Besuch der Alabaster Moschee

Mohammed-Ali-Moschee in Kairo

Auch wenn es die Archäologen nicht so gerne hören werden: ich wäre dafür, die Pyramiden so zu restaurieren, dass sie ihr altes Aussehen wieder erlangen. Natürlich sollten dabei die Steine wieder verwendet werden, welche die Pharaonen einst in den Kalksteinbrüchen östlich des Nils abbauen ließen.

Und da genau liegt das Problem: viele der Steine haben die Ägypter zur Zeit der Kreuzzüge und während des Mittelalters für Bauwerke innerhalb Kairos verwendet, welche heute ebenfalls und zu Recht denkmalgeschützt sind.

unterhalb der Zitadelle erheben sich einige Moscheen
Festungsturm der Zitadelle

Die meisten übrigens finden sich heute in der Zitadelle. Sie wurde zwar nie zur Verteidigung der Stadt benötigt. Als die Kreuzritter durch den Orient zogen, wusste jedoch noch keiner, dass sie es nicht durch die Sümpfe im Nildelta schaffen.

Dafür aber bietet sie dem Besucher heute einen recht guten Blick über die älteren Viertel Kairos mit zahlreichen Moscheen wie zum Beispiel der Moschee des Ahmed el-Katchoda (unterhalb der Alabaster-Moschee).

Mohammed-Ali-Moschee (Alabastermoschee)

Über einen geschwungenen Weg mit Palmen und kleinen Rasenflächen kommen wir zur Mohammed-Ali-Moschee. Ihren Beinamen, Alabaster-Moschee, bekam sie wegen ihrer elf Meter hohen Verkleidung aus Alabaster.
Auch wenn die Moschee zum Pflichtprogramm eines Kairo-Ausflugs zählt und sich hier jede Menge Touristen aufhalten, gilt natürlich auch hier die Pflicht, sich entsprechend zu kleiden. Zumindest für die Frauen. Denn während ich lediglich meine Sandalen ausziehen muss, darf sich Annette einmal mehr in ein schickes Gewand werfen. Dass sich die Hitze darunter erst recht staut, soll nicht mein Problem sein.

auch hier herrscht eine strenge Kleiderordnung (für Frauen)
der Bab el-Moqattam im Osten der Zitadelle (nahe des Zugangs)
Defekter Uhrturm aus Frankreich

Im offenen Hof angelangt, fällt unser Blick auf einen etwas unpassend wirkenden Uhrturm. Diesen hat König Louis Philipp im Jahr 1846 Mohammed Ali als Gegengabe für den in Paris aufgestellten Luxor-Obelisken geschenkt. Während der Obelisk auch heute noch den Mittelpunkt des Place de la Concorde bildet, hat der Uhrturm zum Ärger der Ägypter allerdings nie funktioniert.

Kuppelsaal der Alabastermoschee
Blick in die Kuppel

Umso eindrucksvoller ist hier die 52 Meter hohe Kuppel der Moschee. An mehreren Kränzen hängen zahlreiche Lampen, welche den Innenraum in ein goldenes Licht tauchen. In kleinen Gruppen sitzen die Besucher,

um der Geschichte der Moschee mit ihren französisch barocken Elementen und der ausgeklügelten Akustik zu lauschen sowie sich (natürlich) auch die Säulen des Islams erklären zu lassen.

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