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Pindaya-Höhlen

die Spinne und die Prinzessinnen

der Prinz und die Spinne am Eingang der Pindaya-Höhle
überdachte Treppengänge zu den Pindaya-Höhlen

Den Eingang zu den Pindaya-Höhlen konnten wir bereits von unserem Hotel aus sehen. Überdachte, von Pergolen unterbrochene Aufgänge, winden sich mystisch den steilen Berg hinauf.

Hunderte von Stufen würden uns vom Hotel Conqueror bis zu den Höhlen bringen. Aber natürlich geht dies auch bequemer. Eine von alten Banyan-Bäumen gesäumte Allee endet nur wenige Schritte vor dem Eingang.

Eingangsbereich bei den Pindaya-Höhlen
überdachte Treppengänge zu den Pindaya-Höhlen

Von hier aus haben wir einen tollen Blick über den Ort Pindaya und den gleichnamigen See. Ebenfalls im Eingangsbereich der Höhlen werden wir mit einer schönen Legende konfrontiert. So sollen einst sieben im See badende Prinzessinnen von einer riesigen Spinne in den Höhlen gefangen genommen worden sein. In einer zweiten Version der Sage sollen die Prinzessinnen im Shan-Land unterwegs gewesen sein, als ein schweres Unwetter über sie hereinbrach. Sie suchten in der Höhle Schutz und wollten darin die Nacht und das Ende des Unwetters abwarten. Tatsächlich hatte sich das Unwetter bis zum Morgengrauen verzogen. Allerdings hatte bis dahin die riesige Spinne den Ausgang der Höhle mit einem Netz verschlossen.

Wie auch immer, die Prinzessinnen saßen in der Falle. Doch sie ergaben sich nicht ihrem Schicksal, sondern riefen einem Reiter zu, der zufällig an der Höhle vorbeiritt. Es handelte sich um den Prinzen Kumabhaya, der ihnen tatsächlich zu Hilfe eilte. Er tötete die Spinne mit Pfeil und Bogen und befreite die Frauen aus der Höhle. Als sich der Pfeil löste, soll er laut »Pindaya« gerufen haben. Wenig später heiratete er die schönste der Prinzessinnen. Wie viel Wahrheitsgehalt in der Sage steckt, lässt sich heute freilich nicht mehr abschätzen. Eines aber zeigt die Geschichte deutlich: Auch die Burmesen lieben es romantisch.

überdachte Treppengänge zu den Pindaya-Höhlen
die Shwe U Min-Pagode in der ersten Höhlenkammer der Pindaya-Höhlen
goldene Buddha-Statuen in den Pindaya-Höhlen

Wir passieren also den heldenhaften Prinzen und die schlecht gelaunte Spinne und schreiten die letzten Meter bis zu den Eingangshallen. Für Fußfaule gibt es, wie wir es von Myanmar bereits gewohnt sind, eine aufwendige Liftanlage.

Für alle Besucher aber gilt: Vor dem Eintritt in die Höhlen sind die Schuhe auszuziehen. Ob der Boden hier sauber sein wird? Eher nicht. So entdecken wir weiter oben einen Brunnen, bei dem das Waschen der Füße ausdrücklich untersagt ist.

mystischer Felsen in den Pindaya-Höhlen
Buddha-Statue in den Pindaya-Höhlen
goldene Buddha-Statuen in den Pindaya-Höhlen

In der ersten großen Höhlenkammer befindet sich die vergoldete Shwe U Min-Pagode, die einen großen Teil der Kammer ausfüllt. Darum herum sind große Buddha-Statuen angeordnet. Hier teilen sich die schmalen Gänge labyrinthähnlich auf

und führen immer weiter in die Höhle hinein. Von europäischen Tropfsteinhöhlen sind wir es gewohnt, dass es im Innern kühl ist. Hier indes wird die Luft immer drückender und wärmer.

in den Pindaya-Höhlen von Myanmar

Ähnlich wie in den Pak-Ou-Höhlen bei Luang Prabang steht auf jedem Platz in der Höhle eine Figur. Es sollen über 8000 Figuren sein, die aus Holz, Gips, Bronze, Zement oder auch Stein gefertigt sind. Wann genau die erste Statue hier ihren Platz fand, ist unbekannt. Es wird angenommen, dass die meisten Statuen aus dem 18. Jahrhundert stammen.

Die älteste erhaltene Inschrift wird auf das Jahr 1783 datiert. Angeblich dürfen wegen Überfüllung keine neuen Figuren mehr aufgestellt werden. Doch wir entdecken auch welche aus dem Jahr vor unserer Reise. Buddha wird hier sowohl von den Burmesen als auch von Besuchern anderer Nationen verehrt. So finden wir Gravuren von Österreichern, Schweizern und Deutschen.

eine Buddha-Figur aus Deutschland in den Pindaya-Höhlen
Teakholzsäule in den Pindaya-Höhlen
Anne zwischen den Buddha-Figuren in den Pindaya-Höhlen

Als wir das hintere Ende der Höhle erreichen, vernebelt sich das Bild in unseren Kameras. Hier ist es so feuchtwarm, dass die Linsen der Kameras beschlagen. Zum Glück haben wir bereits genug gesehen und fotografiert, sodass wir die Pindaya Höhlen zufrieden wieder verlassen können.

Noch bevor wir zurück beim Schuhparkplatz sind, können wir uns außerdem ein weiteres Mal über Htet Htets Zeitplan freuen. Denn auch hier schwindet nun die morgendliche Ruhe. Immerhin handelt es sich bei den Höhlen um einen weiteren beliebten Wallfahrtsort für Buddhisten. Was auch sonst?

Video zur Pindaya-Höhle im Shan-Staat | Myanmar

Besuch der legendären Pindaya-Höhle im Shan-Staat. Aufnahmen von den Tropfsteinen und den nahezu unzähligen Buddha-Statuen in der Höhle.
VG Wort
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