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wieder in Yangon

Flug von Heho, Nationalmuseum und Chinatown

Nach drei Nächten verabschieden wir uns vom Inle-See. Erneut sind wir früh auf den Beinen und noch während der Dunkelheit am Frühstücken. Aber wir müssen ja rechtzeitig los, um unseren Flug von Heho nach Yangon zu erreichen.

Eingemummelt in die Decken auf dem Boot fahren wir durch die Morgendämmerung ein letztes Mal über den See. Es war richtig schön hier und wir genießen trotz der Kälte die Dreiviertelstunde lange Fahrt nach Nyaungshwe. Dort wechseln wir auf den Bus und dauert es noch gut eine Stunde bis zum Flughafen in Heho.

Abschied vom Inle-See - Einbenruderer
Abschied vom Inle-See - Einbenruderer

Dieter meint, der Flughafen gehört abgerissen und neu aufgebaut. Er spricht uns allen aus der Seele. Das gesamte Gebäude ist gammelig und die Anzeigetafeln haben ihren Geist längst aufgegeben. So ist es mühsam, mitzubekommen wenn endlich unser Flug geht. Nach flüchtiger (oder flüchtender) Betrachtung der sanitären Anlagen beschließt Lars,

dass er hier weder etwas zu trinken, geschweige denn zu essen kaufen wird. Zuletzt wirken die Sicherheitsmaßnahmen auf uns Europäer sehr exotisch. Von uns aus gesehen stehen die Raucher hinter dem Ausgang zur Startbahn, weil sie das Gebäude nicht voll qualmen dürfen … Zumindest aber startet die Yadanarpon Airlines pünktlich.

Propellermaschine der Yadanarpon Airlines
beim Flughafen von Heho in Myanmar

Gegen Mittag landen wir in Yangon und fahren zum Hotel Summit Park View. Das kennen wir ja bereits. Trotzdem erhalten wir einen neuen Gutschein für einen Welcome Drink. Den gilt es natürlich gleich einzulösen. Denn wir haben noch etwas Pause, bis unser Programm weitergeht.

Dieses beginnt mit dem Nationalmuseum. Am ersten Tag mussten wir dieses auslassen, da es wegen Feiertag geschlossen war. Oder lag es an dem deutlich verspäteten Emirates-Flug? Wer weiß das nach zwei Wochen schon noch so genau?

Schöner Wohnen in Yangon
das Tor zu Chinatown Yangon

Nationalmuseum von Myanmar

Leider ist das Fotografieren im Nationalmuseum verboten. Doch so hat mein Larsi auch mal frei und kann sich als passionierter Museumsmuffel ganz auf die burmesische Kultur konzentrieren. So besichtigen wir den prächtigen Löwenthron des letzten birmanischen Königs Thibaw und einige königliche Kleidungsstücke und Möbel. Daneben hat ein Brief, der hier abgebildet ist, zu unerwarteter Bedeutung gefunden.

Dieser wurde im Jahr 1756 vom burmesischen König Alaungphaya auf ein 100 Gramm schweres und 55 auf 12 Zentimeter großes Goldtäfelchen aufgesetzt, mit 24 Rubinen besetzt und an den englischen Thron nach London geschickt. Als Umschlag dieser kostbaren Post diente ein hohler Elefantenstoßzahn. Nach zwei Jahren kam er in London an.

Pilze in Chinatown von Yangon
in Chinatown von Yangon

Dort wird Georg II., König von England und Kurfürst von Hannover, wohl große Augen gemacht haben, als er den Zahn öffnete. Darüber hinaus aber hatten er und seine Berater zu der Zeit ganz andere Sorgen. Sie führten auf vier Kontinenten vor allem gegen Frankreich Krieg, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Ein Stützpunkt auf Burma wäre ihnen sicherlich gelegen gekommen. Doch war leider auch die beigelegte englische Übersetzung des Briefs wenig verständlich. Also gab Georg II. den Brief als Kuriosität an seine heimatliche Bibliothek in Hannover.

Auch in seiner alten Heimat wusste man wenig mit dem Brief anzufangen, ordnete ihn schließlich falsch ein und ließ ihn für die nächsten 250 Jahre im Magazin verschwinden. Erst im Jahr 2006 wurde der goldene Brief wiederentdeckt, restauriert und erforscht. Nun endlich wissen wir, dass König Alaungphaya den Briten ein Bündnis angeboten hatte. Dies lässt sich kurz auf die Formel »Reis gegen Kanonen« bringen. Dazu gehörte auch, Teakholz im Tausch gegen nautischen und technisches Knowhow.

Pilze in Chinatown von Yangon
Cashew-Nüsse in Chinatown von Yangon
Chinaladen in Chinatown von Yangon

Anstatt mit Burma ein Bündnis einzugehen, führten die Engländer auch gegen dieses Land drei Kriege, bis sie die einst stolze Dynastie vollständig unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Zuletzt scheint das mit dem technischen Knowhow aus Sicht der Burmesen nicht wie gewünscht geklappt zu haben. Mit anderen Worten: noch während wir uns im Erdgeschoss des Museums befinden, fällt der Strom aus und stehen wir plötzlich im Dunkeln. Wir gehen dennoch hoch in die Abteilung der kulturhistorischen Buddha-Figuren.

Die oberen Etagen sind ebenfalls dunkel. Einzig die Notlampen, die an den Steckdosen hängen, leuchten. Aber warum haben die Steckdosen Strom? Nein, die Lampen haben Akkus. So hat auch Lars gleich wieder eine fröhliche Beschäftigung, indem er eine Notlampe stibitzt und anderen interessierten Museumsbesucher leuchtet. So wird unser Museumsbesuch doch noch ein besonderes Erlebnis. Pünktlich zum Ende unseres Rundgangs kehrt der Strom zurück können wir das Nationalmuseum schließlich bei wieder voller Beleuchtung verlassen.

Die Chinatown von Yangon

Fischgrill und sonstigen Leckereien in Chinatown von Yangon
Fischgrill in Chinatown von Yangon

Was uns auch noch fehlt in Yangon ist ein Besuch in Chinatown. Nun ja, wer das Chinatown von Bangkok kennt, wird hier eher enttäuscht sein. Es gibt kaum Schilder mit chinesischen Schriften oder Läden mit den typischen, roten Lampions.

Es wohnen halt einfach überwiegend Chinesen in dem Stadtteil. Dafür gibt es in der 19. Straße jede Menge Garküchen mit Fischgrill und sonstigen Leckereien. Anders als bei den Garküchen in Mandalay würden hier auch Europäer etwas zum Essen finden.

Grillspieße in Chinatown von Yangon
Grillspieße und frischer Fisch in Chinatown von Yangon

Was es in Chinatown natürlich geben muss, ist ein chinesischer Tempel. Bei den typischen Wächterlöwen, Räucherstäbchen und dicken Buddha-Figuren kommt dann tatsächlich richtige China-Stimmung auf. Hiermit endet aber auch unser gemeinsames Programm in Yangon.

Für einen Teil unserer Gruppe heißt es nun, Abschied von Htet Htet zu nehmen. Sie fliegen morgen wieder zurück in die Heimat oder auch nach Dubai. Doch bevor unsere Gruppe auf fortan nur noch acht Teilnehmer schrumpft, gehen wir alle zum Abendessen in unser bekanntes My Garden Restaurant gegenüber vom Hotel.

Löwe vor dem Chinesischen Tempel von Yangon
im Chinesischen Tempel von Yangon

Video zum Spaziergang durch Chinatown-Yangon | Myanmar

Kurzer Rundgang durch das chinesische Viertel von Yangon. Aufnahmen der Marktstände und Garküchen entlang der Straße. Besuch eines chinesischen Tempels.
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