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Kolosseum von Rom

Das Gefühl im Innern ist eigenartig. Auf der einen Seite sind wir hin und weg von der Größe des Bauwerks und fasziniert von den vielen Sitzreihen, die steil übereinander angebracht sind. Löcher im oberen Teil zeugen noch von den Stangen, über die an heißen Tagen ein riesiges Sonnensegel gezogen wurde, während wir unter uns in die Gänge der antiken Trainingsräume,

der Zugänge für die Kämpfer in die Arena und die Bereiche der Tiere schauen. Schließen wir für einen Moment die Augen und stellen uns das Gedränge auf den Rängen vor, die kreischende Masse, die sich an den Darbietungen ergötzt, Männer, Senatoren in ihren edlen Gewändern und Tuniken, aber auch Frauen, welche den Kämpfern zujubeln, um sich verschreckt abzuwenden, sobald es ernst wird.

im Museum
Blick in die Ankleidekabinen und Ankleidekabinen der Gladiatoren sowie die Räume mit den Raubtierkäfigen

Auf der anderen Seite ist es barbarisch, was sich hier ab dem Jahr 80 nach Christus zugetragen hat. Allein die Eröffnung feierten die Römer mit 100 Tage andauernden Festspielen, bei denen etliche Gladiatoren und rund 5.000 Tiere zur Belustigung des Volkes getötet wurden, Kaiser Titus zum Dank.

Wenn wir uns fragen, wie es Leute geben kann, die sich am Leid anderer ergötzen oder die Tiere einfach aus Spaß an der Freud quälen, so wird uns hier deutlich vor Augen geführt, dass dieses Phänomen wohl so alt wie die Menschheit selbst ist.

Platz für 50.000 Zuschauer
nanana!

Und doch, ausgerechnet an dem Ort, wo das Abschlachten salonfähig war, brennen immer dann alle Lichter für 48 Stunden, wenn irgendwo auf der Welt ein Todesurteil ausgesetzt oder die Todesstrafe abgeschafft wird.

Damit dient das Kolosseum seit dem Jahr 1999 als Gedenkstätte und Monument gegen die in immer noch vielen Ländern präsente Todesstrafe.

Blick zur benachbarten Kirche
wo früher der Kaiser saß, erinnert heute ein Kreuz an die Martyrer des frühen Christentums
unterer Gang um die Arena
VG Wort
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