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Aussicht und Doline Shatat

über das Dhofar-Gebirge in Richtung Westen

die »Zickzack-Road« in den Dhofar-Bergen des Oman
die »Zickzack-Road« in den Dhofar-Bergen des Oman

Nachdem wir Mughsail passiert haben, führt unsere Fahrt über kahle Berge. Die Ausläufer des Dhofar-Gebirges bzw. der Al Qara-Berge reichen hier bis an die Küste, sodass sie lange Zeit eine natürliche Grenze bildeten. Heute geht es hier steil nach oben. Die Sicht auf das Meer ist bald von hoch aufragenden Felsen versperrt. Kaum sind wir auf gut 250 Meter Höhe, geht es genauso steil wieder hinunter in einen Wadi,

der sich bis zum Fazayah Beach erstreckt. Auf dem Talboden weisen Schilder darauf hin, dass bei stehendem Wasser auf die rote Markierung zu achten ist. Nur wenn diese zu sehen ist, ist ein Durchfahren noch möglich. Um Neujahr herum gibt es hier wegen der Trockenzeit keine Probleme. Umso deutlicher zeugt die Auffahrt auf den nächsten Berg von den gewaltigen Kräften von Wind und Wasser.

Aussichtspunkt über dem Ozean bei Shatat oder Shaat
Aussichtspunkt über dem Ozean bei Shatat oder Shaat

Acht, in dem Felsen gehauene Spitzkehren bringen uns schnell wieder auf 500 Meter über dem Meer. Beim Bau dieser Straße mussten tausende Tonnen Fels gesprengt werden. Aufwendige Drainagen lassen das Monsunwasser kontrolliert abfließen. Denn das instabile Kalkgestein birgt ständig die Gefahr von Erdrutschen.

Gefährdete Hänge sind deshalb mit einer Betonschicht überzogen. Das Land ist stolz auf ihre »Zickzack-Road« und hat auch allen Grund dazu. Denn ihre Fertigstellung beendete eine jahrhundertelange Isolation der Bewohner in den Bergdörfern des Jebel al Qamar.

die Höhle bei der Klippe von Shatat – Shaat
Anne bei der Höhle bei der Klippe von Shatat – Shaat
Früchte bei Shatat – Shaat im Oman

Auf fast 1000 Metern fahren wir auf dem Plateau durch eine vegetationsarme und einsame Gegend. Umso überraschender ist eine Militärkontrolle, die plötzlich im Nirgendwo auftaucht. Die Militärjeeps sind mit einem Geschützstand ausgestattet. Im Schatten sitzen schwer bewaffnete Soldaten

und halten Ausschau nach was auch immer. Doch der Jemen ist nahe und Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. In einer Baracke werden unsere Pässe und Fahrzeugpapiere kontrolliert, bevor wir den Schlagbaum passieren und weiterfahren dürfen.

Wüstenrose bei der Klippe von Shatat – Shaat
Anne und Lars bei der Klippe von Shatat – Shaat

Gut zehn Kilometer weiter erreichen wir den kleinen Ort Shatat, auch Shaat genannt. Hier verlassen wir die komfortabel ausgebaute Hauptstraße und holpern fortan über Kameldung und durch Schlaglöcher. Nach etwa vier Kilometern erreichen wir einen gut ausgeschilderten Parkplatz. Zu unserer Überraschung treffen wir in dieser gottverlassenen Gegend eine italienische Gruppe. Kleine Pavillons bieten auf dem Picknickplatz Schatten.

Unser Interesse indes gilt dem Aussichtspunkt. Von hier aus blicken wir 900 Meter tief auf den Ozean. Geschützt durch eine Mauer ist der Ausblick bereits schwindelerregend. Dennoch gibt es auf der linken Seite einen Durchgang. Von dort führen grob behauene Treppen zu einer Halbhöhle, direkt in der Steilwand. Hier wurde auf jedwede Schutzvorrichtung verzichtet. Dafür öffnet sich uns hier die perfekte Sicht auf den senkrecht abfallenden Felsen. Wow!

die Moschee von Shatat – Shaat im Oman

Nach diesem imposanten Ausblick lohnt sich Shaat noch für eine zweite Sehenswürdigkeit. Wieder in Richtung der Ortschaft nehmen wir nach 1,7 Kilometern (ab dem Aussichtspunkt) die Stichstraße zum nächsten Parkplatz. Diesmal sind wir die einzigen, abgesehen von ein paar Kühen, die durch das niedrige Gestrüpp schleichen.

Ein Spazierweg führt halb um eine Einsturzdoline. In Dhofar gibt es einige solche sowie auch noch gewaltigere Dolinen. Die von Shatat ist so tief, dass der Grund des Einsturzkraters von keiner Stelle zu sehen ist. Dafür ist die Stille herrlich, welche vom Zwitschern der Vögel untermalt wird.

VG Wort
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