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Pigeon Island National Park und Fort Rodney

Als einziges Ausflugsziel bieten uns Dieter und seine Frau Christiane eine Fahrt nach Pigeon Island an. Dabei handelt es sich um eine Insel am südlichen Ende der Rodney Bay, die durch einen Damm mit St. Lucia verbunden ist. Dass der Damm durchaus Sinn macht, zeigt der Vergleich zwischen den hohen Wellen auf der atlantischen zu den deutlich ruhigeren auf der karibischen Seite.

Bevor wir den Unterschied von einer Anhöhe aus mit eigenen Augen sehen können, führt uns Christiane durch den parkähnlich gestalteten Nationalpark zu den Resten mehrerer militärischer Anlagen.

Pigeon Island, Blick hinauf zum Signal Point
ehemalige Mannschaftsunterkünfte auf Pigeon Island, St. Lucia

Eine der größten Ruinen diente früher als Unterkunft für 60 Soldaten. Die Baracke wurde 1808 gebaut und, nachdem sie 1817 durch einen Hurrikan stark beschädigt wurde, 1824 wiederaufgebaut. Vor Ort erfahren wir, dass das Soldatenleben in der Karibik damals alles andere als komfortabel war.

So soll das Militär eine ganze Weile gebraucht haben, um sich den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Zumindest wurde die warme, ungeeignete Kleidung bald durch tropische Klamotten ersetzt. Anstelle von langen Mänteln und Hosen wurden kurze, rote Jacken und eng anliegende, moskitodichte Hosen an die Männer verteilt.

Falke auf Pigeon Island, St. Lucia
Die Kakteen wachsen hier zurecht. Auf Pigeon Island ist es deutlich trockener als im Umfeld.
Annette im Fort Rodney, St. Lucia

Von den Baracken führt ein steil ansteigender Fußweg hinauf zum Fort Rodney. Die weitreichende Aussicht und, damit verbunden, strategisch günstige Lage der Insel hatte schon der Offizier George Rodney erkannt. Um die Bucht zu schützen, ließ er das Fort 1780 errichten bzw. mehrere Geschütze auf der Insel aufstellen.

Was der britische Offizier nicht wissen konnte: rund 160 Jahre später rückte Pigeon Island erneut ins Visier der Militärs. Diesmal waren es die US-Streitkräfte, welche hier eine Signal Station einrichteten und bis 1947 betrieben.

schweres Geschütz auf Fort Rodney
Blick hinauf auf den Signal Point von Pigeon Island

Mit dem Abstecher zum Fort ist der Rundgang beendet und könnten wir eigentlich Christiane zum feinsandigen Strand nahe des Eingangs zum Park folgen. Stattdessen nehmen wir den zweiten Gipfel, den Signal Peak, in Angriff. Der Weg dorthin führt über die Ridge Battery. Bei dieser Stellung wurde zur Kolonialzeit die stärkste Kanone aufgestellt.

Der »32-Pfünder« konnte nach Norden und Süden ausgerichtet werden, sodass er sowohl den St.-Lucia-Kanal als auch Gros Islet schützen konnte. Die Kanone wurde 1781 erfolgreich genutzt, um die französische Invasion von Gros Islet abzuwehren.

Blick von Pigeon Island auf die künstliche Landzunge zwischen dem Atlantik und der Karibik
Strand bei Pigeon Island

Da wir versäumt haben, etwas zu Trinken mitzunehmen, kehren wir nach dem Aufstieg des ca. 100 Meter hohen Signal Peaks ziemlich durstig zum Eingangsbereich bzw. zum Strand des Parks zurück.

Bevor wir dort ankommen und unsere Reiseleiterin auf einer der Strandliegen finden, gönnen wir uns jedoch zunächst eine Erfrischung im wieder aufgebauten C.O.’s Quarters.

VG Wort
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