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Hotel Safir in Hurghada

Wenn der Kellner und der Chefkoch zornen

Laut unserer letzten Information ist das Hotel bis auf weiteres geschlossen.

Nachdem uns die erste Nacht im Hotel Safir noch in schlechter Erinnerung war, überraschte uns das Personal nach der Kreuzfahrt mit einem netten Telegramm von Berge & Meer. Als nächstes leiteten uns die Angestellten an den anderen, vor uns in der Hotelhalle eingetroffenen Gästen vorbei und führte uns der Kofferjunge ohne Verzögerung zu unserem Zimmer.

Nach der langen Busfahrt von Luxor ans Rote Meer ist das natürlich sehr angenehm. Eine solche Sonderbehandlung erwarte ich allerdings nicht und finde sie gegenüber unseren Mitreisenden auch nicht fair.

Suite im Safir

Im Zimmer angekommen, sind wir erstmal glücklich, dass es nicht so eng wie das in der ersten Nacht, sondern in zwei Räume mit kleinem Eingangsbereich eingeteilt ist. Der geräumige Balkon bietet uns eine herrliche Sicht über die winzige Badebucht des Hotels, zwei Anlegeplätzen und den benachbarten öffentlichen Strand, und auf dem kleinen Tisch in der Sitzecke erwartet uns ein Teller voll Obst. Spätestens aber der Safe stellt klar, dass wir eine Suite bekommen haben - den gibt es nämlich nicht in den »normalen« Zimmern.

Hotel Safir - Badebuch

Das Safir hat einen schönen, durch die Hotelflügel geschützten Garten mit Pool und natürlich auch Bar. Wer gerne am Strand spaziert, ist im Safir jedoch an der falschen Adresse. Denn nach beiden Seiten gibt es am Wasser kaum Bewegungsfreiheit. Aber vielleicht muss das ja so sein. Denn während sich beim Hotel vor allem Russinnen gerne oben ohne in die pralle Sonne legen, verschleiern sich die ägyptischen Frauen am öffentlichen Strand in schwarze Gewänder. Ein Gegensatz, der kaum größer ausfallen könnte.

Früchtekorb im Hotel Safir

Schwimmen im Meer fällt durch die beiden Bootsanleger weitgehend ins Wasser, an Schnorcheln ist gar nicht zu denken. So bleibt, auf den immerhin bequemen Liegen in aller Ruhe seine Urlaubslektüre zu lesen. Wobei an Ruhe dank der Animationsbeschallung nicht wirklich zu denken ist.
Nervig ist zudem, dass die Animation einem ständig irgendwelche Sachen aufschwätzen will, die zusätzlich Geld kosten. So reagierte der Henna-Typ beleidigt, als wir auch am dritten Tag noch kein Tattoo haben wollten.
Eine Massage hat sich Annette hingegen gegönnt. Die allerdings war keinesfalls billiger als sie bei uns in Waldshut-Tiengen angeboten wird.

Regelrecht schlecht und sicherlich keine vier Sterne wert ist das Restaurant. Das Büfett ist mickrig und eintönig, frisches Obst sowohl morgens wie abends Mangelware bis gar nicht vorhanden, Fisch gab es in der einen Woche nur zweimal

- und dieser war dann so schlecht zubereitet, dass wir darauf verzichtet haben. Für ein Land, in dem anscheinend alles wächst, für einen Fischerort direkt am Meer, einfach nur ein Armutszeugnis.

Hotel Safir - Außenansicht
Hotel Safir - Blick in den Garten

Ein Armutszeugnis ist auch die Bedienung. Da wir nicht all-inclusive gebucht hatten (was sich auch nicht lohnt), mussten wir die Getränke quittieren. Weil wir keinen Stift zum Essen mitgenommen hatten, pflaumte uns der Kellner erstmal an. Ein wiederkehrendes Problem, obwohl er die Bestellung ja auch schon zuvor aufgeschrieben hatte.

Genauso fand ich es absolut daneben, dass unser Kellner (im Marinelook) abgegriffene Späßchen gemacht hat,

die nicht ehrlich rüber kamen und damit nur peinlich wirkten. Die falsche Maske fiel, als einer aus Gruppe eine offensichtlich nicht ernst gemeinte Bemerkung machte und der Kellner plötzlich zu zornen anfing. Wie übrigens auch der Chefkoch, als wir auf dem ausgeteilten Fragebogen (da hatten sie wieder Stifte) das Restaurant nur mit »gut« bewerteten.

Annette beschreibt das Hotel Safir - Zimmer der Suite

Sehr viel ausführlicher beschreibt Annette das Hotel Safir. Nur soviel vorweg: ihr hat es gar nicht gefallen.

Als wir in der Suite standen, war ich erst mal glücklich. Das Zimmer ist unterteilt in zwei Räume mit einem kleinen Eingangsbereich. Die Möbel sind hell gehalten, was das ganze sehr freundlich wirken lässt. Auch sind die Möbel recht neu und kein bisschen abgenützt.

Zur Begrüßung stand bei unserer Sitzecke, die fast einem Wintergarten glich, eine große Obstschale mit lauter leckeren Früchten. Dazu Teller, Besteck und gepflegte Stoffservietten.


Hinter der Sitzecke versteckt, war der Safe zu finden, welcher geräumig und leicht zu programmieren ist. Einen Safe gibt es übrigens nur in den Suiten des Hotels, die anderen Zimmer brauchen so was wohl nicht,

weil bei den normalen Zimmern kann man nicht einmal die Türen zum Balkon zuschließen. Dafür bekamen wir die Türe zum Balkon fast nicht auf, so schwer ging das.


Draußen hatten wir einen herrlichen Blick aufs Meer. Das Hotel hat seine Zimmer alle auf die Gartenseite gerichtet und ist sehr lang gezogen. Wir waren am Kopfende der einen Seite und blickten nicht nur in die Hotelbadebucht, sondern zudem auf einen öffentlichen Strand gleich hinter dem Hotel. Die gegensätzlichen Aussichten waren daher extrem.

Auf der Hotelseite die Oben-ohne-Russinnen und auf der öffentlichen Seite verschleierte Ägypterinnen in ihren schwarzen Gewändern. Egal, der hauptsächliche Blick ging ja direkt aufs Meer raus. Nicht so schön waren die schnöden Plastikmöbel. Was etwas störte waren die vielen Boote, die am ganzen Strand entlang angelegt haben. Lärmbelästigung hatten wir dadurch jedoch keine.


Tische mit Ablageflächen hatten wir zu genüge im Zimmer. Auf einem stand ein großer Fernseher mit einigen deutschen Programmen. Daneben war die Minibar, welche allerdings nicht gefüllt war. Stellte man da was rein, hat sich ganz viel Wasser am Boden angesammelt. Aber sie war trotzdem als Kühlschrank zu nutzen. Allerdings konnte man kaum Klamotten verstauen.

Es gab zwar einen Wandschrank. Der war aber nicht sonderlich tief, sodass die Bügel schräg drin hängen mussten, damit die Türe wieder zuging. Es hat auch nur eine Ablagefläche ganz oben, auf der schon mehrere warme Decken lagen. Sonst hatte man nur den Schrankboden als Stellfläche, wo wir nur unsere Schuhe unterbrachten. Der Rest blieb halt im Koffer.


Das Bett war bequem, groß und hatte eine durchgehende Matratze. Dass die Klimaanlage darauf zielte war auch sofort geändert, man musste nur die Lamellen der Anlage zur Decke drehen.
Das Bett war schön gestaltet und hatte schöne große Nachttische mit zugehörigen Lampen. Damit man nicht auf den kalten Bodenfliesen laufen musste, war das Bett mit schönen Läufern umlegt.

Das Bad war sauber und einigermaßen schön gestaltet. Im Verhältnis zum Zimmer allerdings recht klein. Zudem störte mich doch etwas die schlampige Verlegung der Fliesen, was in solchen Ländern aber Standard ist. Dafür hatten wir eine Badewanne mit genügend Platz und auf warmes Wasser brauchte man nicht sonderlich lange warten.


Die Handtücher waren immer sauber, flauschig und wurden regelmäßig gewechselt. Es lagen Duschgel und Shampoo in einem Korb, was ich aber nicht benutzte.
Die Ruhe in dem Zimmer aber war perfekt. Die Suiten sind mit einem kleinen Flur vom langen Hotelkorridor abgetrennt und am Abend kann man eine zusätzliche Türe schließen.

So ist man mit zwei Türen von sämtlichen anderen Gästen getrennt und hat damit seine Ruhe. Nach dem Lärm in der allerersten Nacht dort, war ich darüber sehr dankbar. Auch die Zimmerreinigung hat gut geklappt, wenn auch leider immer etwas spät. Liegt wahrscheinlich daran, dass es das letzte Zimmer im Korridor ist.

Das schönste am Hotel war der Garten mit Pool

Der Garten war noch das schönste von allem, weil der war gepflegt. Auch der Pool war schön und eigentlich für das kleine Hotel groß genug. Dieser war immer sauber, wenn wir dort waren und Gärtner waren stets damit beschäftigt, die vielen Pflanzen drum herum zu pflegen.


Die kleine Strandbucht war allerdings eine Lachplatte. Da konnte man ein paar Meter über Sand laufen und das war es. Zudem waren links und rechts von der winzigen Bucht große Bootsanlegestellen. Also kann man nicht schön schwimmen gehen und erst recht nicht Schnorcheln.

Korallen und schöne Fische sind Mangelware. Aber es stehen genügend gemütliche Liegen und Sonnenschirme am Strand, sodass jeder gut ein Plätzchen bekommt. Die Badetücher waren in Ordnung. Was am Strand aber etwas nervte, war die Beschallung der Animateurmusik.

Die Rezeption und ihr Telefonmann

Über eine Treppe kommt man vom Garten in die Lobby. Die ist recht niedrig, hat einige Sitzmöglichkeiten, welche abgenutzt, aber trotzdem gemütlich sind. Aber richtig schön ist es dort nicht. Die Rezeption ist recht groß und das einzige, was im Safir einigermaßen gut organisiert ist.


Gleich neben der Rezeption ist das Telefonierzimmer. Die Zimmer haben zwar ein Telefon. Damit kann man aber nur im Hotel telefonieren. Will man sonst wohin anrufen, sollte man zu dem Telefonmann. Leider hat dem nie jemand die Zahlen (geschweige denn zielgenaues Tippen) erklärt. So wollten wir unserem Veranstalter für unsere Kurzreisen anrufen und gaben dem Mann einen Zettel mit der Nummer in die Hand.

Der fing auch gleich an zu tippen, allerdings eine ganz andere Nummer. Dazu gab es dann keinen Anschluss und er behauptete erstmal, die Nummer gibt es nicht. Erst beim vierten Versuch und als wir so langsam ungeduldig wurden, schaffte er es, richtig zu wählen.


Dafür nimmt es das Wachpersonal am Eingang sehr genau. Durch eine Drehtür gelangt man in die Lobby und sollte sich dann erst mal durchleuchten lassen. Man könnte ja irgendwas Falsches dabei haben. Ich bin da kein einziges mal durch und es hat keinen interessiert. Es gibt auch Gäste, die wurden wegen mitgebrachter Getränke angemeckert, was uns auch nie passiert ist.


Von außen ist das Hotel übrigens nicht erwähnenswert. Ehrlich gesagt, war ich doch ein wenig geschockt, als wir das erste mal vor der Tür standen. Es sieht nicht sonderlich schön aus und ist schon recht vergammelt. Von der Gartenseite wird eher darauf geachtet, dass mal einiges saniert gehört.

Aber die Außenansicht interessiert keinen. Der Eingangsbereich geht ja noch, aber die Seitenansicht ist miserabel. Geht man über die Straße, gelangt man noch zur Bungalowanlage. Sieht von Weitem ganz gepflegt aus, haben wir aber nicht näher angeschaut.

Einkaufsmöglichkeiten im Umfeld des Hotels

Einkaufen kann man im Hotel. Zumindest irgendwelche Drogerieartikel und natürlich Souvenir wir Papyrus, Parfum, Schmuck und sonstigen Kitsch. Die kleine Ladenpassage ist ganz nett, haben wir aber nicht genutzt. Zur Altstadt ist es ja nicht sonderlich weit und man hat dort einiges mehr an Auswahl und die Preise sind natürlich einiges billiger.

Zudem gibt es beim Marriott Hotel noch Einkaufsmöglichkeiten, unter anderem eine Apotheke, bei der wir uns mit allem Möglichen eingedeckt haben, weil Medikamente sind dort sehr billig, selbst wenn sie von gängigen Pharmakonzernen sind.

Animation, Henna-Tattoo und Massage

Das Personal war eigentlich ganz nett. Zumindest, solange man das getan hat, was sie wollten. An der Rezeption waren wohl die einzigen, die sich wirklich Mühe gegeben haben. Leider nicht die Animation. Täglich wurde man genötigt, irgendein Zeug mitzumachen. Am besten noch diese, die zusätzlich Geld kosten, wie Henna-Tattoo und Massage.

Die Massage hab ich einmal mitgemacht und es hat ganz gut getan. Allerdings nicht sonderlich billig, mit der Begründung: »in Deutschland kostet es sicherlich 10 EUR mehr«. Der Henna-Typ war dafür beleidigt, nachdem wir ihm klargemacht haben, dass wir auch am dritten Tag kein Henna und einfach nur unsere Ruhe wollen.

Hotel Safir - Nebengebäude
Hotel Safir - Nebengebäude

Nervig fand ich die in Arm Nehmerei. Kaum war ich ohne meinen Mann mal kurz unterwegs, wurde mit einem »hallo, wie geht's« versucht, auf gut Freund zu machen und ich hatte irgendeinen Arm um die Schulter. Bin ja nicht verklemmt. Aber so was mag ich gar nicht, von Leuten, die ich gar nicht kenne.

Ist den Animateuren aber auch nicht immer zu verdenken. Immerhin hatte es in dem Hotel einige russische Mädchen, die das ganz toll fanden. Auch wenn sich die Typen am Strand gleich auf sie gesetzt haben. Die Papas der Mädchen fanden das auch noch ganz witzig.

Hotel Safir - Eingangsbereich
Hotel Safir - Eingang

Um die allgemeine Animation haben sie sich dafür weniger gekümmert, außer dass die Leute am Strand mit lauter Musik vollgedröhnt wurden und am Abend die Vorführungen so langweilig waren, dass kaum mehr als zehn Leute zuschauten. Tagsüber wurden in der prallen Sonne Dehnungsübungen angeboten. Sonstige Sportangebote sind mir nicht aufgefallen.

Aber das Reinigungspersonal war ganz ordentlich, weil nicht nur im Zimmer alles immer sehr sauber war, sondern in der ganzen Anlage. Und die waren auch nicht so aufdringlich.

Restaurant im Safir und der Restaurantchef

Das Restaurant befindet sich in der zweiten Etage in einem großen runden Raum, mit Panoramafenster zum Garten. Als wir dort waren, war das Essen recht eintönig und das Büfett sehr klein. Gut, es waren nicht sonderlich viele Leute anwesend, da hat man auch ohne Anstehen genügend abbekommen. Allerdings ist es doch schon enttäuschend, wenn es in der einen Woche grad zweimal Fisch gibt und diesen so schlecht zubereitet, dass man darauf hat verzichten können.

Immerhin war Hurghada mal ein Fischerdorf. Fleisch esse ich eh keins, so hatte ich dort eine vegetarische Woche mit europäischen Nudeln und die passenden Soßen. Wenigstens schmeckte dies und die Suppen waren auch ganz lecker. Zum Glück waren wir noch auf Ausflügen, sonst hätten wir gar nichts von der ägyptischen Küche abbekommen.

Schade fand ich, dass es überhaupt kein frisches Obst gab. Beim Dessert waren jede menge süße Cremes und Kuchen. Aber Obst hatten wir nur in unserer großen Obstschale im Zimmer und das ist dann doch schade. Beim Frühstück ist es ähnlich. Da bekommt man aber wenigstens leckeres frisches Gebäck.

Etwas nervig fand ich das Personal. Da wir kein All-Inclusive hatten, mussten wir immer auf Rechnung trinken und diese nach dem Essen unterschreiben. Leider hatte ich nie eine Tasche mit was zum Schreiben dabei, und das Personal hatte auch nie was zum Schreiben. Und dass der Gast deswegen dann erst mal angepflaumt wird, finde ich nicht gerade nett. Am letzten Tag bekommt man dann so einen Bewertungsbogen zum Ausfüllen. Da haben sie komischerweise einen Stift.

Da wir keine Lust auf Diskussionen hatten, haben wir nur den Zimmerservice bemängelt, welcher uns einmal am Abend einfach vergessen hatte und wir extra noch mal deswegen zur Rezeption mussten. Und schon hatten wir die Diskussion am Hals. Der Restaurantchef konnte die Rüge nämlich nicht stehen lassen, weil er sonst Ärger von oben bekommt. Somit hat er so lange genervt, bis wir alles ganz toll angekreuzt hatten, wie er es wollte. So bekommt man im Safir seine guten Bewertungen.

Kommt man wegen eines Ausflugs etwas später zum Essen, darf man nicht mit einem sauberen Tisch rechnen. Einmal eindecken am Abend reicht, da kann man dann froh sein, dass wenigstens noch sauberes Besteck und ein frisches Glas gebracht wird. Die versabberten Tischdecken interessieren dann keinen.

Fazit - mir hat das Hotel gar nicht gefallen

Mir hat es in dem Hotel gar nicht gefallen. Das Zimmer war zum Glück toll, was einiges wieder gut machte. Aber hätten wir keine Suite bekommen, hätte ich glaub gar keinen positiven Eindruck bekommen. Für uns hat es ja gereicht, weil wir eh fast nie im Hotel waren und der dämlichen Animation gut aus dem Weg gehen konnten.

Aber es gibt Leute, die verbringen dort die meiste Zeit ihres Urlaubs. Das könnte ich nicht. Unsere kleine Reisegruppe war die einzige deutsche Gruppe. Die restlichen Gäste waren Russen und Franzosen. Wäre ja nicht so schlimm, wenn sich die russischen Mädchen nicht so freizügig benehmen und von den Animateuren ständig angrabschen lassen würden.

VG Wort
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