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Spanische Synagoge

Bereits von außen ist die Spanische Synagoge das schönste Gebäude des Jüdischen Museums in Prag. Sie steht an der Stelle des ersten jüdischen Bethauses der Stadt (an der Vezenská-Straße) und wurde 1868 nach einem Projekt von Ignác Ullmann im maurischen Stil erbaut. Damit erinnert die Synagoge zugleich an die Zeit, als die Prager vielen in Spanien verfolgten Juden Asyl gewährte.

Als wir den großen Mittelraum mit seiner gewaltigen Kuppel betreten, staunen wir über den Glanz und Prunk in der Synagoge. Hier Fotografieren? Das können wir wohl vergessen, denken wir noch, zumal der Mittelraum nur schwach beleuchtet ist. Das ist zwar schade, aber man muss ja nicht alles unbedingt ablichten, sondern kann die Räume auch ruhig mal einfach ein paar Minuten lang auf sich wirken lassen.

Um so erstaunter sind wir, als wir uns ein wenig an das Licht gewöhnt haben, beziehungsweise an das Blitzlichtgewitter!!! Denn trotz des Fotografierverbots zücken die Besucher gleich reihenweise ihre Kameras. Natürlich gibt es auch hier einen Aufpasser.

Dieser, ein älterer und ausgesprochen sympathisch wirkender Herr, ist mit seiner Aufgabe jedoch vollends überfordert. Seine Bitten, die Kameras auszuschalten, bleiben meist ungehört.

Spanische Synagoge
Spanische Synagoge

Da hilft es auch nur wenig, dass er sich (etwa zwei Meter) vor die Leute stellt und freundlich winkt. Zugleich aber scheint er längst zu wissen, dass sein Unterfangen in Zeiten der digitalen Fotografie sinnlos ist. Denn auf drängenden Bitten einzelner Touristen geht er sogar wieder zur Seite und lässt sie gewähren.

Bevor er dann weiter durch den Raum trottet, umgeben von wahren Heerscharen an blitz- und knipswütigen Besuchern. Andererseits wäre es aber auch schade, wenn eine so schöne Synagoge hinter den hohen Mauern versteckt bliebe.

Spanische Synagoge
Spanische Synagoge
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