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Rundgang durch das Edinburgh Castle

Neben Festungsanlagen und Kanonen gibt es auf Edinburgh Castle noch etliches mehr zu sehen. Einige Gebäude wurden zu Museen ausgestattet, andere dienen als Gedenkstätte. Eines der schönsten Memorials ist der Hundefriedhof rechts unterhalb der Mons Meg. Liebevoll, an einem der idyllischsten Plätze im Freien, wird den Vierbeinern gewürdigt.

Deutlich prunkvoller und pompöser ist da das Scottish War Memorial Museum. Aus Granit behauene Tafeln erinnern darin an den Ersten Weltkrieg. Auf der »Roll of Honour« sollen die Namen von über 100.000 Gefallenen aufgelistet sein.

the Redcoat Café im Edinburgh Castle
der Hundefriedhof im Edinburgh Castle

Außerhalb des Kriegsmuseums versammeln sich inzwischen einige Touristengruppen. Es ist Wachablösung. Schwer bewaffnet und mit Kilt, Kiltsocken, Spats (weiße Gamaschen) und Long-Hair-Sporran bekleidet, stampfen die Wachmänner streng und schwer über das Pflaster und lösen ihre Kollegen ab. Alles läuft nach einem strikt einzuhaltenden Plan.

Doch kaum ist das Spektakel beendet, verfliegt die Strenge. Rita und ich schnappen uns einen Mann im Rock und drehen ihn für ein Foto zur Sonne: alles kein Problem. Nachdem auch andere die Gelegenheit für ein Foto nutzen, nutzt er dann aber doch die erstbeste Gelegenheit, um dem Trubel zu entfliehen.

Wachablösung im Edinburgh Castle
Wachablösung im Edinburgh Castle

Als Nächstes suchen wir den Königlichen Palast auf. Neben mehreren schön getäfelten Wohnräumen kann auch der Raum besichtigt werden, in dem Maria Stuart ihren Sohn, dem späteren König Jakob VI., das Leben schenkte. Der Höhepunkt im Palast aber bilden die schottischen Kronjuwelen. Die ersten Könige setzten sich noch schlicht auf den »Stein des Schicksals«, um den Bund zwischen Herrscher, Land und Volk zu symbolisieren.

1306 wurde Robert the Bruce mit einem Reif aus Gold gekrönt. Dieser Reif soll der Legende nach Bestandteil der heutigen Krone sein. Aber erst James IV. erhielt eine sogenannte Königskrone, welche mit gewölbten Bügeln überspannt ist. Immer wieder wurden die »Ehrenzeichen« im Laufe der Jahre verändert und mit Gold und kostbaren Steinen neu geschaffen.

Schild vom foogs Gate beim Edinburgh Castle
Rita und Anne mit einem Wachmann
im Edinburgh Castle

Nach der Krönung von Charles II. mussten die Reichsinsignien zum Schutz nach Dunnottar Castle gebracht werden. Als die Engländer auch diese Burg ins Visier nahmen, wurden die schottischen Kronjuwelen aus der Burg geschmuggelt und bis zum Tod Cromwells in der Kirche von Kinneff versteckt. 1707 symbolisierten sie als ihre letzte Funktion die Vereinigung von England und Schottland zu einem Land, indem das Zepter die »Articles of Union« berührte.

Danach schlummerten sie 111 Jahre im Verborgenen, bevor sie wiedergefunden und im »Crown Room« für die Öffentlichkeit ausgestellt wurden. So können wir in dem dunklen und kleinen Raum die mit Perlen und Edelsteinen besetzte Goldkrone, den vergoldeten Zepter mit einer Weltkugel aus Bergkristall und das königliche Amtsschwert betrachten. Es gibt größere Kronen und Zepter in Großbritannien, aber diese sind älter und haben eine bewegte Vergangenheit.

Militärgefängnis im Edinburgh Castle
Wachablösung im Edinburgh Castle

Das Military Prison verschafft den Besucher einen Eindruck in das Haftleben im letzten Jahrhundert. Immerhin war das Gefängnis bis 1923 in Gebrauch. Dass es mit Sicherheit schlimmer geht zeigt sich im »The Vaults«. Hier wurden schon 1720 Piraten aus der Karibik beherbergt, von denen die allermeisten am Galgen endeten.

Die ersten Kriegsgefangenen waren Franzosen, die bald nach Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs mit Frankreich, im Jahre 1758 in die Burg gebracht wurden. Fluchtversuche endeten oft mit dem Tod. So versteckte sich einer der Gefangenen in der Mistkarre. Blöderweise wurde der Inhalt über die Burgmauer gekippt und er zerschmetterte unterhalb des Burgfelsen.

im Militärgefängnis von Edinburgh Castle

Genug von Kriegsgeschehen und Grausamkeiten suchen wir die Tea Rooms auf. In einem stilvoll und elegant gestalteten Raum genießen wir unseren traditionellen Nachmittagstee mit hausgemachten Kuchen. Wenn man bedenkt, dass sich die Besucher zu dieser Zeit bereits durch andere Teile der Festung schieben und bei der Mons Meg Schlange stehen, ist dieser ruhige Ort ideal geschaffen, um die vielen Eindrücke in sich nachhallen zu lassen. Hier endet dann auch unser Rundgang mit dem guten Gefühl, ein paar schöne Stunden in der Burg verbracht zu haben.

Video Edinburgh Castle mit Wachablösung und Meg Mons

Rundgang durch Edinburgh Castle mit der Argyle Battery, der Meg Mons und dem Tierfriedhof. Aufnahme der Wachablösung. Eindrücke vom Kriegsgefängnis der Burg.
VG Wort
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