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Hot Dog zum Frühstück

die geschmackliche Beleidigung

Beim Umpire Rock eröffnet sich uns die erste schöne Aussicht auf die umliegenden Hochhäuser sowie auf die Playgrounds und Sportfelder des Central Parks. Der Granitfelsen selbst ist typisch für das 340 Hektar große Parkgebiet.

Noch bis 1858 war dieses ein nahezu unbebautes Sumpf- und Weideland. Das dicht besiedelte Manhattan war zu der Zeit eine fast grünflächenfreie Zone. Die vom Industriezeitalter gebeutelten Einwohner brauchten dringend einen Platz zur Erholung.

Blick über den Wollman Rink im Central Park
»The Mall«, beim Literary Walk im Central Park

So machten sich 3000 irische Tagelöhner an die Arbeit, die Pläne der Architekten Frederick Law Olmsted und Calvert Vaux umzusetzen. Das sumpfige Gelände wurde trockengelegt, mit mehr als 20.000 Fässern Schwarzpulver wurden Granitfelsen eingeebnet

und es entstanden Wasserläufe, Seen und dazwischen jede Menge Parkanlagen. In gut 20 Jahren haben die Arbeiter einen 840 Meter breiten und vier Kilometer langen Volkspark geschaffen.

Michael Friedsam Memorial Carousel

Michael Friedsam Memorial Carousel im Central Park
Michael Friedsam Memorial Carousel im Central Park

Uns führt der Weg vom Umpire Rock zum Nachbau des Michael Friedsam Memorial Carousel. Das Originalkarussell wurde ab 1871 von einem blinden Esel und einem Pferd in einer unterirdischen Tretmühle angetrieben.

Heute wird das Gefährt tierfreundlich mit Strom betrieben und scheint sehr beliebt zu sein. Immerhin stehen mehrere Gruppen in der Schlange und warten geduldig auf die erste Karussellfahrt des Tages.

Eule an der Bethesda Terrace im Central Park
Anne im Central Park von New York
Bild in der Bethesda Terrace im Central Park

Wir indes werden mangels ordentlichen Frühstücks langsam unruhig. Im Central Park hatten wir einige dieser typischen Imbisswagen erwartet. Doch irgendwie bleiben die bisher aus und schieben wir bald Hunger. Aus der Ferne betrachtet weckt der Freizeitpark Victorian Gardens am Wollman Rink Hoffnung auf etwas zu beißen. Leider aber sind die Arbeiter noch an der Vorbereitung zur Eröffnung der Fahrgeschäfte. So bleibt uns nur die Aussicht vom Cats Rock. Über die Traverse No. 1 wechseln wir zum nächsten Parkteil auf die Flaniermeile »The Mall«. Diesen Literary Walk zieren Statuen von Dichtern und Denkern. Zwischen den berühmten Namen finden wir endlich auch einen Imbisswagen.

Es ist Zeit, einen dieser Snap-Dogs von New York zu probieren. Warum dieser Hot Dog so günstig ist, sehen wir, als der »Koch« das mickrige Würstchen in ein winziges Gummiwecken stopft. Und? Ih bähhh! Wir Süddeutsche sind mit unseren Wiener Würstchen für den Hot Dog einfach zu verwöhnt. Oder, wie Lars über sein »Modell« eines Hot Dogs urteilt: »Optisch eine Enttäuschung, geschmacklich eine Beleidigung.« Wir fragen uns, wie sich mit solch grässlichen New Yorker Würstchen überhaupt Geld verdienen lässt?

die Bethesda Terrace im Central Park von New York
Blick über »The Lake« zu den Majestic Apartments

Bethesda Terrace

Mit einem nun leicht seltsamen Gefühl im Magen geht es geradeaus weiter zur Bethesda Terrace. Diese Sandsteinbalustrade bildet das Herzstück des Parks. Hier gibt es urige, aber saubere Toiletten. In der romantischen Unterführung finden wir neben der 15.000 restaurierten Kacheln Musiker und Gaukler.

Es ist ein beliebter Treffpunkt für Touristen, New Yorker und deren Hundesitter. Wir haben einen schönen Blick über den 4,5 Hektar großen See, welcher schlicht »The Lake« genannt wird, und das Loeb Boathouse.

Hundesitter bei der Bethesda Terrace im Central Park
Anne und Lars am »The Lake« im Central Park
VG Wort