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Ausflug zur Insel Elephantine

Beim südlichen Ende der Pflanzeninsel holt uns das Boot wieder ab. Bevor wir unser letztes Ziel, die Insel Elephantine, ansteuern, kurven wir durch den unteren Bereich des ersten Katarakts. Einst war die felsige Landschaft bei den Matrosen wegen ihrer Stromschnellen und den vielen steinigen Hindernissen gefürchtet.

Die Durchquerung war nur während des Hochwassers und bei genauem Ausloten der Wassertiefe möglich. Heute jedoch steht der Katarakt unter Naturschutz. Und auch die Krokodile, die sich früher auf die Schiffbrüchigen stürzten, muss keiner mehr fürchten. Durch den Damm gibt es sie hier - mit nur ganz wenigen Ausnahmen - nämlich nicht mehr.

Felsen im ersten Nil-Katarakt
Kiosk aus ptolomäischen Blocken

Zur Zeit der Pharaonen war der erste Katarakt die natürliche Grenze zu Nubien, von wo das Gold für die Heiligtümer, aber auch Leopardenfelle, exotische Tiere und Elfenbein nach Ägypten importiert wurde. Der Name, Elephantine, erinnert an diesen alten Handelsplatz auf der Insel.

Die wenigen antiken Überbleibsel sind für die Archäologen übrigens von unschätzbarem Wert. Denn der Satet-Tempel lässt sich hier bis in die Frühzeit zurückverfolgen. In der Geschichte des alten Ägypten ist dies einmalig.

Blick über die Ausgrabungsstätte
Nilometer von außen

Absolut nicht einmalig ist hingegen, dass wir schon wenige Meter hinter dem Eingang zwei nicht gewollte Begleiter anlocken. Ein Polizist, der uns zumindest zeigt, wo wir langlaufen dürfen, und dann noch jemand, der nur mitläuft und sich einfach nicht wegschicken lässt. Auch die Mitteilung, dass ich bereits über zwanzig Bücher über das alte Ägypten gelesen habe,

wir seine Informationen weder möchten noch brauchen und er auch kein Bakschisch bekommen wird, stört ihn nicht. Es nervt, ganz einfach, weil wir so nur langsam durch die Ruinen vorankommen, gleichzeitig aber nur wenig Zeit für die Besichtigung haben.

Treppe zum Nilometer
Schriftzeichen (was auch sonst?)
der aktuelle Wasserstand

So sollten wir eigentlich schon wieder beim Boot sein, als wir endlich zum Nilometer kommen. Noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts diente der antike Pegel zur Messung der Nilfluten. Dabei durfte das Hochwasser im Nilometer weder zu niedrig noch zu hoch stehen. Denn im ersten Fall bedeutete dies nur wenig fruchtbaren Schlamm und Wasser für die Felder, sodass eine Missernte drohte. Und im zweiten Fall konnte sich zwar jeder einer reichen Ernte sicher sein, mit dem Pegel stieg aber zugleich die Steuerlast, welche die Freude wieder dämpfte.

Einen Dämpfer erhält dann auch der Aufdrängler, als wir die Insel verlassen. Dem Polizisten, der uns sicher und zugleich zurückhaltend über das Gelände geführt hat, geben wir zwar das erhoffte Trinkgeld. Der einfach nur nervende Mitläufer (außer »Ankh, Ankh« wusste er er nichts zu sagen) jedoch geht - wie ich es ihm versprochen hatte - leer aus. Es sei denn, er hat etwas vom anderen abbekommen.

VG Wort