Mit dem Dingi nach Duvernette Island

und die riesigen Geschütze aus der Kolonialzeit

Duvernette Island, St. Vincent und die Grenadinen
Blick von Duvernette Island nach Young Island

Wer nach Young Island reist, kann dort in der luxuriösen Duvernette Suite übernachten. Benannt ist die Suite nach einer großen Felsnadel, die sich südlich von Saint Vincent - direkt neben Young Island -

aus dem Meer erhebt, unserem nächsten Ziel des Tages. So sind wir einmal öfter nur wenige Minuten an Bord unseres Segelboots Blue Wave, als wir auch schon wieder ins Dingi steigen.

mit Tillandsien bewachsenes Dickicht auf Duvernette Island
Abwehrkanone auf Duvernette Island
mit Tillandsien bewachsener Baum auf Duvernette Island

Die Fahrt nach Duvernette Island dauert ebenfalls nur ein paar Minuten. Die Anlegestelle besteht aus einer geräumigen Plattform, auf der eine Tafel darüber informiert, dass die Insel aus einer Basaltsäule besteht. Unser Ziel befindet sich knapp 60 Meter weiter oben.

Der Aufstieg erfolgt über eine 255 Stufen lange Treppe, die sich entlang des vulkanischen Pfropfens nach oben windet und jedem, der sie in Angriff nimmt den Schweiß auf die Stirn treibt. Die Anstrengung aber lohnt sich. Denn bis zur ersten Aussicht über Young Island zur Küste von St. Vincent ist es nicht weit.

Blick über Young Island nach St. Vincent
Aussicht von Duvernette Island Richtung Kingstown

Nach zwei Drittel des Weges zweigt links ein Pfad zu einer kleiner Aussichtsplattform ab. Von dort eröffnet sich einem eine gute Sicht hinüber nach Bequia und weiteren Inseln der Grenadinen. Wir aber steigen zunächst bis hoch zur oberen Plattform von Duvernette Island.

Dort angekommen, staunen wir über die riesigen Geschütze, welche zur Kolonialzeit von St. Vincent und den Grenadinen die damals wichtige Hafenstadt Calliaqua beschützen sollten. Ob es gelang, die feindlichen Schiffe effektiv abzuwehren, darf allerdings bezweifelt werden. Denn im 17. Jahrhundert wechselte die Herrschaft über St. Vincent mehrmals zwischen Frankreich und Großbritannien.

Kanonen auf Duvernette Island
Blick von Duvernette Island nach Bequia

Neben der Aussicht und dem geschichtlichen Hintergrund ist die Duvernette Island auch für seine Pflanzen- und Tierwelt bekannt.

So entdecken wir neben einigen Kakteen und Tillandsien Orchideen, die auf den Felsen und Stämmen größerer Bäume wachsen.

Schnorcheln bei Westatlantischen Trompetenfischen und blöden Quallen

Bevor wir am nächsten Vormittag weiter fahren, bringt uns Bobby ein zweites Mal nach Duvernette Island. Diesmal gehen wir jedoch nicht an Land, sondern hüpfen direkt vom Dingi ins Wasser. Damit steht das nächste Schnorcheln auf dem Programm.

Im Gegensatz zu den vorigen Schnorchel-Touren werden wir diesmal jedoch nicht wieder abgeholt, sondern sollen wir entlang der Küste von Young Island schnorcheln und dann zur Blue Wave zurückschwimmen.

Westatlantischer Trompetenfisch (Aulostomus maculatus) bei Young Island
Korallen bei Young Island, St. Vincent

Wieder dauert es nur wenige Augenblicke, bis ich einen interessanten Fisch entdecke. Auch wenn ich mich nach wie vor nicht wirklich gut unter Wasser auskenne, bin ich mir doch sicher, dass es sich um einen Westatlantischen Trompetenfisch handelt.

Die bis zu einem Meter langen Fische passen sich in ihrer Färbung gerne ihrer Umgebung an, sodass sie farblich stark variieren. Von den auf dem ersten Blick ähnlichen Flötenfischen lässt er sich jedoch durch die fehlende, fadenartige Schwanzflosse gut unterscheiden.

Schnorcheln bei Young Island
Schnorcheln bei Young Island, St. Vincent

Zudem gibt es entlang Young Island einige große Korallen zu sehen. Damit stünde einem schönen Schnorchelgang eigentlich nichts entgegen. Wenn da nur nicht die blöden Quallen wären. So sehe ich plötzlich einen leuchtenden orangen Punkt vor mir, eh ich die fast durchsichtige Gallerte entdecke. Als ich mich umschaue, entdecke ich weitere, kleine Quallen.

Bald wird mir klar, dass sie sich wie ein einige Meter breites Band in kurzer Entfernung zur Insel aufhalten. Erst, als ich vom Riff in tieferes Gewässer schwimme, sehe ich mich mit nur noch wenigen Exemplaren konfrontiert. Nach der Erfahrung vor der Insel Baradol aber will ich nichts riskieren und kehre bald auf direktem Weg zum Segelboot zurück.

Video St. Vincent, Kingstown und Duvernette Island

Eindrücke von der Westküste St. Vincents mit Ausflug nach Kingstown und nach Duvernette Island, einer Felseninsel nahe Young Island.

Von Duvernette Island zur Westküste

Küste zwischen Kingstown und der Wallilabou Bay
St. Vincent, Küste zwischen Kingstown und der Wallilabou Bay

Die anschließende Fahrt entlang der Westküste von Saint Vincent entschädigt uns für das nicht ganz so tolle Schnorcheln. So haben wir die Bucht von Kingstown kaum passiert, als sich uns auch schon eine schöne Aussicht nach der anderen eröffnet.

Dabei sind wir überrascht, wie dünn besiedelt Saint Vincent auch heute noch ist. Nur wenige, kleine Dörfer erstrecken sich entlang der Küstenstraße. Und diese ist, da die Westküste steil zum Meer abfällt, in weiten Teilen so gebaut, dass wir sie vom Boot aus nicht sehen können.

Segeln von Duvernette Island zur Wallilabou Bay
Von Duvernette Island zur Wallilabou Bay

Kurz bevor wir unser nächstes Ziel, Wallilabou Bay, erreichen, zeigt unser Skipper zu einer winzigen Bucht. Obwohl sie genug Platz bietet und zu beiden Seiten von Felsen geschützt wird, ist sie frei von jeder Bebauung. »Ist das nicht traumhaft?«, fragt Bobby, bevor er erklärt: »Genau dort hätte ich gerne ein Häuschen.«

Um sich zu versorgen, würde er dann mit dem Dingi zur nächsten Siedlung fahren. Ob der Traum in Erfüllung geht? Wir wissen es nicht, stimmen aber gerne zu, dass die Bucht wirklich traumhaft gelegen ist.

unbebaute Traumbucht nahe der Wallilabou Bay
kurz vor der Ankunft in der Wallilabou Bay
VG Wort