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Abends im Hilton Salalah

von den Kochkünsten bis zum Tanzen

Allmählich endet unser erster Nichts-tu-Tag. Es wird Zeit, sich fürs Abendessen zu richten. Auch hier bemerken wir bald eine sich täglich wiederholende Routine. Wir versuchen stets einen Tisch auf der oberen Terrasse zu erhalten. Denn von dort hat man den gesamten Außenbereich im Blick, sodass wir das Kommen und Gehen der anderen Gäste verfolgen können. Meist sitzt Christa ganz in unserer Nähe und steigert den Unterhaltungswert. Sharif weiß nach zwei Tagen, dass wir jeder ein Sprudelwasser und ein Glas Rotwein bekommen.

Mit Getränken bestens versorgt, lassen wir uns anschließend vom Essen überraschen. Hier erweisen sich die philippinischen Köche als wahre Künstler am Kochtopf und Grill. Das Essen ist echt lecker, vielseitig und auch qualitativ voll und ganz in Ordnung. Selbst die Kuchen und Desserts, um welche wir normalerweise einen großen Bogen machen, sind ansprechend dekoriert und in verführerisch kleine Portionen aufgeteilt. Zum Abschluss ist es somit ein Leichtes, sich durchzuprobieren, ohne dass es gleich in Völlerei ausartet.

unsere Aussicht beim Essen im Hilton Salalah
gegen Abend am Meer bei Salalah

Einziges Manko der Rund-um-sorglos-Verpflegung ist der drohende Bewegungsmangel. So machen wir uns bald auf die Suche nach dem Tanzlokal. Nachdem wir bereits zufällig das ukrainische Gesangsduo A&N getroffen hatten, führt uns der Weg an der Rezeption vorbei zur Whispers Bar. Dann aber stutzen wir, ob die Bar überhaupt schon geöffnet ist? Denn auch für eine Hoteldisco ist es ist ungewöhnlich still vor der Tür. Erst, als wir diese öffnen, schallt uns der Singsang von Anna und Nathalie entgegen. Die beiden unterhalten einen leeren Raum, was wirklich schade ist.

Wir bleiben, bestellen Cuba libe und warten kurz ab. Da sich bis auf zwei Einheimische keine anderen Gäste in den Raum trauen, tanzen wir bald für uns alleine. Sowie auch für die beiden Sängerinnen, welche sichtlich erfreut sind über uns. Erst gegen Mitternacht füllt sich die Disco. Es sind durchweg Einheimische, die in den Raum strömen und sämtliche noch freien Tische in Beschlag nehmen. Und das, obwohl an unserem ersten (Donnerstag-) Abend ab null Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf. Denn ab Mitternacht ist Freitag, der heilige Tag der Omanis.

im Garten vom Hilton Salalah im Oman
Sängerin im Hilton Salalah
Anne am Abend im Hilton Salalah

Mit den Omanis wird auch die Security zahlreicher. Manch einer der »Nachthemdträger« versucht, sich an europäische Frauen heran zu tanzen. Ein solches Verhalten wird nicht geduldet, ungeachtet dessen, dass die von außerhalb kommenden Männer im Gegensatz zu den Hotelgästen den Eintritt bezahlen müssen. Als sich mir einer nähert, geht Lars einfach dazwischen und gut ist. Dafür pirscht sich der Nachthemdträger an die nächste Frau heran. Zu seinem Missgeschick ruft er damit einen Mann der Security auf den Plan.

Doch noch ehe sich die Situation entwickeln kann, packt er seinen Landmann am Kragen und setzt ihn vor die Tür. Auch bei den angenehmeren Omanis, die sich nur unterhalten wollen, werden wir angesprochen. Wenn wir uns unwohl fühlen, sollen wir uns bitte melden. Die Security regelt das dann. Ähm ja, ist sicher nett gemeint, für unseren Geschmack aber leicht übertrieben. Wir kommen ohne Petzen aus, was einen sicherlich besseren Eindruck auf die Einheimischen macht.

ein Weihnachtshaus in der Lobby vom Hilton Salalah im Oman
Anne und Lars vor dem Tanzen im Hilton Salalah

So verstreichen die ersten beiden Tage im Oman relativ ereignislos. Konnte uns das Hilton in den ersten Stunden nicht wirklich überzeugen, so stellt sich allmählich das Kubasyndrom ein. Wir beginnen, das Resort zu mögen und fühlen uns wohl. Einzig mit dem vielen Nichtstun kann ich mich nur sehr langsam anfreunden, wenn überhaupt.

VG Wort
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