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Auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing

King Prawns mit den Einheimischen

Bevor es richtig dunkel ist, verlassen wir die obere Aussichtsterrasse und kehren zurück auf den Vorplatz der Kyaik Than Lan Pagode. Gegenüber winkt bereits der erste Tuk-Tuk-Fahrer. Wer sagt es denn? Um was für einen altersschwachen Klepper es sich handelt, merken wir allerdings erst, nachdem wir schon drinnen sitzen. Sein Tank besteht aus einer mit Sprit gefüllten Wasserflasche, die neben seinem sowie dem rechten Rücksitz hängt.

Damit der Motor den Treibstoff ansaugt, muss er die Flasche nur kurz drücken. Ein paar Anläufe braucht es aber doch, bis das uralte Gefährt anspringt und los knattert. Mit dem vielleicht schlechtesten Tuk-Tuk, was in der Stadt herumfährt, kommen wir wenig später bei unserem Luxushotel an. Dort empfängt uns das Personal mit einem breiten Grinsen. Doch der alte Mann ist glücklich, etwas verdient zu haben.

großes Angebot auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing
Garküche auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing

Wenig später ist der letzte Sonnenstrahl erloschen und wird es Zeit für den Nachtmarkt von Mawlamyaing. Wir machen uns kurz frisch auf dem Zimmer und schon geht es wieder los. Wo sich der Nachtmarkt genau befindet, ist uns bisher zwar noch ein Rätsel.

Doch es muss irgendwo am Ufer des Thanlwin sein. So laufen wir auf gut Glück los und treffen zufällig Htet Htet, die mit einer Kollegin dasselbe Ziel hat. Gut anderthalb Kilometer von unserem Hotel entfernt beginnt es schließlich lecker nach Gegrilltem zu duften.

Garküche auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing
Garküche auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing
Anne mit King Prawns auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing

Entlang der Straße reiht sich eine Garküche an die andere. Frischer Fisch, Garnelen, Fleischspieße und Gemüse liegen im Sortiment. Die Bedienungen strecken uns sofort ihre Menükarten entgegen. Und es sieht wirklich lecker aus. Sollen wir es wagen und hier noch eine Kleinigkeit essen? Warum nicht?

Die Tische sind überwiegend von Einheimischen besetzt. Dazwischen entdecken wir aber auch vereinzelt mutige Touristen. Auf einer riesigen LED-Leinwand flimmern Werbefilme in einer Endlosschleife. Auch wenn die Angebote an unserem Bedarf vorbei zielen, bringt die Leinwand doch etwas Licht auf die Tische.

auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing
Garküche auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing

Wir bestellen uns je eine Portion gebackene King Prawns. Vornweg gibt es die übliche schmackhafte Suppe und danach dauert es eine ganze Weile. Egal, wir beobachten die Leute um uns herum. Hier ist einer der wenigen Orte in Myanmar, an denen uns auch Menschen auffallen, die betteln.

Sie haben Hunger und können sich selbst bei den günstigen Garküchen kein Abendessen leisten. Dafür sind insbesondere die Portionen mit gebratenen Nudeln so groß, dass oft viel übrig bleibt. Die Reste werden in Tüten gepackt und an die Bettelnden weiter gereicht.

Garküche auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing
King Prawns auf dem Nachtmarkt von Mawlamyaing

Irgendwann bringt uns der Junge mehrere leckere Soßen an den Tisch und kurz darauf stehen zwei große Portionen King Prawns vor uns. Und das für wenig Geld. Laut Htet Htet zahlt hier jeder gleichviel, egal ob Tourist oder Einheimischer.

Und es schmeckt richtig lecker. Dass auch die Qualität stimmt, merken wir schließlich, als wir uns auch am nächsten Tag noch immer pudelwohl fühlen.