Vittoriano

Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II.

Als im Jahr 1870 die Italiener sich einigten und das gemeinsame Königreich gründeten, suchten sie einen geeigneten Ort, um den Monarchen des Resorgimento, Vittorio Emanuele II., ein würdiges Denkmal zu setzen. Zum Nachteil der Piazza Venezia wählten sie den geografischen Mittelpunkt Roms, den sie eben hier fanden.

So entstand zwischen 1885 und 1911 auf der Piazza Venezia der Altar des Vaterlandes, der den Platz seitdem überschattet. Die Beinamen des Denkmals, etwa die große Schreibmaschine oder das große Gebiss, sprechen wohl für sich.

Vittoriano - Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II.
Statue auf einem der beiden Türme

Und doch steht der Altar des Vaterlandes bei den meisten Rombesuchern auf dem Programm. So überqueren auch wir die breite Straße zwischen dem Palazzo Venezia, machen einen weiten Bogen um die Reisebusse und ringen uns für die Fahrt auf die Aussichtsplattform durch.

Der Eingang hierzu befindet sich auf der Rückseite des Denkmals, ist verhältnismäßig teuer und für Leute, welche nicht gerne in einem gläsernen Lift stehen, etwas kritisch. So wird es mir auf der Fahrt nach oben doch ein wenig mulmig und bin ich froh, als sich oben die Tür öffnet und ich mit einem schnellen Schritt wieder festeren Boden unter die Füße bekomme.

Blick vom Denkmal Richtung Colosseum
Bick über das Forum Romanum zum Palatin

Ganz ehrlich, die Fahrt lohnt sich, zumindest bei diesigem Wetter, nicht wirklich. Zwar haben wir vom Dach der alten Schreibmaschine einen guten Überblick über die Sehenswürdigkeiten Roms, den bekommt man allerdings auch bei einem Spaziergang auf den Aventin oder im oberen Bereich des Viertels Trastevere.

Mit vielleicht dem Unterschied, dass es bei den Spaziergängen reichlich Möglichkeiten gibt, sich hinzusetzen, während es auf dem Vittorio keine einzige Bank gibt. Sei es, weil sich die Besucher hier oben nicht allzu lange aufhalten sollen oder auch wegen der Möwen, die sich auf dem windexponierten Gebäude wohl fühlen.

beste Aussichten für die Möve
Annette auf der überteuerten Plattform
VG Wort