bei uns beliebte Zimmerpflanze, welche die Palmen zu ersticken droht.

Seychellen-Bülbül, Jungvogel (Hypsipetes crassirostris)
Lattenpalmen
Vallée de Mai

Nachdem wir erst einen Abstecher zum Bach unternommen haben und, im nördlichen Bereich des Tals, den Schweizern erneut begegnet sind, treffen wir wieder auf den Hauptweg. Hier wechseln wir auf den nördlichen Weg und steigen hinauf zum nördlichen Aussichtspunkt. Wir haben Glück.

Denn gerade, als uns der Weg aus dem geschlossenen Wald führt, landet ein junger Seychellen-Bülbül im Geäst neben uns. Fast ohne Scheu lässt er sich von uns beobachten und hüpft, als wir die offene Hütte erreichen, sogar zu Annette auf die Bank. Sekunden später kommen die Eltern angeflogen, sodass wir uns auf einmal inmitten der Bülbül-Familie wieder finden.

Vallée de Mai
Tenrec (Tenrec ecaudatus)

Und dann gab es da auf dem Nordpfad noch ein kleines Highlight... »Ah, eine Ratte«, schreit Annette plötzlich, »oder, häh? Was ist das denn?« Es ist ein winziges etwas, mit Stacheln und drei Fliegen auf dem Rücken, unter deren Gewicht es beinahe zusammenzubrechen scheint. Wacklig sucht es auf dem Waldboden nach Früchten, ohne sich von unserer Nähe stören zu lassen.

Erst, als wir in der Broschüre, die wir am Eingang bekommen haben, nachschauen, wissen wir, dass es ein junger Tenrec ist. Als Säugetier ist es hier natürlich nicht heimisch (wo sind Tenrecs heimisch?), als Pflanzenfresser und dann noch so klein wird sich der Schaden, den es anrichten kann, aber wohl in Grenzen halten. Für uns jedenfalls ist es ein überraschendes Erlebnis, bevor wir den Mittelweg erkunden und über den südlichen Pfad zurück zum Ausgang spazieren.

Video Vallée de Mai | Nationalpark auf Praslin

Eindrücke aus dem wunderschönen Nationalpark Vallée de Mai auf der Seychellen-Insel Praslin.
VG Wort
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