Jetty und Reptilien im OMEG-Haus

Wenn Springfluten und Bohrwürmer einer Holzbrücke zusetzen

die Jetty ist eines der Wahrzeichen von Swakopmund
auf der Jetty
Brandung bei Swakopmund
Annette auf der Jetty

Ein unbedingtes Muss ist die Jetty und auch das OMEG-Haus. Die Eisenbrücke sollte die zwischen 1904 und 07 gebaute, 325 Meter lange Holzbrücke ersetzen. Denn dieser hatten die Brandung, die Springfluten und Bohrwürmer schon bald schwer zugesetzt.
1912 begonnen, erreichte die Jetty statt der geplanten 640 allerdings nur 262 Meter. Dann beendete der 1. Weltkrieg den Weiterbau. 4 Jahre später ließen die Südafrikaner dann auch die Holzbrücke abreißen.

Rauhe Gischt und nasse Bohlen auf der Jetty

Am Atlantik angekommen, schlägt uns die Gischt entgegen. Nasse Bohlen auf der Jetty beweisen, hier ist Aufpassen angesagt. Denn die Brandung kann an den Brückenpfeilern durchaus mehrere Meter nach oben schlagen.

Immerhin aber ist ein Spaziergang auf die alte Jetty wieder möglich. Denn einige Jahre war die Brücke wegen Baufälligkeit gesperrt, bevor sie schließlich unter großem Aufwand mit Hilfe von Spendengeldern und Betonpfeilern saniert wurde.

der hintere Teil der Jetty
meterhoch spritzt die Gischt der brandenden Wellen am Ufer

Während der rechte Teil der Brücke den Anglern vorbehalten ist, laufen wir auf der anderen Seite über den neuen Bohlen bis zu einer Plattform. Mit dem hinteren, nicht sanierten Teil der Jetty ist diese nur mit einem Balken und ein paar Kabeln verbunden. Darüber steigen?

Auch wenn es nicht verboten wäre, das muss nun wirklich nicht sein. Zu kalt ist der Atlantik, zu heftig die Brandung und - vor allem - zu nass das Wasser. So begnügen wir uns mit der Sicht über den Atlantik und den Küstenabschnitt vor der Kolonialstadt Swakopmund.

das Restaurant Tak ist abends meistens ausgebucht

Direkt bei der Jetty befindet sich das Tak, ein zum Restaurant umfunktioniertes Boot. Von hier aus lässt sich der Sonnenuntergang ganz besonders gut genießen - heißt es. Nachdem wir erst ein wenig nach dem Inhaber suchen müssen, erfahren wir, dass die Reservierung, die Sydney für uns vornehmen wollte, für den Abend leider nicht geklappt hat. Schade. Denn ein romantisches Dinner zu zweit hätten wir uns gerne gegönnt. Wegen Nebel sollte dann später auch der Sonnenuntergang ausfallen.

der Südwester bringt den Nebel
Jetty im Nebel

Reptilienhaus im OMEG-Haus der Otavi-Bahn

ehemaliges Bahnhofsgebäude der Otavi-Bahn
OMEG-Haus

An der Ecke Kaiser Wilhelm Straße und Windhoeker Straße kommen wir zum OMEG-Haus und dem Bahnhofsgebäude der ehemaligen Otavi-Minen- und Eisenbahngesellschaft (davon leitet sich die Abkürzung OMEG ab).

Während es im rechten Gebäude ein Museum mit etwa 2.000 Büchern und eine lückenlose Zeitungssammlung von 1898 bis heute gibt, zieht es uns in das linke Gebäude, das Reptilienhaus.

im Reptilienhaus von Swakopmund
Schlange im OMEG-Haus

Giftschlangen im OMEG-Haus

Im Innern des OMEG-Hauses finden sich neben den verschiedenen Schlangenarten im Südwesten von Afrika eine Reihe Bilder, welche die teils verheerenden Folgen eines Schlangenbisses zeigen. So sehen wir die Aufnahmen von Kindern, deren Körper bis weit über der Bissstelle völlig vernarbt sind, nachdem das Gift große Teile des Gewebes zerstört hat.

Besonders gefährlich ist die Puffotter, weil sie träge ist, sich auf dem Untergrund kaum abhebt und nicht flüchtet. Tritt man auf sie, kann man nur hoffen, den Kopf zu treffen. Andernfalls beißt sie zu. Vorsicht ist außerdem bei den Spei-Kobras geboten, deren Gift sofort aus den Augen gewaschen werden muss.

kaum zu sehen ist die Seitenwinder-Schlange
munterer Gesell im Freigehege des Reptilienhauses
Unterkieferknochen eines Blauwals

Spätestens die Seitenwinder-Schlange verrät, warum Sydney immer besorgt nach Schlangen Ausschau hält, wenn ein paar Frauen während der Busfahrt eine zusätzliche Toilettenpause brauchen. Sie nämlich ist im Sand nur bei ganz genauem Hinsehen zu finden.
Wieder draußen, schauen wir uns das Gehege der Leguane an sowie einen riesigen Knochen. Er misst über sieben Meter und wiegt mehr als 500 Kilogramm. Und doch war er für einen Blauwal nicht mehr als ein Unterkiefer.

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