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Hermaness National Nature Resort

Wanderung bis fast zum Leuchtturm von Muckle Flugga

Bald erreichen wir einen schmalen Bach, der über die Klippe ins Meer stürzt. Wasserfälle – auch die kleinen – geben immer ein dankbares Motiv ab. Hier sind es jedoch erneut die Papageitaucher, die uns einmal mehr begeistern.

Immer wieder brechen die so ungeschickt wirkenden Vögel zu Flügen über die Bucht auf, eh sie wieder zur Landung ansetzen und mit ihrem Schnabel ins Gras beißen. Der Rest ist tapsiges Watscheln, Flügel spreizen und mit den Schwanzfedern wackeln.

Schaf bei Hermaness
Vogelfelsen bei Hermaness

Aber ungeschickt, das können wir auch. Es ist ein weiterer schmaler Bachlauf, der Annette zum Verhängnis wird. Während Lars zu einer v-förmigen Stelle geht und dort einfach über das Rinnsal hüpft, versucht sie ihr Glück bei einem flacheren Bereich. Genau genommen ist es ein mit breitblättrigem Moos bewachsener Abschnitt, wo sie den Bach nahezu ebenerdig überqueren will.

Nur ein Schritt auf die grüne Moosdecke und … platsch, schon versinkt sie mit dem einen Fuß bis zum Knöchel im weichen Untergrund. Und weil es so schön war bzw. sie keinen Halt findet, landet der zweite Fuß ebenfalls im Moosbachbett. Wer sie kennt, hält sich in solchen Situationen zurück – und weiß doch, dass sie es beim nächsten Mal besser machen wird.

Leuchtturm bei Hermaness
Moorlandschaft von Hermaness

Gelegenheit dazu gibt der Rundweg auf jeden Fall reichlich. So müssen wir auf dem weiteren Weg immer wieder winzige Rinnsale überqueren. Kurz bevor wir auf Höhe des Leuchtturms von Muckle Flugga sind, passieren wir mehrere von Trottellummen bevölkerte Felsen. Unter den Meeresvögeln gibt es keine andere Art, bei der die einzelnen Paare so eng beieinander brüten. Teilweise hat man das Gefühl, als wenn sie Schulter an Schulter stehen.

Normalerweise kommen Trottellumme nur während der Brutzeit an Land und leben ansonsten auf dem Meer. Wo die Kolonien groß und die Brutplätze rar sind, tauchen sie hingegen alle paar Tage auf, um ihren Besitzanspruch zu zeigen. Die Jungtiere gelten als ausgesprochene Platzhocker. Nach etwa drei Wochen stürzen sie sich aber doch das erste Mal von den Klippen ins Meer. In diesem Alter fehlen ihnen noch die Schwungfedern, was heißt: sie stürzen tatsächlich.

Anne hüpft über einen Graben bei Hermaness
Burrafirth bei Hermaness

Wir selbst biegen beim Leuchtturm nach Süden ab und folgen damit dem Pfad auf den 200 Meter hohen Hermaness Hill. Oben angekommen, erfolgt der Rückweg über das Hochmoor. Durch den hohen Grad der Vernässung ist der Wanderweg an vielen Stellen kaum auszumachen. An einigen Stellen sind es einzig die Brücken, die uns die Richtung vorgeben. Wo sie fehlen, geraten wir hingegen mehrmals in kurze Sackgassen, eh wir einen trockeneren Weg durch das Moor finden.

Klingt mühsam, hat aber auch einen tollen Nebeneffekt: mit fast jedem Schritt wischt das feuchte Gras den Schmutz von unseren Wanderschuhen. Als wir nach knapp drei Stunden wieder bei der Weggabelung ankommen, sehen sie fast wie neu aus. Ab der Gabelung können wir dann auf dem bekannten Weg zum Parkplatz oberhalb des Besucherzentrums zurücklaufen, wo diese einmalig schöne Wanderung endet.

Video Wanderung auf Hermaness, Unst

Wanderung durch das Vogelschutzreservat auf der Halbinsel Hermaness auf Unst. Aufnahmen von den Klippen von Hermaness, von Puffins und Trottellummen.
VG Wort